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Samstag, 2.9.2006
Umzug und Brebu-Enduro
Heute packen wir zusammen und verabschieden uns von den Jigorias, es geht herauf nach Brebu Nou in's Bergdorf, wo der Enduromania Wettbewerb in der
nächsten Woche stattfinden wird und wo wir für eine Woche eine neue Unterkunft gebucht haben. Walter und Frank fahren mit den KTMs über Offroad-Wege dorthin, während Silvio und ich mit den Autos und dem Anhänger das
Gepäck dorthin fahren.
Morgens werden wir alle früh von Walter
geweckt und packen alles flott zusammen. Im Hof wird derweil noch hektisch geschraubt, denn Walters neuer Hinterradreifen paßt nicht in die Schwinge, mit den hohen Profilstollen muß die von
ihm erst zuhause gekürzte Kette dann doch wieder verlängert werden. Das Nietschloß gebärdet sich etwas widerspenstig, wird dann aber doch gezähmt. Währenddessen habe ich das
Hinterrad mit dem neuen StoneKing (Mitas C02 siehe rechts, goil!) in die kleine XR eingebaut und es geht zügig weiter mit Anhänger aus dem Hof ziehen, ankuppeln, alle Planen hochschlagen und
flott die drei Hondas aufladen, damit wir möglichst pünktlich wegkommen. Ziel ist es, um 10 Uhr zu rollen und mit Frühstück schaffen wir es dann auch fast, daß das klappt. Wir verabschieden uns
herzlich von den Jigorias und fahren los, ich habe Mia dabei, die in Brebu im Küchenteam für die Enduromania-Veranstaltung arbeiten wird und da wir sowieso die gleiche Richtung haben, nehmen wir sie natürlich mit.
Nach zwei Stunden Fahrt über
die Asphaltstraße nach Resita und dann nach Brebu kommen wir endlich in oben an und werden dort schon von Walter und Frank erwartet, die die Offroad-Strecke zügig bewältigt haben.
Wir beziehen unser Domizil direkt gegenüber der Schule, wo
wir ein eigenes Appartement für uns vier bewohnen werden. Das Appartement ist sehr schön eingerichtet und in Top-Zustand, das Bad dunkel gefliest und mit einer eingebauten schönen Dusche ausgestattet. Wir sind
begeistert. Wir laden den Anhänger und das Auto aus und verteilen es so gut es geht in unserem neuen Domizil und schmeißen uns direkt in die Klamotten, denn es soll mit Stephen Palmer und Steffen, dem
Freund von Mia, ein lockeres Enduro geben. Stephen ist ein motorradverrückter Schotte, der in Brebu direkt neben uns ein Haus gebaut hat und mit seiner rumänischen Frau im Sommer hier lebt und
ein phantastischer Offroad-Fahrer ist. Er hatte immer eine kleine giftige Kawasaki, hat sich aber jetzt einige Honda CR230 mit E-Starter gekauft, die er professionell vermietet. Sie haben nur ca. 22 PS,
sind aber federleicht und deswegen im Gelände unglaublich handlich zu fahren, einfach Klasse. Heute wird er eine seiner Miet-Hondas bewegen.
Wir starten zu einem kleinen Enduro-Ride, der uns über lauter unbekannte Strecken nach
Slatina Timis führt, wo wir im Hotel Silvia eine Cola trinken. An der dortigen Tankstelle füllen wir die Tanks auf und dann geht es auf einem anderen Weg wieder zurück nach Brebu, alles
Strecken, die ich nie gefahren bin und die wunderschön oben über die Wiesen führen mit einer phantastischen Fernsicht über die Berge. Wir sind völlig aus dem Häuschen, denn die Tour ist einfach irre.
Das Wetter ist optimal (sonnig mit leichten Wolken, ca. 20 Grad
und trocken), der Boden leicht feucht (idealer Grip, kaum Staub) und tolle Strecken mit steilen Bergaufpassagen im Wald und einmal in einem steinigen Bach, was wir aber alle dank der frischen Reifen und der leichten
Kisten sehr gut meistern. Die Runde geht flüssig von der Hand und wir sind wie in einem Rausch. Einfach Klasse! Leider haben wir wenig Bilder gemacht, weil wir einfach nur gefahren sind
die ganze Zeit. Die XR400 läuft einfach Klasse, auch wenn ich diesmal einige Probleme hatte, sie heiß anzubekommen. Irgendwie hat
das jedenfalls immer geklappt, auch wenn es ziemlich Kraft raubt, wenn man da achtmal draufkicken muß, statt nur einmal. Einmal ist schon doof genug. ;-)
Nach der Tour treffen wir uns alle in der Schule und werden von Michu und Gabi herzlich
begrüßt, die mit Mia und der Krankenschwester Claudia die Enduromania-Dienstleistungen (Essen, Trinken, Service organisieren) erbringen. Es ist erst sechs Uhr und Abendessen gibt es eigentlich erst ab acht,
aber wir haben Beziehungen zur Küche und so werden wir reingebeten und bekommen schon mal vorab eine leckere Kartoffelsuppe. ;-)
Danach trollen wir uns herunter zu unserem Haus (ca. 20m gegenüber) und starten das Abendprogramm, Klamotten
aufhängen, duschen, Schrauberklamotten an, Mopped-Service machen. An der XR muß die Kette gespannt werden, die Gabel entspannt werden (die hatte sich verdreht), Kette geschmiert werden, Öl
nachgeschaut werden (alles OK) und der Hinterreifen war noch auf 1,5 bar vom Montieren, den habe ich nunmehr auf 0,8 bar abgelassen, ein Wunder, daß ich
heute beim Enduro so gut überall durchgekommen bin. Eigener Fehler, ts ts. Auch die anderen Maschinen brauchen ein bißchen Service und werden gepflegt.
Gegen halb acht sind alle Kisten gewartet und wir trollen uns wieder zur Schule und schnappen
uns ein Bier. Wie jedes Jahr läuft das über eine Strichliste, jedes Team hat einen Zettel und wer was zu trinken braucht, nimmt sich das aus dem Kühlschrank, legt was nach und macht einen Strich. Am Ende der Woche
wird dann nach Strichliste abgerechnet.
Wir treffen einige Bekannte und
schwatzen. Um acht Uhr wird dann das Abendessen eröffnet und es gibt leckeren Kartoffelsalat als Vorspeise und dann Erbsengemüse mit Gulasch, einfach traumhaft lecker. Als Nachtisch gibt es warme, leicht
knusprige Berliner Ballen, ein Gedicht. Wir futtern, bis wir nicht mehr "piep" sagen können. Auf dem Hof verabreden wir uns mit Stephen und Steffen für zwei geführte Enduro-Tage und
machen locker einige Termine klar.
Später dann trollen wir uns von dannen und nehmen einige Cola mit in unser Haus, wo wir dann eine
Flasche Jim Beam öffnen und mit einem leckeren Cola-Mix zu einem Viertel leeren. Später kommt noch Steffen dazu und wir unterhalten uns angeregt über Rumänen, rumänische Mentalität und alles
Mögliche andere. Eine halbe Stunde vor Mitternacht kommen alle zur Ruhe, nur ich nicht, denn ich muß erst noch meine Hausaufgaben machen (man kennt das ja mittlerweile).
Morgen wollen wir um acht Uhr aufstehen und einen Tag allein fahren, wohin, das wollen wir morgen festlegen, Lindenfeld war im Gespräch. Schauen wir mal, was der Tag bringt. ;-) Ach ja, ich vermisse
meinen australischen Farmer-Hut, den ich immer auf Moppedtreffen trage. Offensichtlich habe ich den im Speisesaal liegen gelassen, der wird sich morgen sicher finden. |