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Sonntag, 3.9.2006
Verendin-Prislopu Enduro
Heute genießen wir das erste Frühstücksbuffet dieses Jahr in Brebu. Mein Hut ist leider nicht aufgefunden worden, es gibt aber Zeugen, die ihn auf dem Boden gefunden und auf einen Tisch
gelegt haben. Schauen wir mal, der wird schon nicht wegkommen. Als wir danach losfahren wollen, bittet mich Stephen, der der verrückte Schotte, der im Nachbarhaus
wohnt, kurz mit reinzukommen. Da liegt mein Hut auf einer Bank, garniert mit allerlei Gemüse aus dem Garten. Stephen hat ihn gestern Abend gesehen und beschlossen, mich damit zu veräppeln. ;-) Er
meinte, der Hut sähe mindestens so schön aus wie der von der Queen, nur eine Karotte hätte er dort nicht drauf gesehen. ;-)))
Nach dem Frühstück sollte es heute Richtung Anina gehen. Kurz bevor wir losfahren,
werden wir von Stephen und Steffen ermahnt, nicht in das Sperrgebiet, den Nationalpark zu fahren. Wir fahren trotzdem erstmal los und als wir vor dem Schild stehen, haben wir ein schlechtes Gewissen und planen
den Tag komplett um. Wir versuchen, an der rechten Seite des Trei Ape Sees nach Poiana Radcoasa zu gelangen, werden aber durch eine dicke Pipeline, die mitten im Wald verlegt ist,
gestoppt. Wir fahren um den See herum und gelangen hinter der Staumauer auf eine steile Steigung im Wald, die wir vom letzten Jahr her kennen, als wir mit Fane dort lang gefahren sind. Die Steigung
klappt super, bis auf Frank, der vor laufender Video-Kamera spektakulär absteigt. Echt Klasse! ;-)
Oben geht's durch den Wald und wir gelangen auf Umwegen in einem tollen Enduro zum Punkt Verendin Top. Hier rasten wir ein
wenig und machen einige Fotos. Von hier fahren wir über die großen Feldwege auf dem Rücken des Grates zum Ort Verendin. Auf dem Weg dahin verpatze ich eine völlig unnötige Steigung am Wegesrand und lege
mich mal so richtig gepflegt ab. Zum Glück passiert mir und dem Mopped nix und die Fahrt kann weitergehen.
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Im Dorf angekommen kommen
wir an die Treppe, die wir vom letzten Jahr kennen und finden dort eine Gruppe Rumänen vor, die gerade eine Hochzeit feiern.
Sofort werden wir erstmal zu einem Kirsch-Schnaps
eingeladen, der aus einer Porzellan-Kaffeekanne am Mopped serviert wird. Er schmeckt unglaublich lecker, wie Fruchtsaft, und man merkt sofort, wie alle Lampen angehen. ;-)) Vorher haben wir einigen
Kindern im Ort einige der von Silvio mitgebrachten Stofftiere geschenkt, welche diese mit großen leuchtenden Augen annehmen.
Ein kleines Mädchen traut sich zuerst überhaupt nicht, den gelben Hasen von den bunt
gekleideten Typen auf den knatternden Moppeds entgegenzunehmen, aber ein etwas mutigerer Junge bringt den Hasen bei ihr vorbei. Einige Minuten später traut sie sich aus dem Hauseingang raus und winkt
uns schüchtern zu, als wir wieder abfahren.
Etwas weiter im Dorf ist ein Junge, der uns mit seiner Handykamera zu fotografieren versucht, was
ihm aber nicht gelingt, weil wir zu schnell vorbei sind. Ich fahre zurück und posiere vor seiner Kamera, und er zeigt mir stolz das gerade gemachte Foto. Wir fahren von Verendin aus Richtung Süden weiter
und beschließen, uns einige Kilometer hinter dem Ortsausgang links über den Hügel zur E70 durchzuschlagen.
Unmittelbar gelangen wir auf eine Obstwiese und naschen von den deliziösen reifen Pflaumen, die dort hängen und die wir im
vergangenen Jahr vermißt haben, als die Ernte schon vorbei war, als wir in Rumänien waren. Nachdem wir uns gütlich getan haben, verfransen wir uns ordentlich und fahren ein Stückchen richtig querfeldein
über brachliegende Wildblumenwiesen mit hüfthohem Gras, finden dann aber doch wieder Wege, die in die richtige Richtung zeigen und enden
letztendlich nach einigen Bachdurchfahrten unter einer Eisenbahnbrücke, die nur ca. schulterhoch ist, so daß wir uns auf den Moppeds klein machen müssen, damit wir drunter durch passen. Zu allem
Überfluß ist da auch noch eine Bachdurchfahrt direkt unter der Brücke, die wir aber alle ohne Probleme passieren. Auf der E70 tanken wir voll und fahren nach Canicea, um von dort aus den
Einstieg auf den Berg von Poiana Prislopu zu finden.
Es ist dort sehr steil und auf der
Wiese sind dicke Wackersteine, die das Fahren doch sehr ungemütlich machen und wir folgen einem Weg, der immer weiter bergauf führt, stellenweise schwierig zu finden und auch sehr steil ist.
Wir sind kurz vor'm Aufgeben,
aber letztendlich finden wir den richtigen Weg und landen auf einem steilen Waldweg, der an einer Stelle eine kleine Überraschung für mich parat hatte... Ich brauchte etwas Hilfe, um die Maschine wieder auf den
Pfad der Tugend zurückzuführen. ;-)
Etwas später kommt ein steiles
Stück, was später direkt auf die Wiese der Hochebene dort oben führt. Wir haben einige Schwierigkeiten auf dem Aufstieg und machen ‘ne Menge Videos.
Oben angekommen genießen wir die grandiose Aussicht und machen wie immer Fotos. ;-) |
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Dann folgen wir dem Berg nach
Norden und schlagen uns irgendwie nach unten in's Cornereva-Tal durch, wo wir dann nach Norden Richtung Rusca/Wittmann weiterfahren. Da es schon spät ist, beschließen wir, nicht mehr bei Wittmanns
Pause zu machen, sondern direkt zurück zur E70 zu fahren, um dann über Teregova und Bradul Mosului nach Brebu zu kommen. Silvio verabschiedet sich von uns, da er nochmal nach Turnu Ruieni
fahren möchte und wir fahren zu dritt weiter nach Teregova, wo wir auf die zweite Hochzeit des Tages stoßen, diesmal aber mit Live-Band und hunderten Besuchern
(für rumänische Hochzeiten nicht unüblich). Der komplette Platz vor der Kirche war rappelvoll. Wir halten an, um uns die Musik anzuhören und werden natürlich prompt wieder zu Zuika eingeladen.
Nach kurzer Zeit machen wir uns wieder auf den Weg, wir wollen ja zum Abendessen pünktlich sein und da haben wir noch einige Zeit vor uns.
Der Weg durch den Wald über Bradul Mosului ist eigentlich für
viel Wasser und Schlamm berüchtigt, läßt sich aber trotz des Regens in der vergangenen Woche recht gut fahren. Wir düsen noch kurz zum Dreikreuzberg hoch...
...und genießen die tolle Aussicht auf den Stausee und auf das
Dorf. Zwei weitere KTM-Fahrer kommen hoch und wir quatschen ein bißchen zusammen. Pünktlich zum Beginn des Abendessens um 19 Uhr schlagen wir in der Schule auf und machen uns über die leckeren Krautwickel her.
Nach einem kurzen Service
(Moppedreinigung mit dem Schlauch, damit der Schlamm mal von den Kühlrippen abgewaschen wird und Kette spannen) und einer wohlverdienten Dusche gehen wir wieder hoch und nehmen an der Einführungs- und
Vorstellungsveranstaltung der Enduromania teil, die den offiziellen Teil am Sonntag Abend vor der Enduromania-Woche einläutet. Es werden die Teams vorgestellt und die Regeln erläutert, Einzelfahrer erhalten die
Gelegenheit, sich einer anderen Gruppe anzuschließen und wir werden alle nochmals ermahnt, in den Dörfern langsam und generell vorsichtig zu fahren, so daß wir uns alle am Freitag Abend wieder heil
hier versammeln können. Recht schnell danach trollen wir uns in die Wohnung und starten das übliche Abendprogramm, Bilder von den Kameras auf Walters Notebook kopieren, Tracks auf mein
Notebook kopieren, Eierlikör und Jim-Beam-Cola trinken und dummes Zeugs schwätzen. ;-)
Morgen wollen wir mit dem verrückten Schotten Stephen Palmer als Guide auf den Tarcu fahren, den mit 2190m Höhe höchsten Berg der Enduromania. Ich war schon zweimal oben und
hatte mir eigentlich vorgenommen, dort nicht mehr hochzufahren, weil das einfach nur eine Materialschlacht ist, mit der Africa Twin jedenfalls. Ich hoffe, daß das mit der kleinen XR deutlich einfacher ist. Heute
hatte ich jedenfalls Passagen, wo ich mit der XR besser durchgekommen bin, als die KTM-Jungs, das will doch mal was heißen! ;-)))
Ich bin hundemüde, es ist 0:40 und ich gehe in's Bett, der Bericht ist geschrieben. Silvio hat mir bis gerade eben Gesellschaft geleistet, Frank und Walter schnarchen schon seit 40 Minuten. ;-)
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