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Montag, 28.8.2006
Erster Enduro-Tag
Heute soll es das erste Mal in's Gelände gehen. Das Wetter sieht bedeckt aus, aber es regnet nicht, so daß wir beschließen, erstmal loszufahren. Wir starten, Silvio auf seiner XR600, Frank auf der
KTM EXC 525, Walter fährt meine Africa Twin und hat Doro hintendrauf, ich fahre mit Walters KTM EXC450 mit einer Rekluse-Kupplung, die automatisch trennt, wenn die
Motordrehzahl in die Nähe der Leerlaufdrehzahl absinkt, eigentlich recht nett, da man die Kiste so schlechter abwürgen kann, aber die Geschichte hat auch Nachteile, wie ich lernen werde. ;-)
Nach wenigen hundert Metern ist der erste Stopp angesagt, Silvio
hat sich nicht warm genug angezogen und möchte noch ein Endurohemd drüberziehen. Das sollte sich als sehr gute Entscheidung rausstellen. In flotter Fahrt geht es dann erstmal zum Muntele Mic rauf, wir
nehmen die abkürzung über den etwas steileren Hang an der letzten Serpentine, während Walter mit Doro hintendrauf den sicheren Weg über die Schotterstraße wählt. ;-)
Der erste Defekt hat sich eingestellt: Franks Seitenständer ist abgebrochen, die Schraube ist
einfach abgeschert. Der gleiche Schaden, wie an Gerrits EXC vor einigen Jahren. Naja, nix Schlimmes. Bei meiner KTM ist am linken Handschützer die Schraube fliegen gegangen, so daß er lose rumbaumelt. Ich
sichere das Alu-Drehteil im Handschützer, damit es nicht verloren geht. Oben angekommen halten wir am Gipfelkreuz erstmal an und stellen mit Sorge fest, daß die Wolkendecke dichter wird.
Wir fahren runter, um uns die regen Bau-Aktivitäten rund um das Hotel Sebes anzuschauen, wo ca. 15 neue Häuser entstehen, die im Winter als Skihütten und Unterkünfte dienen sollen. Auf dem Weg
entdecke ich dir Ursache für das gelegentliche schabende Geräusch am Hinterrad: Die Kette von Walters KTM ist ein wenig kurz und der Schwingenschutz schleift beim Ausfedern am Hinterrad, da
der Abstand dort zu klein ist. Naja, kann ich jetzt eh nix dran machen.
Wir haben noch einen weiteren Defekt: Beim Lenkeinschlag nach links geht der Deko-Zug von Silvios XR600 auf und der Motor stirbt ab. Wir verlegen den Zug anders und das Problem
ist behoben. In der Zwischenzeit fängt es an, leicht zu regnen. Wir fahren den Weg zurück und nehmen Kurs auf Cuntu. Die Walddurchfahrt dorthin ist besser zu fahren als wir dachten und Walter bewältigt beide
schwierigen Steigungen auf dem Stück mit der Africa Twin mit Doro hintendrauf und wir sind begeistert.
Der Regen wird unterdessen stärker und wir kommen bei völligem Nebel und starkem Regen an der Wetterstation an. Der Meteorologe lädt uns zu einem schmackhaften Kaffee ein
und wir verbringen die nächste Stunde wartend in einem spärlich eingerichteten, aber trockenem Raum im Erdgeschoß der Station. Nachher stehen wir draußen auf der Eingangsterrasse und schauen in den Dauerregen,
der einfach nicht weniger werden will.
Irgendwann muß es ja weitergehen und wir fahren
los, nicht ohne unsere teilweise mitgebrachten Regensachen überzuziehen. Wir gelangen über den bekannten Weg nach Zloaba, die Abfahrt durch den Wald vorher ist ziemlich rutschig und
die Rekluse-Kupplung der KTM von Walter macht mir schwer zu schaffen, da sie bei Leerlaufdrehzahl im Schubbetrieb einfach öffnet und auf einmal schlagartig die Bremswirkung am
Hinterrad vorbei ist. Ziemlich nervig, wenn man in einer rutschigen Steilabfahrt hängt und froh ist, sich um das Hinterrad, welches vom Motor abgebremst wird und nicht blockieren darf, nicht
kümmern muß. Mittlerweile fehlt ein Teil aus dem Leatherman Holster, was an Walters KTM baumelt, da der Klettverschluß immer wieder aufgeht. Ich finde Klettverschlüsse ja sowieso
Scheiße und finde, die sollten alle verboten werden. Walter sichert den Leatherman, in dem er ihn im Tankrucksack der Twin verstaut, so daß er nicht auch noch verloren geht. Außerdem ist der
Tacho ausgefallen, heute morgen ging er noch. Ich fange an, mich zu wundern, kaum fährt man KTM, geht alles mögliche kaputt, rappelt sich los, geht verloren oder ist sonstwie im Eimer.
Unten angekommen geht es bei Zloaba durch eine kleine
Bachdurchfahrt und anschließend über ein schmales Stück zum Endbahnhof Plopu, wo wir dann der Trasse der früheren Schmalspurbahn im Plopu-Tal folgen und zum Kontrollpunkt kommen. Bei einer kleinen Pause
spannt Walter die Kette der KTM mal etwas nach, so daß das Hinterrad etwas weiter hinten steht. Das schleifende Geräusch ist jetzt seltener da, aber nicht weg. Egal.
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Unterwegs gibt es dann noch einmal eine dickere Flußdurchfahrt, die Walter dann ein wenig zum Verhängnis wird... Erstmal der Powerslider höchstpersönlich auf KTM, sehr souverän:
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Frank ist nicht minder souverän, das Tempo wie immer schön hoch. ;-)
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Die folgenden Bilder mit Walter und Doro auf der Hauptdarstellerin, meiner Africa Twin sprechen für sich. Zurücklehnen und genießen ist angesagt. ;-)
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Bei dem Anblick oben habe ich zuerst noch gehofft, daß meine schön eingewachsten Stiefel trocken bleiben, aber ich konnte Walter unmöglich mit meinem Schwermetall im Fluß liegen lassen. Also, was
soll’s, in jedem Rumänien-Urlaub werden die Stiefel irgendwann das erste Mal naß, also mußte es jetzt eben hier sein. ;-)
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Hier geht es dann links den Berg rauf nach Raul
Alb, wo wir einige etwas schlammig-rutschige Steigungen überwinden, ehe wir uns oben auf dem Berg mal wieder (ich bin da noch nie richtig angekommen) verfahren, und zwar auf einer der
Lichtungen, wo die vielen aggressiven Hunde sind. Das GPS auf Walters KTM zeigt seit Zloaba nix mehr an und ich fahre Frank hinterher. Nach einem Tausch der Antenne mit dem GPS auf der
Twin stellt sich raus, daß offensichtlich die Antenne von Walters GPS defekt ist. Wir fahren querfeldein und kommen an der altbekannten Stelle an, auf der zwischen den beiden Tälern eine
Menge sehr aggressiver Hunde sind. Wir lassen uns wieder von ihnen ablenken und kommen vom rechten Weg ab, denn der Weg wird zusehendes unbenutzter und endet schließlich an einem
Wäldchen. Wir bedeuten den anderen zu warten und Frank und ich fahren mit den leichten KTMs ein wenig durch den Wald, um mal zu schauen, wo der Weg hinführt. Laut GPS sind wir richtig,
aber der Wald endet in einem steilen Abhang und wir müssen umkehren.
Bevor wir weiterfahren können, meldet Silvio, daß ihm der Sprit ausgegangen sei. Wir demontieren seinen Tank und betanken seine XR600 aus dem Tank der Africa Twin, wo ich mit
einem extra angefertigten Schlauchstück und der tropffreien (naja) Schnellkupplung relativ schnell Sprit abzapfen kann. In wenigen Minuten hat er wieder einige Liter und es kann weitergehen.
Wir müssen leider wieder zurück durch das Gebiet
mit den Hunden und dabei wird Walter, der dummerweise als erster fährt, von den Hunden so verfolgt, daß er und Doro nacheinander jeweils einen Biß abkriegen. Glücklicherweise ist er wegen
der dicken Klamotten nicht so schlimm, aber Doro hat einen blauen Fleck und einen Schrecken abgekriegt. Dabei bleibts aber und wir fahren eine andere Richtung in das Tal hinab, wo wir dann
endlich auf ein Grundstück eines alten Bauern gelangen, der dort mit seinen Hunden und einigen Schafen in ärmlichsten Umständen haust. Wir bekommen etwas Fallobst angeboten, was wir
dankend annehmen, leider haben wir keine Zigaretten zum Tauschen anzubieten.
Etwas weiter unten gelangen wir an den Fluß Raul Alb, den wir an einer geeigneten Stelle dann
überqueren, was wieder einige nette Bilder gibt.
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Mittlerweile ist es schon etwas spät geworden und wir düsen in flotter Fahrt bis zur Hauptstraße weiter. Unterdessen hat es wieder angefangen zu regnen und wir ziehen uns sofern vorhanden die
Regensachen wieder an. Mein 1,- Euro billig-Poncho zerfleddert nach wenigen Kilometern und wir kommen in Sadova Noua an einer Tankstelle an, wo er in einem Abfalleimer landet und wir erstmal
insgesamt vierzig Liter Sprit fassen und uns dann auf den Weg nach Hause machen. Nach weiteren 30km Asphalt sind wir endlich völlig durchfroren zuhause und gehen alle der Reihe nach warm
duschen. Stefane, der Vater von Mia, macht uns noch in einem Zimmer ein schönes Kaminfeuerchen, so daß wir wenigstens grob die Stiefel, Handschuhe und die Klamotten trocknen können. So ganz
nebenbei kommt Doro so auch noch zu einem warmen Schlafzimmer. ;-)
Der Abend vergeht mit einem ausgiebigen Essen, dem üblichen Bilder- und Tracks Kopieren und
Bildergucken auf den Notebooks. Recht spät gehen wir ins Bett, während Silvio noch etwas auf bleibt, um mit Joanna, einer Freundin von Mia zu schäkern, die erst um zwei Uhr nachts das Haus verläßt. ;-)
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