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31.8.2005 Mittwoch, Reparaturtag
Heute wollen wir nach dem wie
immer leckeren Frühstück noch mal versuchen, den Track nachzufahren, den Walter auf seinem Notebook gefunden hat und der am Ufer des Timis von Petrosnita nach Prisian bei Buchin entlangführt, wo wir vor
einigen Tagen am unwegsamen Gelände gescheitert sind. Um dorthin zu gelangen, fahren wir erstmal über den Hügel nach Westen um nach Zlagna zu gelangen. Von dort aus geht’s über die Schotterpiste nach
Caransebes und weiter nach Prisian.
Hier meistern wir die ersten
Wasserdurchfahrten (links ist Frank auf Kurs) und es sieht eigentlich insgesamt recht gut aus, aber auf einmal geht Walters KTM aus.
Wir schauen ein wenig rum und finden nix, irgendwo ist ein
Elektrik-Problem, der Anlasser funktioniert nämlich auch nicht mehr. Er kann sie schließlich noch mal mit dem Kickstarter ankicken und wir fahren zurück, weil da irgendwas nicht zu stimmen scheint und weil auch
das Gelände sehr schwierig ist und die Trackpunkte des GPS-Tracks, den er auf sein GPS geladen hat, zu weit auseinander liegen, so daß man nicht genau weiß, wo man lang fahren muß.
Beim Rausfahren aus dem Gelände stelle ich komische Schleifgeräusche fest. Beim näheren Hinschauen stellt sich raus, daß ALLE meine Bremsbeläge bis auf's blanke Metall runtergeschliffen
sind. Scheiße. Offensichtlich sind die vielen schlammigen Wasserdurchfahrten nicht so besonders gut für Bremsbelaghaltbarkeit. ;-) Am Beginn des Urlaubs hatte ich noch halbe Belagstärke, habe aber zur
Sicherheit Ersatz mitgenommen. Trotzdem hatte ich mit übermäßigem Belagverschleiß nie Probleme und dachte immer, daß das nur bei organischen Belägen vorkommt, aber nicht bei Sintermetallbelägen. Sehr ungewöhnlich.
Wieder in Petrosnita
angekommen, teilen wir uns. Anke und ich sind von den Touren der Vortage ziemlich fertig und wollen nach Hause, außerdem muß ich meine Twin neu belegen. Wir begleiten Walter, während Petra, Frank
und Martin noch weiter nach Ilova, Ilova Top und dann durch den Wald nach Varciorova fahren, von wo aus sie einen Weg nach Zlagna finden, der aber am Schluß eine sehr schlammige Passage hat.
Hier bleibt Petra beim Verlassen
einer langen Schlammsuhle mit den Stiefeln im Schlamm stecken und fällt um. Es scheint eine sehr lustige Fahrt gewesen zu sein, wie man auf den Videos sehen kann und abends können sie vor
Lachen kaum erzählen, was sie erlebt haben. ;-)
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Während Walter am Straßenrand
von der E70 bei Petrosnita seine KTM zerlegt und Anke ihm Gesellschaft leistet, fahre ich ohne Bremsenbenutzung zurück nach Turnu und mache Walters Mercedes-Bus klar, damit wir die KTM damit abholen können.
Der dritte Sitz muß ausgebaut werden und dann holen wir die KTM damit ab.
Unterwegs beschließe ich, mal auf der Africa Twin einen Romvelo Vorderreifen auszuprobieren, denn
ich habe in den Schlammlöchern immer zuwenig Seitenführung, so daß ich nicht ordentlich fahren kann, sondern mich durchfußeln muß. Die Romvelo Reifen sind allerdings nicht straßenzugelassen,
aber spottbillig (25 Euro vorn, 30 Euro hinten) und haben ein sehr grobes Profil, was sie für Schlamm besonders geeignet macht. Leider gibt's sie nur hinten in 18", deswegen kann ich sie nicht auf mein 17"
Hinterrad montieren. Ich baue mein Vorderrad aus und fahre mit Walters Bus nach Zaharias, wo Fane, der heute nicht unterwegs ist, weil die Österreicher eine "Bierpause" machen (einen Tag nur
Saufen) Zeit hat, mir den Reifen auch direkt zu montieren. Sehr angenehm. Natürlich muß ich zwei leckere Freistädter Bier mittrinken und es gibt dazu als Unterlage leckere hausgemachte Grillwürste,
die wie Krakauer schmecken und ziemlich würzig und fettig sind, ideal als Unterlage für die folgenden Taten der Ösis. ;-)
Zurück in Turnu hatte Walter bereits sämtliche Bremsbeläge an meiner Twin gewechselt, sehr komfortabel, ich muß nur das Vorderrad wieder einbauen und meine Twin ist mit frischen
Bremsbelägen und einem bösen Vorderreifen wieder startklar. Mit vereinten Kräften kümmern wir uns um seine KTM, die offensichtlich irgendwo im Elektriksystem einen Kurzschluß hat, den wir nicht
finden. Immer wenn man die Zündung einschaltet, dann fliegt die Hauptsicherung raus. Wir finden eine Menge durchgescheuerter Kabel, die wir ersetzen, aber das Problem verschwindet nicht. Nachviel
rumrätseln, nachmessen, Stecker abziehen und neu nachmessen finden wir raus, daß alles läuft, wenn wir den linken Kombischalter am Lenker vom Elektriksystem trennen. Walter hat dann kein Licht,
keine Hupe und keine Blinker mehr. Wir beschließen, daß das erst mal egal ist, Hauptsache das Mopped läuft wieder. Letztendlich sollte sich das Ganze als Masseschluß irgendwo im Kabel zum
Rücklicht rausstellen, kleine Ursache, große Wirkung.
Mittlerweile ist es vier Uhr geworden und wir waren heute Abend bei Gabi und Michu in Resita verabredet. Michu ist die Freundin unserer Gastgeberin Mia und wir haben uns
mittlerweile privat angefreundet, so daß wir dort eingeladen wurden. Gabi ist seit 10 Jahren mit Michu zusammen und ist von Anfang an bei der Enduromania dabei und neben seiner Tätiglkeit
als Fahrer des Rettungswagens ist er das Mädchen für alles und hilft überall, wo es was zu helfen gibt.
Wir pflanzen uns zu siebt in den Bus und fahren nach Resita, wo es ein hervorragendes Essen gibt und wir gemeinsam mit den Eltern
von Gabi einen wunderschönen Abend verbringen. Sehr angeheitert geht es zu später Stunde wieder zurück, Anke ist nüchtern geblieben und fährt uns die 40km nach Caransebes zurück. Hundemüde fallen wir in die Betten.
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