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9 .9.2005 Freitag, Moppedbergung
Tja, mit Offroad wird das heute wohl nix, denn es muß ja das Mopped von Frank abgeholt werden. Außerdem stecken mir auch zwei Offroad Wochen in den Knochen, also ich merke das mittlerweile dann doch. ;-)
Martin, Walter und Silvio haben allerdings noch nicht den Kanal voll, bei Walter und Silvio sicherlich auch deswegen, weil sie ja einige Tage aus verschiedenen Gründen ausgesetzt hatten. Walter und
Silvio beschließen, eine Asphalt-Tour zum Ölschieferkraftwerk nach Anina zu machen (siehe Bild oben), während Martin sich
für den letzten Tag einer anderen Gruppe als Gast anschließen möchte. Der Rest der Truppe fährt im Scenic von Petra mit ihrem kleinen Anhänger wieder nach Birz, um die KTM von Frank abzuholen.
Es wird ein entspannter Tag, ich verschlafe die Hintour und ruckzuck sind die zwei Stunden Fahrt vorbei. ;-)
Als wir in Birz ankommen schauen wir uns nochmal das Mopped an, was im Schweinestall eines Bauern sicher die Nacht verbracht hat.
Auf dem Bild rechts sieht man
das Lenkerende, woran sich Frank so schwer verletzt hat. Der Acerbis “Handschützer” ist einfach nach außen weggerissen worden und Alu-Stopfen am Lenkerende ist teilweise abgebrochen und die scharfe
Kante hat seinen Ringfinger über die komplette Länge aufgerissen. Grauslich, mit einem normalen Lenker ohne den Handschützer wäre vielleicht nix passiert. Tja, so kann’s gehen.
Wir laden mit vereinten Kräften das Mopped auf den Anhänger,
für so leichte Kisten braucht man keine Rampe. ;-)
Das Festzurren ist mittlerweile Routine...
...und nachdem wir uns artig bei den Bauern für die freundliche Bewachung der KTM über
Nacht bedankt hatten, machen wir uns in’s Auto und auf den Weg zurück nach Brebu. Da Petra keine Lust hat, zu fahren, setze ich mich an’s Steuer.
Es ist wirklich unglaublich, wenn man sieht, wie die Leute in
Rumänien auf den Dörfern leben. Das Foto rechts ist nicht aus einem Freilichtmuseum, sondern das ist vom Hinterhof des Bauern geschossen. Diese Leiterwagen sind heute noch auf dem Land ein
alltägliches Transportmittel. Das ist immer wieder unfaßbar, auch wenn ich dieses Jahr zum achten Mal in Rumänien bin und mich eigentlich an einige Dinge gewöhnt haben sollte...
Ich genieße den Komfort in dem
Renault, ein wirklich tolles Auto, was mit durchdachten Lösungen und angenehmem Handling zu überzeugen weiß.
Immer wieder begegnen uns auf der Landstraße Pferdefuhrwerke, wie hier im Bild links. Wenn die
Zugpferde Fohlen haben, dann laufen die oft ohne jede Leine einfach neben dem Karren her. Die Bindung an die Mutterstute ist die stärkste Leine, die es gibt.
Auf dem Weg zurück passieren wir Anina, wo wir am Bergmanns-Friedhof kurz anhalten und einige Fotos machen. Hier sind bei einem Grubenunglück 200 Kumpels ums Leben gekommen, die Inschrift
auf dem großen Gedenkstein und auf vielen Grabsteinen ist in deutscher Sprache, weil hier viele Österreicher aus der Steiermark gelebt haben, weswegen Anina auch “Steierdorf” heißt.
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Auch wir besuchen auf dem Rückweg das
Ölschieferkraftwerk, was mittlerweile einer italienischen Verwertungsgesellschaft gehört, die das Gelände mit der Industrie-Ruine scharf bewachen läßt.
In Anina halten wir auf einem
Dorfmarkt an und decken uns mit einer Melone, Gurken und Tomaten ein, die wir auf dem Heimweg verspeisen wollen.
Auf der Heimfahrt muß man gelegentlich ein wenig geduldig
sein, z.B. wenn eine Schafherde die Landstraße kreuzt... ;-) Deswegen wird auch immer geraten, in Rumänien nicht schnell zu fahren.
Wir verabreden uns dann mit den Handies in Resita, wo wir in der
Innenstadt in einer kleine Pizzeria einkehren, die Walter an einem Tag, wo er nicht mit uns gefahren war, ausgekundschaftet hat. Wir verspeisen eine leckere Pizza und schauen dabei sehr zur Unbill unserer weiblichen
Teamgefährtinnen den teilweise sehr hübschen rumänischen Frauen hinterher, die vor dem Lokal vorbeispazieren. ;-) Links bin ich mit falscher Mütze und geliehener Brille zu sehen, recht cool, so’n KTM-Look. ;-)
Nachmittags fahren wir dann
nach Brebu zurück, wo wir hinter Valiug die schöne Aussicht auf den Stausee genießen.
Oben treffen Martin wieder, der an diesem letzten Freitag noch mit einem anderen Team
unterwegs war und es sich noch mal so richtig gegeben hat. ;-) Es läuft das übliche Programm vom letzten Abend in Rumänien an, einpacken, Werkzeug zusammensuchen, Moppeds waschen und alles auf den
Anhänger verstauen. Einer von Stephens Arbeitern spritzt für einige Euros unsere Kisten ab (siehe links), damit wir die sauber aufladen können.
Abends ist dann mit etwas Verspätung die Abschlußfeier, da Sergio noch bei der Polizei in Caransebes war, dort hatte es einen Vorfall mit einem anderen Enduromaniac gegeben und nur dank
seiner Verhandlung konnte unser Endurokollege die Wache verlassen. Möglicherweise hätte er dort wochenlang bis zur Verhandlung eingesessen, bis Sergio kam mußte er verschiedenste rumänische
Formulare unterschreiben, die er nicht verstand, alle möglichen Leute haben auf rumänisch auf ihn eingeredet und letztendlich konnte er sich für 220 Euro freikaufen. Eine beklemmende Vorstellung, in
so einer Lage zu sein. Letztendlich war er das sogar unschuldig, wie er nachher erzählte. Naja, da mag man sich so seinen Teil zu denken, was es so mit dem Rechtssystem in dem Land auf sich hat.
Die Abschlußfeier war sehr familiär, da annähernd die Hälfte der Teilnehmer bereits abgereist war. Irgendwie haben wir kein einziges Foto gemacht, wir waren vielleicht schon zu oft dabei. ;-) Wie
immer bekam jedes Team einen Sonderpreis und einen besonderen Namen, es dauerte wie immer sehr lange und wir haben noch lange erzählt und uns das leckere Ursus Bier reingezogen. ;-)
Später fielen wir dann (wie immer eigentlich) müde in die Betten, nicht ohne schon fast alles für die Abreise am nächsten Tag vorbereitet zu haben. |