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7.9.2005 Mittwoch, Donautour 1. Tag
Wir haben von Sergio eine
Übernachtung in der Unterkunft an der Mraconia Bucht reserviert und wollen da heute mal hinfahren. ;-) Bei wieder schönstem Wetter fahren wir los und erreichen schnell über den Schlamm von Bradul Mosului Teregova.
In Teregova halten wir an, um
uns über den weiteren Weg zu beraten. Dabei beobachtet uns eine alte Frau (im Bild links ganz auf der rechten Seite)...
...die wir dabei fotografieren.
Leider stellt Silvio hier fest, daß
seine Gabel an der alten XR600 mehr Öl verliert als ihm lieb ist und er muß die Runde abbrechen. Wir vereinbaren erst noch, daß er mit dem Bus nachkommt an die Donau, aber da ihn nachher auch noch
Verdauungsprobleme quälen, nimmt er auch davon Abstand.
Wir kommen flott über Luncavita (wo wir an der Dorftankstelle die Spritvorräte auffüllen, siehe oben) und Mehadica (wo wir am Kontrollpunkt ein preiswertes Eis erstehen, 6000 Lei für ein
leckeres Schoko-Eis, das sind umgerechnet etwa 17ct). Im Wald von Teregova finden wir ein Schild, welches einen Sprch von Thomas Mann auf rumänisch zeigt, wir wissen leider nicht, was er bedeutet.
Wir rasten ein wenig im Schatten, es ist wieder sehr heiß.
Etwas später wird erneut gerastet
(wir sind wirklich nicht im Renntempo unterwegs). ;-) Man merkt schon, daß uns mittlerweile anderthalb Endurowochen in den Knochen stecken.
Weiter geht es Richtung Süden und wir besuchen das Kloster bei
Putna, wo Bruder Andrej mit sieben Ordensbrüdern das Klostergebäude renoviert und Nebengebäude neu aufbaut und uns nebenbei den Kontrollstempel des Klosters auf das Kontrollformular drückt.
Wir fahren über Asphalt weiter
nach Eftimie Murgu, aber auf dem Weg dahin habe ich den Eindruck, daß die Kiste schon wieder hinten einen Bremsenhänger hat... Mist! Die Bremse ist glühend heiß. Auf einmal entdecken wir, daß der
Bremshebel verbogen ist, und daß das offensichtlich die ganze Zeit die Ursache für die Bremsenhänger war. So’n Käse. Geschätzt ein Satz Bremsbeläge ist dafür draufgegangen, da ich das nicht immer sofort gemerkt habe.
Als wir hinter Eftimie Murgu nach
Süden in das Tal fahren, was zur Bregheda Wiese heraufführt, kommen wir an den alten Wassermühlen vorbei. Sie sind von der Unesco also Denkmal geschützt und sind auch wirklich sehenswert.
Wir folgen dem Forstweg immer
weiter bis zum Ende und gelangen recht einfach auf die Hochebene, wo wir den Kontrollpunkt finden. Wir suchen weiter unten den Einstieg in den Weg nach Ieselnita und finden auch einen Weg, der generell in
die richtige Richtung weist, aber sehr stark anders verläuft als auf der Karte. Der Weg geht immer weiter in's Tal und zwischen den engen Berghängen und unter den Bäumen verlieren wir immer wieder den GPS-Empfang,
kommen aber letztendlich wie gewünscht an der Donau aus.
Wir fahren nach Orsova und
besuchen das Kloster St. Ana, ein Kontrollpunkt im Süden des Enduromania Gebietes, auf einem Hügel an der Donau. Zu Ceaucescu-Zeiten war das Kloster verboten und es gab verschiedene weltliche Nutzer
der Liegenschaften. Nach der Revolution wurde das Kloster wieder seiner kirchlichen Bestimmung übergeben.
Wir werden Zeuge einer seltsamen Zeremonie, bei der eine Klosternonne im Glockenturm des Klostergebäudes mit Holzschlegeln auf einem
Klangbrett einen immer schneller werdenden Rhythmus schlägt. Es klingt sehr fremd für unsere Ohren.
Innen im Kloster finden sich wunderschöne Deckenmalereien, die sehr fein und detailliert sind. Man kann auch den Gebetsraum betreten, was
wir aber wegen unserer dreckigen Klamotten und dem wenig sakralen Outfit dann doch unterlassen. Wir zünden aber im Klostergarten einige Kerzen an und denken dabei jeder an das, was man dann so denkt...
Wir gehen auf den Klosterrundgang und genießen die Aussicht auf die aufgestaute Donau, wo wir gleich am Ufer entlang bis zur größten Staumauer Europas, dem
“Eisernen Tor” fahren werden, da dort nochmals ein Kontrollpunkt an einem Hotel ist.
Walter hilft einer älteren Nonne die Treppe zum Klostergarten herunter, was sie offensichtlich sehr genießt, denn die anderen
Nonnen der Gruppe schauen sich das etwas abseits an und kichern miteinander, eine sehr lustige Szene. ;-)
Nachdem uns die Oberin den Stempel mit einem Wildkräuterzweig aus dem Klostergarten überlassen hat,
fahren wir wieder runter in die Stadt und da passiert es: In einer Rechtskurve ist Frank etwas zu weit links, ein Einheimischer kommt mit seinem alten Dacia auf seiner Fahrspur entgegen und
auch eine schnelle Bremsung kann den Sturz von Frank nicht mehr verhindern. Die KTM schlägt in den Dacia ein, dabei gehen die Frontlampe und einige Kleinteile zu Bruch.
Frank verletzt sich zum Glück nur unwesentlich. Die sich anschließende Diskussion mit
dem Rumänen handelt eigentlich hauptsächlich davon, wieviel der Dacia Fahrer für seinen etwas zerbeulten Kotflügel (vorne links auf dem Bild oben ein wenig schlecht zu sehen, der steht etwas
ab) erhält und nach Drohungen, die Polizei zu holen und einiger Schacherei (von 100 auf 50 auf 70 Euro) ist er hochzufrieden und fährt mit seinem alten Dacia von dannen. Wir richten die KTM ein
wenig und können dann die Fahrt nach diesem Dämpfer fortsetzen.
Das ist unser erster Unfall in Rumänien, wo Einheimische mit beteiligt waren. Ansonsten ist es bisher
immer gut gegangen. Es führt uns vor Augen, daß das Fahren in Rumänien genau wie anderswo natürlich gefährlich ist und daß besonders das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr risikoreich ist, da
unsere rumänischen grobstolligen Romvelo-Geländereifen für Asphaltbedingungen wie z.B. Bremsungen in Schräglage nur sehr schlecht geeignet sind.
Wir besuchen auf Asphalt das eiserne Tor, den großen
Donau-Staudamm, wo wir von einem Grenzsoldaten verscheucht werden, damit wir da keine Fotos machen. es war aber bereits passiert (siehe rechts). ;-) Den Kontrollpunkt holen wir dann etwas weiter unten im
Foyer des Hotel Continental.
Die Donau sieht hier in der
Abenddämmerung aus wie ein riesiger aufgestauter See.
Wir drehen dann um und fahren auf Asphalt wieder zurück an der Uferstraße der Donau entlang und biegen beim überdimensionalen Bildnis des
Königs Dragan in die Mraconia Bucht ein, um dort an der Herberge, die wir vom letzten Jahr noch kennen, zu übernachten.
Das Lokal gehört nicht mehr dem Kapitän Dragan, sondern einem
Ncahfolger, der ein bisschen italienisch spricht (wir aber nicht). ;-)
Wir kommen bei fortgeschrittener Dämmerung an der Unterkunft an und werden schon erwartet. Hier eine Ansicht der Terrasse, die dieses Jahr recht dunkel überdacht ist, so richtig
Sonnenfeeling kommt da nicht mehr auf. Das Foto hier wurde allerdings am nächsten Morgen erst gemacht, aber auch dann war es dunkel, wie man sieht.
Wir genießen trotzdem auf der Terrasse nach einem schlechten Abendessen (dazu auf der
nächsten Seite mehr) den Sonnenuntergang in der Donau-Bucht und fallen irgendwann hundemüde in die Betten. Mir fällt auf, daß das irgendwie immer der letzte Satz des diesjährigen Berichtes ist,
aber so isset halt. ;-)) |