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29.8.2005 Montag, Muntele Mic - Cuntu - Plopu
Morgens genießen wir erstmal das schöne Wetter und das hervorragende Frühstück, das uns von Mias Mutter aufgetischt wird. Landestypisch mit viel frischen Zutaten aus dem Garten ist das Frühstück wie jede
Mahlzeit ein leckerer Genuß und wir sitzen in der Sonne und planen, was wir heute so alles anstellen. ;-). Zuerst müssen allerdings einige kleinere Dinge repariert und geflickt werden.
Beispielsweise muß die Spannungsversorgung von Petras
GPS auf Dauerplus umgestellt werden und verschiedene kleine Reparatürchen an den Kisten sind zu erledigen. Danach beschließen wir, heute zum Muntele Mic rauf zu fahren.
Die Kisten mit den kleineren Tanks müssen erst noch betankt
werden und wir veranstalten im Hof eine ziemliche Sauerei, als wir etwas ungeschickt mit dem Benzin rummatschen, grmbl. Das ist auch nicht so einfach, wenn man das nicht gewohnt ist.
Wir fahren dann irgendwann los und fahren die
Serpentienenstrecke hoch, wo wir wie immer das letzte Stück ziemlich weit oben über den direkten Weg über die ausgefahrenen Weg durch die Hangwiese abkürzen. Letztes Jahr hatte ich an der steilen Stelle
am Schluß etwas Probleme, schaffe sie aber mit einem beherzten Griff am Gas dieses Jahr ohne Schwierigkeiten.
Petra und Anke verweigern allerdings kurz vor
dem Ende und müssen ein wenig mit Hilfestellung weiterfahren, dabei fliegt Anke mit einem kleinen Wheelie und einem Schreckensschrei spektakulär ab, was auch auf Video aufgezeichnet wurde, sehr
zur Erheiterung des Teams am Abend.
Wir kommen bei bedecktem Wetter am neuen Gipfelkreuz vom Muntele Mic an. Inzwischen hat man hier eine Schotterstraße direkt zum Kreuz
gebaut, so daß man problemlos mit dem Auto dort hinfahren kann. Vor dem Kreuz gibt es einen großen Parkplatz mit einer tollen Aussicht (siehe unten). Wir fassen es nicht.
Unten bei den Häusern gibt es ein schickes neues gelbes Haus mit
rotem Dach, offensichtlich scheint das Tourismusgeschäft langsam wieder los zu gehen. Hinten rechts sieht man das verwahhrloste Hochausgebäude des alten Skihotels aus vergangenen Zeiten, es ist
mittlerweile baufällig und sollte nicht mehr betreten werden.
Wir machen einige Fotos, unter anderem dieses hier, was das komplette Team mit Karren zeigt. ;-)
Anschließend fahren wir dann über die Wiese weiter hoch zum
tatsächlichen Gipfel des Berges. Hier haben wir so unsere Schwierigkeiten und in dem Buckelgras legen sich so manche Mitstreiter mal kurz ab. ;-) So schön das Gipfelkreuz auch aussieht, der tatsächliche Gipfel
verwahrlost immer mehr, das Schild ist ohne Stange und liegt irgendwo auf der Wiese rum, man erkennt den Gipfel nur an dem Gipfelstein, der dort in den Boden betoniert ist. Wir machen ein Gruppenfoto und fahren
weiter das kurze Stückchen zur Ruine des alten Securitate Gebäudes. Jedes Jahr stürzt es ein wenig mehr in sich zusammen und ist kaum noch wiederzuerkennen. Es ist so unansehnlich, daß dieses Jahr
doch tatsächlich niemand dort ein Foto gemacht hat. ;-)
Nach einer kurzen Umrundung geht es den Weg wieder zurück zum Abzweig bei Dacias Hütte, deren Reste mittlerweile überhaupt nicht mehr zu sehen sind. Am Abzweig wird
irgendwas gebaut, es stehen Bauwagen, schweres Gerät und verschiedene Betonrohre rum.
Weiter geht's durch den Wald, der weniger schlammig ist, als wir befürchtet hatten und wir erreichen ohne Zwischenfälle Cuntu, wo wir bei der
Wetterstation einen leckeren Mokka trinken.
Wir machen uns nach kurzer Beratschlagung auf den Weg nach Zloaba, wobei wir unterwegs die sich auflösende Tachowelle von Petra entsorgen
müssen, da sie sich sonst in den Vorderrad-Speichen verfangen hätte. ;-)
Wir gelangen zum Abzweig an dem Wald, der dann recht steil runtergeht und haben dort so unsere
Probleme mit heftigen Auswaschungen und einigen Bäumen, die dort quer liegen und uns den Weg versperren. Der Waldboden ist recht rutschig und es würde sicherlich schwierig, hier jemals wieder
hoch zu kommen und ich hoffe inständig, das Petras Ankündigung zutreffend ist, daß der Weg von Zloaba bis nach Plopu problemlos zu fahren sei, seit man dort eine große Forststraße gebaut habe.
Wir gelangen glücklich aus dem Wald auf den schrägen Hang, wo wir immer weiter abwärts fahrend einigen lästigen Schäferhunden ausweichen und dann unten an den Plopu Bach gelangen.
Die Durchfahrt ist ein wenig grobsteinig und bis auf Anke
schaffen wir sie alle mehr oder weniger elegant, ich jedenfalls habe eine Menge Respekt (man könnte auch Schiß sagen) und fußele mich dort sehr langsam durch. Es wird fleißig gefilmt, nur Ankes Bad ist leider nicht
festgehalten worden, sie war eigentlich schon fast durch und legte sich dann doch ab, mitten in das kalte Wasser, was dann nachher doch recht unangenehm kalt war.
Bis nach Zloaba hoch war dann noch eine kleine Steigung an einem abgerutschten Stück
Dreck zu meistern, aber da wir nicht die ersten waren, war das Stückchen schon ein wenig gespurt und wir schafften es alle, dort durchzufahren.
Von Zloaba aus folgen wir dann einfach den Trassen der alten
Forsteisenbahn runter in's Tal, immer am Plopu lang. Dort existiert dieses Jahr tatsächlich eine recht einfach zu befahrende Straße, die parallel zum Fluß und manchmal auch durch den Fluß
hindurch führt, aber wirklich sehr gut befestigt und einfach zu fahren ist.
Irgendwann ist dann jedoch ein Baum über die Straße gestürzt, der nicht so einfach wegzubringen ist, so daß wir nach kurzer Überlegung beschließen, die Moppeds einzeln dort drüber zu
heben.
Es wird fleißig gefilmt und um uns selbst dabei anzuspornen brüllen wir rum "ZUUU-GLEICH" und haben eine Menge Spaß. Auf
dem Foto rechts fährt die Twin gerade über Walters (links im Bild an dem lichten Haupthaar zu erkennen) linken Stiefel, weswegen er nicht wegkommt und er deswegen vor das rollende Mopped fällt. Zum
Glück ist nichts schlimmeres passiert, aber wir haben noch so manchen Lacher beim Betrachten des Videos, was von der Aktion gefilmt wurde. ;-)))
Auf der anderen Seite steht ein rumänischer Baustellen-LKW
samt Bautrupp, der auch nicht durchkommt und die Einheimischen genießen offensichtlich das Schauspiel, daß eine willkommene Abwechslung ist. Offensichtlich wartet man auf irgendein Ereignis, welches die
aktuelle Situation verändert (jemand zersägt den Baum oder räumt ihn weg etc.), aber konkret unternommen wird nix. ;-) Wir unterhalten uns ein wenig soweit es geht und helfen den Rumänen bei allen Fragen, die sie zu
unseren Maschinen haben.
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Wir fahren weiter bis zum
Kontrollpunkt Plopu und nehmen dann rechts den Abzweig den steilen Weg rauf zur Dorca Wiese. Irgendwie hatte ich das alles anders in Erinnerung, aber wir fahren einfach trotzdem dort lang und kommen glücklich oben
an. Wir haben eine tolle Aussicht trotz des bedeckten Wetters und machen einige schöne Fotos, von denen dieses hier im ganzen nächsten Jahr den Desktop von Walter zieren wird. ;-)
Wir besuchen kurz den Kontrollpunkt, da Silvio den
schon mal lange vergeblich gesucht hat. Auf dem Weg zurück fahre ich nur kurz unkonzentriert und lege mich aber trotzdem so dämlich ab, daß ich mit der Twin hangabwärts in einen Dornenbusch umfalle. Zum
Glück geht das ohne Verletzungen ab, ist aber trotzdem sehr dämlich und vor allem unnötig. Drei Mitstreiter müssen mit anpacken, damit wir das Eisenschwein wieder aus der mißlichen Lage befreien können.
Peinlich, peinlich.
Auf der Wiese oben am Grat machen wir noch einige schöne Fotos:
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Was hier aussieht wie die
Anbetung einer Africa Twin, ist in Wahrheit eine kurze Schnell-Untersuchung, ob der Sturz vor einigen Minuten irgendwelche bleibenden Schäden oder Leckagen hinterlassen hat, zumal irgendwelche NEUEN
Klappergeräusche zu hören waren. Ich meine, Klappergeräusche generell bin ich ja gewohnt, aber bei neuen schaue ich dann schonmal nach. ;-)
Wir gelangen über den Weg den Grat entlang nach Submargine Top, der (Stammleser wissen das
;-)) mein absoluter Lieblings-Kontrollpunkt ist, die drei windzerzausten Bäume sehen immer wieder Klasse aus und wir genießen wie immer die herrliche Aussicht, wobei es ein wenig anfängt zu tröpfeln, aber es ist
nicht schlimm. Ich mache einige Fotos und rufe meine Freundin an, da lustigerweise volle Kanne Handyempfang ist.
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Das geröllige Stück abwärts, wo
wir letztes Jahr wieder mal einige Probleme beim Aufstieg hatten, ist dieses Jahr völlig harmlos und abwärts leicht zu bewältigen. Nur im unteren Teil ist eine Passage etwas sehr schlammig und Petra
fällt dort um, was sie aber mit Humor nimmt und flott geht's weiter in's Tal. Bei Submargine ist vom Invaliden nix zu sehen und wir fahren weiter nach Armenis, um dort kurz am Souvenirshop beim Kloster an
der E70 anzuhalten, aber da niemand was kaufen will, fahren wir direkt weiter auf die E70 und ab nach Caransebes.
Endlich können wir die schon länger geplanten Geschäfte erledigen, wir tauschen Geld, kaufen uns Connex SIM-Karten (kosten 18 Lei, das sind 5,24 Euro inkl. 5 US-$ Gesprächsguthaben, SMS
nach Deutschland kosten 15 US-ct) und ich gehe in ein Internet Café (1,2 Lei pro Stunde, das entspricht bei einem Kurs von 3,44 Lei pro Euro etwa 35 Euro-ct) und schaue mal nach meinen
privaten Emails. Mit den Connex Karten gibt es eine Merkwürdigkeit, denn wir kaufen die Karten erst in dem Shop, wo wir die letztes Jahr auch gekauft haben und erhalten die Auskunft, daß die
Karten nur mit einem zusätzlichen Guthaben verkauft werden und dann aber 16 Monate Gültigkeit haben. Leider hat der Mensch im Laden aber nicht mehr genug Karten für uns alle und ich muß dann
noch zu einem anderen Connex Shop um die letzte Karte zu kaufen, wo man mir dann erzählt, daß man die Karte auch ohne zusätzliches Guthaben kaufen kann und daß sie nur 10 Monate haltbar ist,
also im nächsten Jahr nicht mehr verwendet werden kann. Das war auch mein Informationsstand vom letzten Jahr.
Mit der Rovinieta hatten wir ja auch schon die Erfahrung gemacht, daß es passieren kann, daß man höchst verschiedene und nicht zutreffende
Informationen erhalten kann, wenn man sich bei Rumänen nach irgendwas erkundigt. Die Moral von der Geschichte ist eigentlich, daß man sich bei wichtigen Dingen kurzerhand mehrfach erkundigen
muß und sich dann ein eigenes Bild machen kann. Ziemlich dämlich eigentlich, daß man dann offensichtlich belogen wird, aber was soll's.
Abends sitzen wir dann in trauter Runde
zusammen und bauen ein kleines Netzwerk mit einem mitgebrachten Switch auf, wo wir dann mal alle Filme und Fotos zusammenkopieren und uns gemeinsam mit unseren Gastgebern anschauen und uns dabei köstlich amüsieren.
Der Abend vergeht mit dem einen oder anderen Bier und viel dummem Geschwätz und so nach und nach verziehen sich die Team-Mitglieder in die Betten und bei lautem Grillengezirpe und unter
dem Angriff vieler Mücken geben wir dann gegen Mitternacht auch auf und gehen zufrieden und hundemüde in die Betten.
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