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Am nächsten Morgen, wir schreiben den Donnerstag, den
12.8., frühstücken wir ausgiebig. Die beiden sympathischen Norweger (mit schweren Honda Enduros, einer mit einer Rallye Forte von African Queens und der andere mit einer anderen großen alten Einzylinder Honda)
futtern mit uns und der eine erzählt uns, daß Nutella auch mit Käse schmeckt und demonstriert uns das auch gleich.. Also ich weiß nicht... ;-)
Anschließend geht es wieder los, heute wollen wir nach Lindenfeld, aber über die Route von Osten, also über Petrosnita, Dealul Parului und dann den GPS-Punkt, der da im Wald ist (GPS4 glaub' ich).
Ich erinnere mich noch an die beiden schwierigen Steigungen, die da im Wald auf uns warten würden und bespreche diese vorher mit dem Team und daß sie halt richtig knackig sein werden und wir da nur
im Team durchkommen. Nach kurzer Überlegung stimmen alle zu, daß wir das machen wollen und wir fahren los. Hätte ich gewußt, worau f wir uns da einlassen, ich hätte es nicht so geplant. Aber letztendlich war es eine tolle Team-Erfahrung und wir haben es geschafft. Immerhin.
Das Drama beginnt, als wir in Petrosnita den richtigen Weg in die Berge nicht finden. Wir landen nach einem Fehlversuch, der viel zu weit nördlich endet, auf einem Berg, der genau ein Tal
zu weit südlich ist. Wir haben auf einigen Aussichtspunkten eine gute Sicht auf den Grat, wo ich eigentlich hin wollte, aber wir kommen nicht hin, das Tal ist tief und es gibt keine Abfahrten.
Auf dem Weg in die vermutlich richtige Richtung gelangen wir
an eine Passage, die teilweise etwas schlammig ist, wenn man eine ungeschickte Wegführung wählt. Alle fahren dran vorbei, nur Bernd nicht. ;-) Er versenkt seine KTM nach allen Regeln der Kunst in einer schleimigen,
klebrigen Mocke, daß es eine wahre Pracht ist.
Mit Hilfe gelingt das Rausziehen
und unter viel Gelächter bergen wir die völlig verklebte KTM aus dem Viehdreck. Mann, wie eklig! ;-)
So sieht das Mopped nach der Aktion aus. Leider haben wir keine Putzläppchen dabei,
deswegen fahren wir erstmal so weiter. Wenn ich mir vorstelle, daß zuhause bei den Reifendiensten die Räder nach der Montage immer schön gewuchtet werden, da kann man bei diesem Anblick eigentlich nur lachen. ;-)
Immerhin sind die Strecken sehr
schön und wir beschließen, entweder doch noch einen Weg durch das Tal zu finden oder weiterzufahren. Immer wieder versuchen wir, einen Weg in das Tal hinab zu finden, aber das ist sehr steil und es gibt keine Wege,
man müßte einfach durch den Wald fahren. Nein, wir wollen keine neuen Abenteuer. ;-) Auf dem Grat entlang geht es auch immer weiter, bis nachher eine nette Steigung im Wald auftaucht, die wir alle meistern, weil es
trockener, griffiger Waldboden ist, eine echte Gaudi.
Wir kommen an eine Gabelung und vermuten, daß es nach links herunter gehen müßte. Walter und ich
fahren mal nachschauen, während die anderen warten. Über Funk erfahre ich von Anke, daß Rainer ein wenig rumgescoutet hat und verkündet hat, daß es rechts rum weitergeht. OK, ich muß nur noch
Walter Bescheid sagen und dann zurückkommen. Walter war vorgefahren und ich folge seinen Spuren einen steilen und immer steiler werdenden Forstweg runter und mich beschleicht der Gedanke, daß ich
da nie wieder hochkommen werde. ;-) Dumm ist, daß die anderen ja jetzt schon rechtsrum unterwegs sind und wir deswegen eigentlich nicht auf Hilfe rechnen können. Eine blöde Situation. Immerhin
waren wir zu zweit. Naja.
Unten kommt der Weg auf eine
breite Querstraße aus, die vermutlich nach Zagoru geht, aber das ist jetzt unwichtig, wir müssen wieder hoch zu den anderen. Ich stelle die Twin im richtigen Winkel so weit es eben geht nach hinten in den Bach,
hyperventiliere noch mal einige Male kräftig und gebe ordentlich Gas, um in dem kurzen Stück unten genügen Schwung für die steile, sandige und rutschige Auffahrt aufzunehmen, aber ich
scheitere, zum Glück ohne Sturz. Ich kann mich irgendwie wieder runterlavieren und bastele mich zum zweiten Versuch hin. Nun komme ich besser hoch, ich weiß nicht
mehr genau, wie, aber mit viel Gas schaffe ich das irgendwie, der Boden war zum Glück schöner griffiger trockener Waldboden mit ein wenig Sand dazwischen, aber es war schon verdammt steil,
mannomann. Leider gibt's keine Fotos von der Aktion, da wir echt mit Überleben beschäftigt waren, deswegen hier andere schöne Bilder von der Fahrt über den Grat oben, ca. 20 Minuten vor der beschriebenen Aktion.
Oben stoßen wir zu den anderen, die derweil gemütlich gerastet haben und finden dann auf die Hochebene, wo sich die beiden Bergzüge vereinen und wir ganz locker die drei Kilometer bis zum
Kontrollpunkt Dealul Parului zurückfahren, um dort lecker Pflaumen zu klauen. ;-)
Nach einer kurzen Pause (wir haben den halben Tag gebraucht, um einen völlig einfachen Punkt zu finden, unglaublich) geht es auf dem Grat in Richtung GPS4, den
wir schnell und einfach finden. Doch danach beginnen die Probleme. Die beiden Steigungen nach dem GPS4 auf die Anhöhe Richtung Lindenfeld sind eigentlich dafür bekannt, daß man sie nur andersrum befahren kann.
Wir kommen an die erste und Walter, der als Scout vorgefahren ist, empfiehlt uns, umzudrehen. Nix da, wir sind so weit gefahren, jetzt fahren wir den Rest auch noch. Naja, wenigstens kann man sich beim Ausruhen
darüber amüsieren, wie die anderen steckenbleiben (siehe Foto oben, he he). ;-)
Einzeln gehen wir die schwierige Passage an, in der große dicke Wackersteine in einer steilen Auffahrt den Boden pflastern und die Reifen
einfach keinen Grip finden. Einzeln schleifen wir die Karren durch und ich stelle mich besonders blöde an, so daß man mich echt mit einem Seil aus einer tiefen Spurrinne in der Mitte rausziehen muß.
Peinlich, peinlich. Hauptsache, es gibt geile Bilder.
;-) Rainer versucht einen Alternativweg quer durch den steilen Wald seitlich des Wegs und
scheitert auf dem letzten Meter an einigen blöden querliegenden Ästen und flucht ein bisschen. ;-)
Irgendwie war ich in diese monstertiefe Rille reingeraten, da kam ich überhaupt nicht mehr raus. Hier ging es nur mit einem Seil weiter. Mit vereinten
Kräften wird dann auch diese Hürde gemeistert.
Erstaunlich, was alles geht, wenn man es nur probiert und wenn das Team dann zusammensteht. Da kann ich mich ja mal an dieser Stelle bedanken, da waren doch
dieses Jahr einige Stellen, die ich ohne das Team nicht geschafft hätte. Vielen Dank, Mädels und Jungs, ihr wart Spitze! ;-)
Als wir alle durch sind, fahren wir erleichtert weiter und ich denke, da war doch noch eine
andere Steigung? Klar, nach wenigen Minuten kam sie auch. "Unmöglich, da hochzukommen" schießt mir spontan durch den Kopf. Komischerweise war Olaf, der als erster fuhr, fast
das halbe Stück raufgefahren. Hat der eine Zahnradbahn? ;-) Ich fasse es nicht. Die XT steht mitten in einem steilen Weg am Hang in einer ca. 1m tiefen Spurrille und muß mit allen zur
Verfügung stehenden Team-Mitgliedern aus der Wand geborgen werden. Nun überlegen wir, wie es weitergehen soll. In der Mitte ist eine teilweise einen Meter tiefe Spur ausgewaschen, der Weg ist
sehr steil und natürlich nicht so super griffig. Für die obere Hälfte des Wegs gibt es eine Umfahrung nach rechts, die andere Teams bereits geschaffen haben. Wir müssen es also nur bis zur Hälfte
schaffen. Aber auf der rechten Seite, wenn man links hoch fährt (wie Olaf), dann muß man diese blöde Spurrille kreuzen. Wir schleifen Olafs Karre mit allen Helfern da rüber und er schafft es bis nach oben.
Ich habe die Idee, eine zweite Umfahrung für die untere Hälfte
der Steigung auf der linken Seite durch den Wald zu bauen, dann könnte man mit etwas Schwung die Spurrille einfach überspringen. Ist zwar ziemlich schräg, der Hang da an der Stelle aber es sieht so aus, als
könnte es gehen. Die Jungs sind einverstanden und wir beginnen, Zweige und Äste auf dem Boden wegzuräumen.
Armin fährt als erster und kommt auch glücklich bis zu der Spalte, aber da verläßt ihn der Mut und nach kurzer Diskussion tragen wir nach
Olafs XT auch die Transalp über die Spalte. Rainer fährt als nächster und er meistert das Stück recht locker, wir sind beeindruckt. Das sieht hier alles viel flacher aus, als es in Wirklichkeit war, etwas
enttäuschend, finde ich.
Walter und Anke vertrauen
meiner Umfahrung und der Querung der Rille nicht und quälen sich die rechte Seite der steilen Strecke hoch, was auch nach verschiedenen Anläufen recht gut geht, während Peter mit der Twin dort scheitert und
sich ein wenig das Knie verletzt, als er drauffällt. Wir machen uns Sorgen, ob er verletzt ist und ob er weiterfahren kann, aber er schafft es, trotz der Schmerzen weiterzufahren, allerdings kann
er den Rest des Tages nicht mehr richtig das Knie belasten, aber Mopped fahren geht. Hauptsache. ;-)
Hier ist Anke kurz vor dem Ende der Steigung oben angekommen, rechts geht eine Umfahrung der Stelle durch den Wald, die relativ einfach zu fahren war.
Ich beschließe, die Umfahrung
unten zu nehmen und komme erstmal bis zur Hälfte, wo es etwas dunkel ist, im Wald, deswegen sieht das hier so düster aus.
Mit etwas Anlauf gelingt mir die Querung zwar nicht elegant (links auf dem Bild habe ich
ungefähr Puls 150 und Muffen ohne Ende, denn rechts ging’s richtig abwärts), aber immerhin ohne Hilfestellung über die Spalte und schließlich haben wir es alle irgendwann bis oben geschafft.
Peter hält sich tapfer und kann weiterfahren, zum Glück.
Ich hoffe insgeheim, daß uns weitere Prüfungen dieser Art erspart bleiben, die Kräfte der Leute sind
mittlerweile teilweise am Ende. Wir folgen dem Weg weiter Richtung Lindenfeld, wo er dann immer felsiger wird und irgendwann in ein steiles Abwärtstück mündet, das dann auf der uns gut bekannten
Straße nach Lindenfeld landet.
Einige Team-Mitglieder haben
mit Abwärts-Passagen eine Kopf-Blockade und so fahren wir langsam und vorsichtig herunter bis auf die Straße, wo wir uns versammeln und kurz besprechen, ob wir abbrechen oder weitermachen. Die
Aussicht auf Eis am Trei Ape Stausee bei Brebu verleiht ungeahnte Kräfte und wir beschließen, alle zusammen weiter zu fahren nach Lindenfeld, wo wir ohne Probleme ankommen.
Wir waren ja schonmal hier letzte Woche, aber die Kirche ist ein liebenswertes Relikt aus alten
Tagen und immer wieder ein Foto wert. Was wurden da schon für Geschichten gebeichtet, was haben Menschen wohl dort drin schon für verschiedene Gedanken gehabt?.
Wir läuten auch mal die kleine Kirchenglocke, was auch funktioniert. ;-)
Wir machen noch einige Fotos im Ort und fahren dann meine Lieblings-Strecke bei der Enduromania
durch den Wald Richtung Garana, wo es dann nachher an der Gabelung links abgeht nach Brebu. Die Waldpassage ist ca. 6 km lang und es ist ein herrliches Surfen durch schönen griffigen Waldboden, mit
sanften, teilweise etwas steileren Steigungen und Gefällen, einige Wurzeln dazwischen, aber einfach wunderschön zu fahren und echtes Genuß-Enduro, Ich freue mich schon jedes Jahr wieder auf die Passage.
Unterwegs kommen wir auf einen Holzplatz, wo Waldarbeiter Baumstämme auf einen
Lastwagen aufladen. Das Verfahren ist abenteuerlich, mit zwei Stahlseilen, die um die Baumstämme zieht der LKW die Baumstämme
Bei Brebu angekommen fahren wir vorsichtig durch das Dorf, es gibt immer wieder Beschwerden
wegen zu schnellem Fahrens und wir wollen es uns mit den Einwohnern nicht verscherzen. Unten am See rasten wir ausgiebig und gönnen uns an einer kleinen Bude ein Eis und ein kühles Getränk, während eine
unentwegte Truppe mit mir mal eben zum Dreikreuzberg hochfährt, um den Kontrollpunkt zu machen und die wunderschöne Aussicht über den Trei Ape Stausee zu genießen, die in der Abenddämmerung immer
phantastisch aussieht.
Anschließend entspannt sich
eine kurze Diskussion über den weiteren Verlauf des Tages. Einige Team-Mitglieder sind etwas erschöpft. Man kann entweder unten über die Schotterstraße nach Slatina Timis gelangen oder alternativ
oben über den Kamm die drei Kontrollpunkte Rinderhöhe, Matzau und Poiana fahren, was wunderschön und einfach, aber halt Offroad ist.
Die Mehrheit entscheidet sicht für den Weg über die drei Kontrollpunkte, wobei wir
versprechen, es nicht zu hart werden zu lassen. Die kurze Strecke zur Rinderhöhe fahren wir mit einem kleinen Team, die anderen warten unten. Die restlichen Punkte fahren wir gemeinsam an, wobei wir mit
den Schäferhunden bei Matzau noch mal etwas geprüft werden.
Die Sonne geht langsam unter und wir wollen uns beeilen, damit wir nicht im Dunklen ankommen. Abfahrt von Poiana nach Slatina Timis ist doch länger ist, als ich
das in Erinnerung hatte.
Als ich mit Walter ein kleines Rennen fahre, merke ich, daß meine Kondition nachläßt und nach einem
etwas dummen Fahrfehler (der mich mit dem Vorderrad in einer Wand am Wegesrand stehen läßt, so blöd, daß Walter sich erstmal köstlich amüsiert) lasse ich Walter ziehen und setze die Priorität doch
eher auf heil ankommen. Er ist mir auf der KTM einfach überlegen, das muß ich dann mal so neidlos anerkennen. ;-)
Unten rasten wir noch kurz bei der hereinbrechenden Dämmerung und fragen eben rund im Team, wer noch tanken muß bis nach Hause, "wir doch
nicht" lautet der Tenor und wir brummen los auf die E70. Nach wenigen Kilometern wird es hinten auf einmal langsamer und eine größere Gruppe bleibt stehen. "Mist, ein Defekt" denke
ich und drehe um und was sehe ich? Walter hat eine Spritpanne. ;-) Der Klassiker: Vergessen, den Benzinhahn beim Tanken wieder zurückzustellen. Wir
amüsieren uns köstlich auf seine Kosten und regeln die Getränkefrage, während das Team Ruck Zuck bei irgendeinem Mopped etwas Sprit abzapft. Im Scheinwerfer einiger umstehender Maschinen wird
die KTM etwas betankt, das Ganze in unmittelbarer Nähe der LKWs, die im Dunkeln die E70 mit Fullspeed entlang ballern. Völlig irre. Wir versuchen, die Situation möglichst kurz zu halten und sind in
wenigen Minuten wieder unterwegs Richtung Caransebes, wo die Tankstellen schon auf uns warten. Abends das übliche: Zuika, futtern, heia. ;-)
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