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Am nächsten Morgen (Montag, 2.8.) frühstücken wir so gegen
halb neun, beschließen dann uns fertig zu machen und nach Caransebes zu fahren, um Geld zu tauschen und zu tanken. Über Zlagna fahren wir über Land nach Caransebes, dann über die E70 nach Buchin und von da aus nach
Westen abgebogen nach Poiana.
Nach einem kurzen Stopp geht
es weiter zum Abzweig, der nach links Richtung Lindenfeld abgeht. Die Straße dorthin ist mittlerweile größtenteils betoniert und wir vermissen die langgezogenen Schotterwellen der früheren
Jahre. An dem Abzweig halten wir an und formieren uns zum Gruppenfoto des Teams der ersten Woche, die Stelle hat ja Tradition. ;-) von links nach rechts seht ihr Rainer, Walter Petra, meine Wenigkeit und
Anke. Ein perfektes Team. ;-)
Von dort aus suchen wir noch mal intensiv den
Hohlweg, der nach Lindenfeld führen soll und den ich noch nie gefunden habe. Auf der Suche finden wir einige Abzweige nach rechts hoch, aber das sieht so unwegsam und schwierig aus,
daß wir es teilweise zu Fuß nicht schaffen, da hochzukraxeln. Den langen Bachlauf in der einen Linkskehre habe ich mir diesmal einige hundert Meter lang zu Fuß angeschaut, aber ich weiß,
daß ich hier GANZ SICHER nicht mit der Africa Twin hochkomme, nur mit einem schweren Bergepanzer mit Winde voraus. ;-) Tja, wieder mal schaffen wir es also nicht, den Weg, von
dem Sergio immer erzählt, zu finden und fahren einfach bis zum Ende der Strecke und dann rechts hoch durch den Wald nach Lindenfeld, die Strecke, die wir auch in den vergangenen Jahren
immer genommen haben. Rechts bin ich gerade konzentriert an dem Steilaufstieg dran. Wenn man hier nicht aufpaßt, dann passiert sowas wie in dem Bild unten. ;-)
Hier gibt es so dämliche Spurrillen, die da irgendwie doof im Weg rumliegen (Petra guckt
auch schon ganz traurig, wie man sieht), die aber mit vereinten Kräften im Team schnell überwunden werden. ;-) Rechts ist die Spur zu sehen, die Rainer gezogen hatte, als er uns demonstrierte, wie man das
richtig macht. ;-)
In Lindenfeld treffen wir Helmut
Kierer, der die alte Kirche als Hobbyprojekt restauriert. Wir plaudern ein wenig und freuen uns, daß wir uns endlich mal persönlich kennenlernen. Während wir rasten, klingelt auf einmal mein Handy. Jemand, für
den ich eine Website gemacht habe, hat ein Problem und ich muß dringend auf dem Server was manipulieren. Tja, ist gerad’ ein wenig schlecht, kein Internet in Lindenfeld. ;-) Ich verspreche ihm, das Problem
am Abend im Internet-Cafe von Caransebes zu regeln.
Interessant fand ich an der
Geschichte aber den Aspekt, daß es in Lindenfeld Handy-Empfang gibt. Wer telefoniert hier eigentlich noch außer uns? Ich bin ein wenig nachdenklich, denn es gibt schon Gerüchte über Immobilienspekulanten in
Lindenfeld, angeblich gibt es Leute, die dort Grundstücke auf Vorrat kaufen. Unglaublich. In Lindenfeld. Naja. Wir rasten ein wenig und genießen die Ruhe und die Tatsache, daß wir es ja
eigentlich nicht eilig haben, wir sind nur zum Spaß unterwegs, ohne Punktejagd. ;-)
Danach fahren dann weiter nach Brebu Nou. Hier gönnen wir uns ein Eis am seenahen Kiosk. Über die Schotterstraße geht es weiter wieder Richtung Borlova. Ein
Stück über die E70 dann rechts ab nach Petrosnita. Über schöne Wege fahren wir an der neuen GSM Antenne von Zaharias vorbei durch ein wenig schlammige Wege in unsere Unterkunft. Die Wege sollten wir
in der kommenden Woche noch ganz anders (viel schlammiger) kennenlernen. ;-)
Hier sieht man den Blick von dem Hügelchen vor der Antenne auf das Dorf Borlova, wo wir unser Basislager aufgeschlagen hatten. Aus dieser Perspektive hatten wir das noch nicht
gesehen. Ich finde es immer wieder interessant, da fährt man sieben Jahre in die Gegend und es wird nie langweilig. ;-)
Mit Walter fahre ich dann noch mal nach Caransebes, um eine GSM Mobil Karte von Connex
zu kaufen, damit nicht alle Handy-Telefonate und SMSen über die teuren deutschen SIM-Karten abgerechnet werden. Die rumänische CONNEX-SIM-Karte kostet 200.000 Lei, das sind ca. 5 Euro. Enthalten sind allerdings
schon 5 US-$ Gesprächsguthaben. Cool. Eine SMS kostet 15 Dollar-cent, egal wohin, angerufen werden kann man kostenlos, egal woher.
Vor allem können wir uns untereinander recht kostengünstig anrufen. Das sollte sich später im Gelände noch einige Male bewähren. ;-) Nachher
verschwinde ich dann noch ein Internetcafé, um Emails zu lesen. Eine Stunde Internet mit Modemgeschwindigkeit kostet umgerechnet 25 ct und funktioniert sogar recht ordentlich. Der Mitarbeiter des
Ladens ist recht freundlich und spricht englisch, ein junger Bursche, der sich mit der Arbeit im Internet-Cafe das Geld für ein
Studium verdient. Sein größter Traum ist ein Laptop und ich gebe ihm ein ordentliches Trinkgeld, weil er mir sehr sympathisch war und weil er mir sehr kompetent geholfen hat, einige Dinge per FTP auf
meinen Websites zu regeln, denn da gab es ein Problem, was sehr dringend geregelt werden mußte. Ich habe heute noch einen freundlichen und regelmäßigen Email Kontakt mit ihm.
Währenddessen rauscht ein kurzer, aber heftiger Regenguß herunter, der innen im
Internet-Café durch die Zimmerdecke pladdert, obwohl es im Parterre ist und darüber noch zwei Etagen sind. Gleichmütig wird einfach ein Eimer druntergestellt, für die Einheimischen offensichtlich ein
normaler Vorgang. Einige Mädchen sind zum chatten in's Cafe gekommen und kichern immer zu uns rüber. Die Straße draußen verwandelt sich indessen in wenigen Minuten in einen
strömenden Fluß mit ca. 30cm Tiefe und wir erleben es jetzt mal selbst, warum die Straßen manchmal in so schlechtem Zustand sind. Nach einer halben Stunde sind alle Emails gelesen, alle Webseiten
korrigiert, der Regen hat aufgehört und Walter und ich machen uns auf den Heimweg und kommen vollkommen trocken in Borlova an. Hier schwätzen wir noch ein wenig mit den anderen und
vergnügen uns mit viel Ursus, dem leckeren einheimischen Bier, bevor wir dann irgendwann in's Bett fallen.
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