|
Am nächsten Morgen ist es schon Freitag, 6.8. und nach einem landesübliches Frühstück geht es mit frisch aufgefüllten Camelbaks wieder los. Für umgerechnet 50 Euro hatten wir zu viert ein hervorragendes Abendessen,
saubere Zimmer und Betten und ein gutes Frühstück genossen.
Wir versuchen, durch den Wald
nördlich der Bucht direkt nach Eftimie Murgu zu gelangen. Der Weg ist auf den Karten nicht besonders markiert und so versuchen wir es auf gut Glück. Nach einem geplanten Abzweig ist der Weg sehr zugewuchert
und in den Pflanzen finden wir dann den Grund, warum: Durch mehrere Steinabbrüche war der Weg für vierrädrige Kraftfahrzeuge unpassierbar geworden und einfach nicht mehr befahren.
Wir passieren einige schwierige Stellen und irgendwann warte ich auf die nachfolgenden Fahrer, aber außer Rainer kommt niemand. Da es doch recht schwierig zu fahren und zu wenden ist, dreht er um,
um mal nachzuschauen, während ich weiter wartete. Als nach einiger Zeit immer noch niemand kommt, drehe ich nun doch um und stürzte fast, als ich im meterhohen Farn einen dicken Stein
übersehe, der mich abrupt stoppt. Zum Glück war ich langsam genug, so daß ich nicht den Abhang herunter falle.
Nach einer weiteren Kurve erkenne ich das Malheur: Petra war unglücklich gefahren und mit ihrer DR350 einen zehn Meter tiefen steilen Abhang herunter in
einen Bach gefallen! Dabei war das Motorrad auf einem Felsen liegengeblieben, während sie selbst in ein ca. 2m tiefes Bassin
gefallen war, welches ihren Aufprall dämpfte. Auf dem Foto rechts sieht man unten im Bach das Bassin, und etwas rechts davon liegt die Suzuki auf einem Felsen, der das Bassin aufstaut.
Petra mußte einige Züge schwimmen, um rauszukommen und hatte sich zum Glück nur einige Prellungen zugezogen. Das Motorrad hatte außer einigen kleineren Blessuren nichts abbekommen und
sprang dann etwas später unten im Bach sofort wieder an. UNGLAUBLICH, was wir für ein Glück gehabt haben!
Mit einem Seil wird sie aus der Schlucht gezogen und bekommt erst mal trockene Sachen zum Anziehen, die wir für die Übernachtung mitgenommen hatten. Außer einigen
Schürfwunden und einem etwas schmerzenden Handgelenk scheint sie nichts abbekommen zu haben. Zähes Mädchen, das muß man ihr lassen. Das ging schon ganz schön ab da den Bach runter. Links sieht man ein wenig
die Steigung, ohne Seil ist da nix mit raufklettern.
Dann geht es an die Bergung des
Motorrades. Nach verschiedenen Ideen beschließen wir, zu dritt herunterzugehen und sie ein wenig den Bach flußabwärts zu bugsieren, weil dort die Schlucht dann nach einigen hundert Metern nur noch drei Meter hoch
ist, so daß es nicht so viel Arbeit bedeutet, das Mopped auf die Straße zu zerren. Rainer fährt das Mopped, weil er der erfahrenste Endurofahrer von uns ist.
Wir bereiten ihm den Weg und leisteten Hilfestellung mit dem Seil oder einfach durch
Drücken, Schieben und Ziehen. Die DR springt sofort wieder an, unglaublich, nach einem Sturz in so ein felsige Schlucht. Eine schwierige Stelle wird überwunden, indem wir das Motorrad mit dem Seil an
einem Baum befestigen und es dann über einen Wasserfall mit anschließendem tiefen Becken hinweig entlang seilen (siehe Foto oben). Enduro-Survival pur.
Etwas weiter unten finden wir dann eine etwas flachere Stelle und können die Suzuki dann aus
der Schlucht bergen (Foto oben). Mittlerweile ist mehr als eine Stunde vergangen und wir sind völlig fertig. Petra hatte währenddessen Fotos gemacht und uns aufgemuntert. ;-) Anschließend holen wir erstmal
die anderen Motorräder und fangen mit den erforderlichen Reparaturen an.
Das linke Motorgehäuse hatte ein Loch abbgekommen und muß abgedichtet werden. Mit Dirko, einem Stein als Abdeckung und einer Mullverbandsrolle zum Kräfteverteilen wird das Loch
gedichtet und die ganze Geschichte mit einem Zurr-Riemen gesichert, der um den kompletten Motor geschlungen wird. Mit der Lösung (siehe Bild unten) ist Petra dann noch den Rest der Enduromania ohne Probleme
zuende gefahren. ;-)
Der Kupplungshebel ist
abgebrochen und die Ersatzhebel waren entweder auch kaputt oder passen nicht :-( Egal, die Heimreise kann auch mit dem abgebrochenen Exemplar angetreten werden.
Da Petra sich nicht so wohl fühlt,
fahren wir über Asphalt nach Hause.
An der Donau werden wir dann
noch von einer Grenzpolizei-Patrouille kontrolliert. Die Beamten sind aber sehr freundlich und schauen nur kurz in die Pässe. Reine Formsache. Es ist auch kein Problem, daß wir teilweise nur Kopien dabei haben. ;-)
Der weitere Nachhauseweg verläuft ohne besondere Vorkommnisse.
Thomas war mit seinem Sprinter über den Tag irgendwann aus Deutschland eingetroffen und Abends kommen dann noch Bernd, Armin, Olaf und Peter in Borlova an und somit ist das
Team komplett. Sie hatten sich noch verfahren und waren in Caransebes fehlgeleitet worden und schon Richtung Slatina Timis unterwegs, als es einem von Ihnen dann doch irgendwann spanisch vorkommt und sie mal
anrufen. Ich lotse per Handy zu einer Tankstelle und sammele sie dort mit dem Motorrad ein. Abends gibt es dann das übliche große Hallo und gemeinsam speisen wir dann bei Zaharie in Borlova.
|