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Montag 4.8.
Heute wollen wir Geld holen und danach
Zaharia besuchen und dann mal schauen, was der Tag so bringt. Zuerst mußte allerdings erst mal geschraubt werden, Bernd baut seinen Kupplungsdeckel ab und findet an der durch
ihn selbst frisch montierten Dichtung eine undichte Stelle. Sie wird mit professionellen Mitteln geflickt und dann wieder zusammengeschraubt, eine kurze Probefahrt verläuft erfolgreich, Nach dem Frühstück
rödeln wir dann alles auf und kommen weg. In Caransebes holen wir erstmal Geld, der Kurs ist 37.000 Lei zu einem Euro. Die maximale
Summe, die man abheben kann, sind 3 Mio Lei, das entspricht also ca. 81 Euro. ;-) Das Abheben klappt mit einer EC-Karte und PIN völlig reibungslos. Da die Bank aber kein Bargeld zum Wechseln
hat, fahren wir um die Ecke zu einer anderen Wechselstube. Hier ist eine nette Modeboutique neben dem Wechselladen mit noch viel netteren rumänischen Mädchen, die hier arbeiten. Während Gerrit
und ich auf die Moppeds aufpassen und Walter und Bernd Geld wechseln sind, unterhalten uns mit den Mädels. Eine behauptet, sie hat einen Freund, der in München lebt und sie demnächst besuchen
kommen will. Hoffen wir für sie, daß sie recht behält. ;-)
Danach geht's weiter Richtung Zaharia, vorher
aber noch am Turnu Rueni vorbei, Bernd legt sich einige Male ab und hat danach erhebliche Schwierigkeiten, seine betagte XT wieder anzukicken... Als Walter wenden will, um mal
zu schauen, wo Bernd bleibt, fällt er mit dem Hinterrad in ein Loch, wo er nicht mehr alleine rauskommt und lacht sich halbtot. ;-) Bernd schwitzt währenddessen, was das Zeug hält,
die Mittagshitze ist auf ihrem Höhepunkt, und kriegt sie schließlich am Abhang wieder an. Wir kommen oben an, holen uns um 14 Uhr den ersten Kontrollpunkt des Tages (das kann
ja heiter werden) und beschließen, die Mutprobe nicht zu machen, zum Turm hoch zu fahren. Hier treffen wir auch das Team von Brigitte, der Ex-Freundin von Luigi, die uns noch den kompletten Tag
immer wieder begegnen werden, irgendwie haben die die gleiche Route wie wir. ;-) Auf dem Weg abwärts verhakt mein vorderes Schutzblech beim Einfedern mit dem Motorschutz, so daß es hinten
ausreißt und vorne auf dem Reifen schleift. Das wird schnell provisorisch wieder repariert und es kann weitergehen.
Nach einer Rast geht's auf die anstrengenden 3 Asphaltkilometer ;-) nach Borlova, wo wir erstmal bei Zaharie einkehren und leckere
Pasta essen. 7 Euro kostet das Mahl mit Getränken für drei Personen, wir zahlen 10. Ich nutze die Pause, um mit einigen gezielten Hammerschlägen mein Motorschutz wieder etwas an den Rahmen anzulegen, damit das
vordere Schutzblech sich beim starken Einfedern nicht mehr verhaken kann.
Nach der Reparatur und dem leckeren Mahl geht es weiter auf der langen Strecke zum Muntele Mic. Auf dem Weg dorthin fahren wir noch den GPS-Point an, er ist am Anfang
recht steil, aber wir schaffen es alle, obwohl ich das eigentlich am Anfang kneifen wollte. ;-) Weiter geht's, Ieparasul gibt uns wertvolle Ratschläge für das Wetter und die weitere Route. ;-)
Ein kurzer Hüpfer und wir finden den Gipfel vom Muntele Mic. Klar, daß hier Fotos
gemacht werden. Während wir da so stehen, hören wir auf einmal ein krachendes Geräusch aus der Richtung, wo Gerrits KTM stand.
Tja, sie ist einfach nach links umgefallen. Bilanz: Handschützer und Seitenständer
abgebrochen. Unglaublich. Offensichtlich sind KTMs nicht dafür gebaut, daß man sie im Gelände abstellt, man sollte besser damit im Gelände fahren und immer in Bewegung bleiben, he he. Ab sofort wird die KTM immer
an einem Fels oder Baum angelehnt. ;-)
Nach einer kurzen Flickerei geht's weiter zur
Securitate Ruine, die mittlerweile einzustürzen beginnt. Der Kontrollpunkt ist ein wenig davon entfernt und wir machen eine Menge Fotos.
Natürlich auch von mehreren Traktoren, die auf den Anhängern eine Menge Leute von der
Ruine wieder ins Tal bringen. Wir haben absolut keine Ahnung, was die da gemacht haben. ;-)
Wieder zurück von der Ruine fahren wir zum Gipfelkreuz vom Muntele Mic, was überhaupt nicht auf dem Gipfel steht, sondern auf einem
Vorgelagerten Hügelchen, welches vom Muntele Mic Hotel aus so aussieht, als wenn dort der Gipfel wäre. ;-) Es ist vom Einsturz bedroht, aber es sind Bauarbeiten im Gange, offensichtlich versucht man, da was zu
reparieren. Da sind rund um das Kreuz einige Gruben in den Fels getrieben. Bin mal gespannt, wie das nächstes Jahr aussieht.
Weiter geht’s direkt nach Cuntu, durch den Wald. Die Strecke macht einen Heidenspaß und das Surfen über den weichen Waldboden ist ein echter Genuß. Die Geröllstrecken
nehmen wir mittlerweile mit Bravour und landen recht schnell und unkompliziert bei der Wetterstation. Ich frage mich, wann wohl der alte Magirus dort das letzte Mal bewegt wurde. Der steht da immer noch so, wie beim
letzten Besuch vor einem Jahr. ;-)

Nach dem Stempel beschließen wir, uns den Weg zum Tarcu mal anzuschauen. Nach dem ersten Geröllfeld beschließt Bernd, auf uns dort zu warten, er hat genug gesehen. ;-) Wir quälen uns weiter und fahren ein Stückchen
den falschen Weg, der aber sehr schön über die alpine Hochregion führte (siehe rechtes Bild).

Nach Korrektur der Richtung stoßen wir auf das besagte Team von Brigitte und ihren Bodyguards und schauen zu, wie drei Jungs
vergeblich versuchen, den Geröllweg per Direttissima abzukürzen. Das Hillklimbing endete wie gewöhnlich mit einem Absturz. ;-) Ich mußte anhalten und wartete, bis alle weg waren.
Gerrit und Walter brausten durch und ließen mich zurück, weil sie dachten, daß ich das eh nicht packen würde, he he. ;-)
 Ich biß mich durch und hatte nur eine blöde Situation, wo meine Twin sich ein wenig an eine Felswand lehnte und dabei etwas Plastik
kaputt ging und auch der Verkleidungshalter etwas verbog... Das muß ich dann irgendwann mal alles wieder richten. Der Weg war sehr geröllig, steil und lose und daher extrem schlecht zu fahren. Ich mußte alle
Konzentration zusammennehmen und mich sehr anstrengen, damit ich das hinbekam. es war wieder eine extreme Meterialschlacht mit der Twin und einmal mehr nahm ich mir vor, das nicht mehr zu machen.
Kurz vor dem Gipfel ging die Kiste aus und nicht mehr an. Ich hatte keinen Zündstrom
mehr. Hauptsicherung im Eimer? Ich erinnerte mich an ein ähnliches Problem, welches sich damals als loses Batteriekabel entpuppte. So war's auch diesmal und in wenigen Minuten
war das wieder befestigt. Mittlerweile hatten Gerrit und Walter einen provisorischen Stempel besorgt, weil ich ja die Stempel-Liste hatte, aber jetzt wollte ich dann auch hoch und so geschah es dann auch. ;-) Beim
Meteorologen oben bekamen wir dann auch einen normalen Stempel und fuhren nach ein paar Fotos wieder abwärts. Nach wenigen hundert Metern stotterte die Twin. Was ist los? Mir schwante, daß der Sprit alle war und nachdem ich sie auf Reserve umgestellt hatte,
lief sie wieder fein. Hm... Ob ich damit noch bis zur Tankstelle komme? Wir waren immerhin auf dem höchsten Gipfel im Muntele Mic Gebiet und wollten noch einige Kontrollpunkte machen. ;-) Immerhin hatte
Bernd einen 5l-Kanister Benzin dabei, was mich erstmal beruhigte, den ich aber nicht brauchen sollte.
Unten fischten wir Bernd auf und fuhren kurz entschlossen den anderen KTM Fahrern hinterher Richtung Zloaba. An der Abbiegung im Wald ging's dann auch im Wald steil
abwärts und ich überlegte so, ob es wohl möglich sei, da wieder raufzukommen, wenn das erforderlich sein sollte? ;-) Unten angekommen stellten wir die Moppeds ab und gingen die letzten hundert Meter zum
Kontrollpunkt zu Fuß. Dabei mußte ein Fluß auf einem schmalen Balken überquert werden.
Man kann hier auch weiterfahren und gelangt dann in das Plopu-Tal, aber das haben wir diesmal ausgelassen. ;-) Weil die Abendsonne so schön schien, haben wir hier erstmal ein
wenig gerastet. Einige Hirten schauten aus der Entfernung ein wenig zu und wir quatschten ein wenig mit Gittis Bodyguards. ;-)

Da wir nicht durch das Plopu-Tal wollten, mußten wir aber durch den steilen Wald wieder zurück auf den Hauptweg.
Nach mehreren Anläufen (wo ich die Twin ziemlich dämlich schrägstellte, so daß ich nur mit Hilfe da wieder rauskam) schafften wir auch das und es ging auf dem Hauptweg zügig
weiter bis nach Varciorova, wo wir den Kontrollpunkt besuchten (und die KTM-Fahrer wiedertrafen) und dann nach einigen Fotos auch direkt wieder abfuhren, es wurde langsam spät.
Auf der Hauptstraße ging's in schneller Fahrt nach Slatina Timis und an der Tankstelle wurden die Spritfässer wieder vollgemacht, Der Tankwart freute sich über den Moppedbesuch und präsentierte
mir stolz seine Herkules KS50, ein poliertes und geputztes, aber im Getriebe defektes Mopped. so richtig sauber lief der Motor auch nicht, aber es fuhr und er erzählte, daß er damit zum Angeln fuhr.
Dann wollte er wissen, was die Africa Twin für einen Hubraum hat und danach war er ziemlich beeindruckt. ;-)
Wir hatten erfahren, daß die KTM-Fahrer zwei Kontrollpunkte an diesem Tag mehr hatten als wir und das wurmte doch etwas. ;-) So beschlossen wir, nicht die langweilige
Straße von Slatina Timis nach Brebu zu fahren, sondern über den Kamm, wo wir mit Poiana de Mar, Matau und Deleal Vacutei noch drei nette Kontrollpunkte mitnahmen. Da wir die
Strecke ja gestern schon ausprobiert hatten, wußten wir, daß das auch im dunkeln zu machen ist.
Im Wald war es dann schon recht finster, aber wir bewältigten die Strecke ohne besondere Vorkommnisse und weitere Defekte und kamen in völliger Dunkelheit in Brebu in der
Schule an. Nach dem Essen (klare Suppe, leider etwas kalt, dann rote Bete und ein sehr leckerer Bohnensalat mit Knoblauch, viel zu kalter Schweinebraten an einem Reißball mit
einer leckeren Zwiebelsoße) besorgte ich noch eben ein Hinterradlager für eine Africa Twin, die ich immer dabei habe, da einem anderen Mitstreiter seine Lager kaputtgegangen waren.
Gerrit gab seine KTM beim Schrauber in Reparatur und dann begann der lockere Teil des Abends mit vielen netten Gesprächen am Lagerfeuer mit Jutta, Brigitte, Dirk, Christian und wie sie alle hießen. ;-)
Gegen 0:30 machte ich mich dann nach nur einem Bier vom Acker, Gerrit kam erst eine
Stunde später, er mußte sich irgendwo am Lagerfeuer verquatscht haben. ;-) Die abendliche Dusche ist ein Traum und eine wahre Erholung, wenn da nicht immer dieses Berichte Schreiben und Fotos ausladen wäre.
;-) Heute Abend sind alle Akkus leer (Handy, Notebook, Kamera) so daß sich die mitgebrachte Kabeltrommel wieder mal als Mehrfachstecker bewährt. Am nächsten morgen wollen wir doch nicht ohne Power liegenbleiben! ;-)
Für morgen haben wir mit Aurel einen rumänischen Führer gebucht, der uns die Gegend um Anina und den Buhui See zeigen wird. Sandu Kovac und Sergio wollen vielleicht auch mitfahren, wir freuen uns
schon sehr auf dieses besondere Erlebnis. Sergio war heute mit seiner Beta-Alp 200er mit den Unimog-Leuten zusammen unterwegs und ist völlig begeistert wiedergekommen, was ein Unimog so
alles kann. Gabi war mit seiner Transalp in Teregova und berichtet von viel Schlamm auf dem Weg von Teregova nach Brebu... Den werden wir uns dann wohl erst am Schluß der Woche geben, wenn
er ein wenig angetrocknet ist. ;-) Dieter wird noch einen weiteren Tag aussetzen, sein Knie ist zwar besser, aber noch nicht OK, sagt er. |