Rumänien 2003
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E70 Day

Zweiter KTM-Umfaller im StandMittwoch 6.8.

Wir wollten ein wenig die E70 unsicher machen und auf eine effiziente Art dort hin kommen und beschlossen, einen Track nachzufahren, den Walter von der Enduromania CD aufgetrieben hatte und der von Brebu nach Zagoru, dann zu einem GPS-Punkt und dann nach Dealul Parului führte, um dann in Petrosnita zu enden. Bis zur E70 vier Kontrollpunkte, das wäre doch mal was! Es fing damit an, daß von Brebu aus der Track offensichtlich querfeldein ging und wir Abschleppserviceschon nach einem Kilometer an einem kleinen Bach scheiterten. Walter hatte sich in einem Sumpfgebiet festgefahren und wir mußten ihn mit einem Seil bergen. Beim Abstellen fiel Gerrits KTM wieder um, und er regte sich ein wenig auf, daß die Kiste offensichtlich im Gelände kaum abzustellen sei. Immerhin blieb der Ständer dran. ;-)





Twin am BodenDanach suchten wir den Weg, der vom Waldesrand aus nach Zagoru führen sollte. Der Track ging quer durch den Wald, dort war kein Weg und deswegen zogen wir es vor, auf dem Weg runter zu fahren. Er wurde nachher so steil, daß das Bremsen im Schrittempo dazu führte, daß die Räder jeden Seitenhalt verloren und folglich die Twin erstmal wieder kopfüber im Dreck lag.




ZagoruDas Bergungsteam bestehend aus Gerrit, Walter und Bernd hatte aber flugs (nach ein paar Fotos versteht sich) die Twin wieder in die Senkrechte gebracht, so daß es direkt weitergehen konnte. Unten in Zagoru angekommen trafen wir einen Forstbeamten, der uns einen Tipp gab, wie wir zu dem GPS-Point kommen können. Nach wenigen hundert Metern brachen wir seinen Tipp ab, als der Weg zu einem gerölligen und steilen Bachbett wurde. Wir fuhren das Tal zurück in Richtung Golet und bogen irgendwann links einen Serpentinenweg ein, der aber gut fahrbar war.
Africa Twin festgefahrenDie Wegmarkierungen stimmten recht gut mit der Karte überein und wir gelangten recht schnell auf einen Höhenweg im Wald, der recht geröllig und gespurt war. Um den Spurrillen auszuweichen fuhren wir teilweise direkt durch den Wald und mir geriet irgendwann eine Birke zwischen Vorderrad und Motorschutz an einem steilen Hang und zwar so blöde, daß ich da ohne fremde Hilfe nie rausgekommen wäre. ;-) Das Mopped mußte mit drei Mann vom Baum weggehoben werden. ;-)))

Steile AbfahrtOben angekommen, ging rechts ein kleiner, aber recht steiler Weg abwärts, wo dann wieder einige Moppdes weggeworfen wurden. Unglaublich steil, mit Sicherheit nicht aufwärts fahrbar, jedenfalls nicht für uns...
Die Twin ist müde












Nach einer kurzen Waldwegpassage finden wir den GPS-Punkt, der sehr malerisch an einer kleinen Lichtung liegt.

GPS-KontrollpunktRast am Checkpoint
















Von hier nach Dealul Parului geht es über wellige Wiesen sehr angenehm an dem Kamm entlang, größtenteils ohne Baumbestand und mit einer sehr guten Aussicht. Am Kontrollpunkt gibt es Pflaumenbäume und wir naschen von den schmackhaften Früchten.

Höhenweg nach Dealul ParuluiPowerslider unterwegs!













Wir machen einige Fotos und Gerrit schaut so angestrengt in die Kamera, daß er die schmale und normalerweise völlig problemlose Spur verpaßt und sich gepflegt auf die Pfeifen haut, siehe folgende Fotos. ;-)
vorher...Noch schaut er...












während...hier wundert er sich...












...und weiter geht's. ;-)...und hier geht’s schon wieder weiter. ;-)












GatterfahrtenAuf dem weiteren Weg sind immer wieder Gatter zu durchqueren, wo immer der erste das Gatter aufmacht, wartet bis alle durch sind und dann das Gatter wieder verschließt.









Bums!Der Weg nach Petrosnita herunter ist erneut gespurt und geröllig, aber fahrbar. Nach einem erneuten Balancefehler meinerseits liegt die Twin mal wieder flach, aber sehr schnell steht sie wieder und es geht weiter.








Walter am BachAm Ortseingang spritze Walter ein wenig im Wasser rum und machte vorbeikommende Motorradfahrer und sein eigenes Motorrad naß, tjaja, das Kind im Mann...

(An dieser Stelle bin ich beim Schreiben des Berichtes eingepennt, auf der Bettkante sitzend, Oberkörper nach hinten weggesackt, mit dem Notebook auf den Knien. Gerrit hat mich einige Zeit später so vorgefunden und geweckt, damit ich das Notebook wieder ordentlich einpacken konnte ;-)

End of RoadIm Kontrollpunkt von Petrosnita tobte mal wieder der Bär, die Kneipe im Hinterhof war gerammelt voll und im Vorhof wurden riesengroße Steinpilze sortiert, die alle möglichen Leute dauernd hereinbrachten... Weiter ging's nach Ilova, der Kontrollpunkt ist jetzt nicht mehr in der Bar, sondern an einem Baum davor. Dann wollten wir uns mal Ilova Top anschauen. Es ging recht steil aufwärts und der Weg rechts um den Berg herum, der nach GPS gefahren werden mußte und sich auch als der richtige Weg rausstellte, war sehr geröllig und steil. An einer Stelle wollte ich schon fast wieder umdrehen und als ich dann sah, wie leichtfüßig Bernd und Walter da raufkamen, konnte ich auch nicht hintanstehen. ;-) Es ging dann doch einfacher als ich dachte, wenn man nur beherzt anfährt. Nach einiger weiterer Kraxelei fanden wir dann auch den Kontrollpunkt im Wald.

über Ilova TopNun wollten wir das Gestein nicht wieder runter fahren und sahen auf der Karte eine Verbindung nach Sadova Noua, die wir dann suchten. Wir fanden sie aber nicht und fuhren immer höher auf den Berg und immer weiter von Sadova weg. Einmal drehten wir um, weil es überhaupt nicht mehr weiter ging (Bild oben rechts). Es war sehr steil, Waldboden mit großen Wackersteinen, sehr unangenehm zu fahren. Teilweise hatte es Hillclimbing-mäßige Züge, was wir da hingelegt haben, mit im halben Hang hängenbleiben, wenden und nochmal probieren und sowas. ;-)

Walter am Gas!Irgendwie haben wir's dann aber geschafft, bestimmt 10 mal ist meine Kiste umgefallen und mußte wieder hingestellt werden.



Walter muß auch mal ruhen






Oben angekommen rasten wir erstmal ausgiebig, nachdem wir allen Nachzüglern noch geholfen hatten und waren völlig fertig.
Bernd erschöpft, aber siegreich!







Endlich oben!








Oben fahren wir dann über einen engen, teilweise sehr schwierig befahrbaren Weg weiter, der oft nah am Abgrund vorbeiging und viele ätzende dicke Steine im Weg hatte. Unterwegs haben wir noch unsere Wasservorräte benutzt, um einen brennenden Baumstamm teilweise zu löschen, aber gelungen ist uns das nicht.

Blick nach SüdenBernd legt sich in einer steilen Felstreppe spektakulär mit einem Rückwärtsüberschlag von seiner XT ab, bleibt aber zum Glück unverletzt. Zum Fotografieren blieb keine Zeit mehr. Nachher stellt sich raus, dass man auf einer sanft ansteigenden Wiese um die blöde Stelle rumfahren kann, was ich natürlich auch mache. Ein Glück, daß ich letzter war an dieser Stelle und somit von den Erfahrungen der anderen profitieren konnte.  ;-)



Bernd liegt auch malEin wenig später gelangen wir an das Ende des Grates und in einer sehr steilen und rutschigen Abfahrt gelangen wir (wieder nach einigen Stürzen. aber diesmal nicht von mir) auf den Weg, der von Cuntu nach Varciorova führt.








Warten auf eine SchafherdeWir fahren dort recht zügig hin, nicht ohne zweimal auf Einheimische zu stoßen, einmal auf eine Schafherde mit Hirten und -Hunden...










Einheimische posieren... und beim zweiten Mal auf eine Gruppe Lastpferde mit Treibern und Hunden. Als ich sie fotografieren möchte, stellen sie alles in Reih und Glied auf, pfeifen die Hunde an und bauen sie auf, so daß ich sie ordentlich fotografieren kann...







Walter auf SchotterDer Weg abwärts ist erst geschottert...












Gerrit beim Kreuzen...und später gespurte Erde, so daß man ein wenig aufpassen muß, nicht in die tiefen Rillen zu geraten.

Vor Varciorova biegen wir nach links ab und folgen der Route nach Valea Timisului, da wir den Punkt in Varciorova schon haben und die Strecke recht langweilig ist. An der schlammigen Stelle von Sonntag verfahre ich mich wieder, so daß ich von drei Leuten rückwärts rausgezogen werden muß, um nicht in eine tiefe sumpfige Stelle zu geraten. Naja.

Rast vor der Abfahrt nach VarciorovaAn der E70 fahren wir dann erstmal noch eben tanken um dann in einer schnellen Hatz über die Offroad-Strecke unten durch's Tal von Slatina Timis nach Brebu zu fahren. Unterwegs tauschen wir nochmal die Karren untereinander, damit man mal was anderes fährt. ;-)
Abends dann muß Gerrit sich um die KTM kümmern. Das Hinterradlager ist so schlimm ausgeschlagen, daß man damit eigentlich nicht mehr weiterfahren kann. Er besorgt ein Lager bei anderen Mitstreitern und wir wollen das dann morgen einbauen.

Der Rest des Abends vergeht mit leckerem Abendessen und netten Gesprächen am Lagerfeuer, in der Hand ein kühles Ursus Bier und dann später mit der obligatorischen Heimfahrt ohne Helm auf den Kisten mit leicht angeschickertem Schädel bis nach Hause (ca. 500m) und mit dem vermaledeiten Texten auf dem Notebook. Ich schaffe es so gerade eben, durchzuhalten, mir fallen dauernd die Augen zu.;-)

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