Rumänien 2002
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Muntele Mic
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Schlußfeier

Auf Abwegen unterwegs30.08.2002, Freitag

Es ist der Tag der Abschlussfeier. Steffen und ich wollen aber noch die einige Punkte am Muntele Mic und der Securitate Ruine holen, wir haben noch nicht genügend Rumänien abgekriegt. ;-) Die Planung war, bis 13:00 Uhr wieder unten in Borlova zu sein, um dann bis 14:00 Uhr den Punktezettel bei den Wittmanns abzugeben.

Hitzefrei für die XT






Doch wir verfransen uns bei einigen Experimenten auf dem Weg zum Muntele Mic. Steffens Kiste läuft mehrfach heiß und wir müssen eine kleine Pause einlegen.


Die Securitate-RuineDas Geröll auf der kurzen Anfahrt zum Muntele Mic kommt mir schwieriger als in den letzten Jahren vor. Besonders interessant sind die steilen Abkürzungen auf der gerölligen und steilen Straße im letzten Teil vor der Höhe, weil die über nackten Fels und teilweise noch ein ordentliches Stück steiler raufgehen als die Straße. Ich hatte ordentlich Schiß, aber mit beherzter Gashand und kräftig Zug auf der Kette war auch das zu schaffen. Nach dem Besuch bei Ieparasu fahren wir natürlich noch Muntele Mic Gipfelkreuzzur Securitate- Ruine, die an ihrem Platz steht wie eh und je. Komisch, die müßte doch eigentlich malirgendwann einstürzen. Tut sie aber nicht. ;-)

Wir genießen kurz die Aussicht, nicht ohne bei der Rückfahrt dem maroden "Gipfel"-Kreuz einen BeBlick zum Tarcusuch abzustatten. Das wird nicht mehr lange stehen bleiben, denke ich mir so, die Seile sind teilweise schon gerissen und unten sind einige Stämme vollständig weggefault. Wir machen einige Fotos und brausen dann die lange Abfahrt schön zügig herunter. Nicht ganz planmäßig kommen wir erst gegen 13.15 Uhr wieder in Borlova an. Anke ist schon seit einer Viertelstunde startklar.

Wir fahren dann auch flott los und unterwegs holen wir Sergio mit seinem Jeep ein. Auf dem Weg von Rusca nach Wittmann´s halten wir an, um Sergio zu fotografieren, aber wir warten vergeblich, er ist noch irgendwo hängen geblieben und verquatscht sich. In der Zwischenzeit futtern wir einige Pflaumen, die da am Wegesrand am Baum sind und sie bekommen sogar Anke ohne Allergie-Reaktion, erstaunlich.

Steffen gratuliert einer FreundinSergio freut sichWir fahren hoch zu Wittmann´s, nehmen wieder den linken Weg am Staussee vorbei und geben den Zettel nicht ganz pünktlich ab, aber er wird trotzdem Brigitte Morariunoch gewertet (klar). Wir nehmen erst mal ein reichhaltiges Mittagsmahl ein. Gemischten Salat und Mensch Ärgere Dich nichtzum Nachtisch Zwetschgen- kuchen mit Sahne. Wir verbringen den Nachmittag mit gemütlichem Rumsitzen und Quatschen und später spielen wir mit Dvy, der jungen Tochter des Hauses, Mensch ärgere Dich nicht.

gabi vom ASB BanatNeu gespendeter NotfallkofferIch schaue mich dann noch ein wenig mit der Kamera um und treffe Gabi, den Fahrer des Krankenwagens vom ASB Banat. Er spricht sehr gut deutsch und wir kommen schnell in's Gespräch, unterhalten uns über seine Arbeit, das ASB und die Probleme, die er und seine Kollegen haben. Der ASB Banat hat nur wenige Mitarbeiter und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Hauptgeschäftsbereich ist eine Küche für hilfsbedürftige Menschen in Timisoara. Gabis Krankenwagen für die Enduromania ist nur ein Nebengeschäft, aber trotzdem eine wichtige Sache, weil er Geld für den ASB uns seine Arbeit heranschafft. Die Nahrungsmittel Der Krankenwagen von hintenfür die Armenküche werden teilweise gespendet, teilweise gekauft oder mit Tauschhandeln beschafft. Beispielsweise wird ein riesiger LKW, der vom ASB nicht mehr gebraucht wird, an einen Schlachthof verschenkt und dafür bekommt der ASB seitdem jeden Monat ein Schwein, von dem Sonntags ein Fleisch für die Armenküche gemacht wird, so dass die Menschen wenigstens einmal pro Woche Fleisch bekommen. Jeden Monat muß erneut alles organisiert werden, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Manchmal gibt es in einem Monat keinen Lohn. Dann muß die Familie einspringen. In Rumänien wohnt man im Familienkreis und alle bringen das, was sie verdienen, nach Hause und dann wird geschaut, wie man damit klar kommt. Ich bewundere diese Menschen und wie sie es schaffen, in dieser Umgebung trotzdem klar zu kommen und dabei auch noch glücklich zu sein.

Gabi erzählt stolz von seinem KrankenwagenDer ASB Banat hat einige Fahrzeuge vom ASB NRW geschenkt bekommen, unter anderem einen Mercedes Notarztwagen (fast ohne Innenausstattung) mit dickem Benzinmotor, der mittlerweile kaum noch Leistung hat und Sprit säuft wie ein Loch. Aber er fährt. Einige Dinge sind kaputt, wie die Frischwasserpumpe des Waschbeckens innen und so einige andere Sachen. Insgesamt haben die Autos mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel und es gibt einige Probleme beim Beschaffen von Ersatz- und Verschleißteilen sowie bei der Ausrüstung der Rettungsfahrzeuge. Schnell beschließe ich, ihm zu helfen und fotografiere den Wagen, um die Teile später leichter bestimmen zu können. Wir vereinbaren, eine Liste der benötigten Gegenstände per Email auszutauschen, da Gabi erst noch die Krankenschwester fragen will, was ihr am meisten fehlt. Stolz erzählt er mir, wie er den Wagen sorgfältig pflegt, Rost behandelt und versucht, im Winter eine Unterkunft für ihn zu finden, damit er in den Fensterdichtungen kein Moos ansetzt und der Lack nicht so kaputtgeht. Schwierig war letztens z.B. die Beschaffung von Scheibenwischerblättern. Sie waren so alt, dass man im Regen einfach nicht mehr fahren konnte. Ich hoffe, ich kann ihm irgendwie helfen, er ist so ein netter Bursche.

Abendessen auf Wittmanns TerrasseGegen 19.00 Uhr bekommen wir dann noch ein Abendessen, als Nachtisch gibt es eine extra Enduromania Torte, die mit viel TamTam feierlich von den Mädels, die für die Wittmanns arbeiten, in einer feierlichen Prozession präsentiert wird.

Enduromania Tortenparade







Sergio und sein Baby





Um 20 Uhr fängt die eigentliche Siegerehrung an. Es gewinnt eine Mannschaft, die fast alle 68 Punkte angefahren hat (66 insgesamt). Absoluter AllTime Record! Sie fahren alle dicke Kisten und wir sind alle richtig schwer beeindruckt.


Einer der verrücktesten Teilnehmer (ein sympathischer Schweitzer) schildert seine Erlebnisse ;-):

auf und nieder

















Um 23 Uhr fahren wir nach Borlova zurück, durch die finstere Nacht. Einmal mehr bereue ich es, dass die Arretierung meines Fernlichtschalters defekt ist und drücke mir den Daumen an der Lichthupe wund. ;-)

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