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26.08.2002, Montag
Wir schlafen aus, logisch, nach dem Abend. Ich habe die erwarteten Kopfschmerzen, eigentlich auch klar, nach dem Abend. Einige meinen, es läge an dem Bier, andere an der Mischung, doch ich lege mich auf
die Zuika fest. Wie auch immer, gefahren muß werden, wir haben ja schließlich Enduromania! ;-) Anke fährt nicht mit, der Finger ist noch nicht in Ordnung.
Naja, zu zweit fahren ist nicht so dolle, also schließen wir uns dem Team Stefan Kremer, Roland und Roswitha (RoRo) und Leo an, und fahren erst mal zum Turnu Rueni. Hier teilt sich das Team auf, die einen
wollen einen bekannten GPS-Punkt fahren, die Stefan will schon mal einen neuen Punkt auskundschaften. Damit er nicht alleine fahren muß, hängen Steffen und ich uns bei ihm mit dran. Wir warten auf die
anderen am vereinbarten Treffpunkt, einem Eingang zu einem Stollen, der zu einer riesigen Wasserturbine führt (so erfahren wir es von einem
Mann, der in einem Häuschen am Stolleneingang dienst tut). Nach einer halben Stunde kommt immer noch niemand und wir beschließen, schon mal alleine nach dem Punkt zu suchen. Er ist immer nur wenige hundert Meter
entfernt, aber wir finden ihn letztendlich aber nicht und wühlen in einem Bachbett ein wenig sinnlos rum. Als es zu heftig wird, drehen wir um und beschließen, erst mal
wieder zurück nach Borlova zu fahren, weil ich mein GPS nicht richtig programmiert habe und mir dadurch einige Waypoints fehlen. Später erfahren wir, dass man nur in
das Nachbartal reinfahren muß, um den GPS-Punkt zu finden. ;-)
Ich möchte noch was fahren und nachdem das GPS nunmehr richtig programmiert ist, beschließe ich, mit Steffen doch allein was zu
machen, Stefan möchte auf Team warten. Wir fahren los und biegen hinter Borlova links ab, um über die Wiesen hinter dem Dorf nach Zlagna zu fahren. Die Strecke sollte eigentlich bekannt sein aber es
sind so viele Abzweige, dass ich mich natürlich wieder verfranse, wir brauchen drei Anläufe, um den richtigen Weg zu finden obwohl wir immer wieder Einheimische fragen, die in den Obstgärten arbeiten.
Oben an dem Fußballplatz treffen wir einen Schäfer, der Steffen erst mal eine Zigarette und dann das Feuerzeug aus dem Kreuz leiert. Steffen wollte eigentlich nur eben Feuer geben, aber weil es vom Wind
immer ausgeblasen wurde, gab er das Feuerzeug dem Schäfer, der dann wohl meinte, es behalten zu dürfen. Er trat einige Schritte zurück, lächelte freundlich und bedankte und verabschiedete sich von uns.
Auch härtere Bitten von Steffen nutzten nix, das Feuerzeug war weg. ;-))) Zur Belohnung durften wir den Schäfer dann auch noch mal
fotografieren und in einer drolligen koketten Geste richtete er seinen Umhang korrekt und ließ sich stolz ablichten.
Dadurch konnten wir aber nicht aufgehalten werden und fahren weiter nach Petrosnita, wo Steffen sich nicht zu
schade ist, Rumänen um Feuer anzuschnorren. ;-) Das angebotene Feuerzeug schlägt er aber aus, weil er die Rumänen nicht darum bringen möchte, woraufhin die das einfach nur so zum Spaß anzünden und es nach einigen
Sekunden mit einem lautem Knall verpufft. Da hätte er sich das auch schenken lassen können. Grmbl. ;-)

Wir fahren weiter in den Süden und besuchen den alten Invaliden in Submargine. Weiter geht's nach Submargine Top, was in diesem Jahr recht einfach
zu fahren ist. Hier genießen wir wie immer die herrliche Aussicht, die allerdings dieses Jahr etwas trübe ist, die Luft ist recht feucht und es ist deswegen etwas diesig, keine gute Fernsicht.

Dieses Jahr wollte ich mal was Neues ausprobieren und wir fahren ein wenig den Kamm nach Norden nach und suchen einen Weg nach Westen runter nach Sat Batran, den wir dann auch finden. Bei einem etwas schlammigen Weg sind einige Gatter zu öffnen und natürlich hinter uns
wieder zu schließen und wir finden problemlos den Weg hinunter ins Dorf, von wo aus wir über schöne Wiesenwege nach Sadova Noua fahren und dort den Punkt machen.
Hier treffen wir die Fünfzylinder, zwei alte HPN-BMWs und eine 600er Einzylindermaschine, die dann nachher den ersten Platz machen werden.

Die warnen uns vor dem Schlamm zwischen Sadova und
Ilova, wo wir hin wollen, aber wir lassen uns nicht abhalten und fahren trotzdem. Dummerweise geraten wir auf einem aufsteigenden Stück in eine tiefe und schmierige Schlammspur und kommen da nicht mehr raus. Wir
wühlen uns mit Seilen den Berg rauf. Ein Rumäne, der zufällig dort ist, hilft uns noch, und nach einer Stunde sind wir endlich oben und sind völlig fertig. In der Hitze die
Moppeds zu bergen ist doch ein wenig heftige Arbeit.
Wir schleifen die dicke Twin am Seil aus der Spur raus
und den glitschigen Hang etwas rauf, bis wir in einem kleinen Weg weiterfahren können.
Steffen verbiegt sich in der Furche auch noch seinen
Bremshebel, so dass er nur noch die Vorderbremse ve rwenden kann. Das ist natürlich bei der kurz vor Ilova
fälligen gerölligen und nassen Abfahrt besonders ärgerlich, vor allem, da Steffen recht viel Respekt vor Abfahrten hat und eigentlich immer beide Bremsen braucht. ;-) Mit Händen und füßen bastelt er sich nur mit der
Vorderbremse da runter. Ich habe die Kamera gezückt, falls es ein lohnendes Motiv geben sollte, aber er schafft es ohne Sturz. ;-)

Der Weg durch den Bach ist besser als letztes Jahr, wir kommen problemlos im Dorf an. Steffen schwätzt noch
ein wenig mit einem Einheimischen, während ich einige Fotos mache.

Der Kontrollpunkt in Ilova war nicht besetzt, wurde aber extra für uns dann doch geöffnet.

Gegenüber vom Kontrollpunkt saß ein altes Paar, wo die Frau aus Spinnfäden Zwirn verdrehte. Dazu verwendete sie eine spezielle Spindel, wo das Garn an der Nabe
verklemmt wurde, so dass sich die Spindel frei hängend drehen kann. Stolz führt sie vor, wie sie mit einer geschickten Bewegung die Spindel über den Oberschenkel dreht und so in schnelle Rotation versetzt,
so dass der Zwirn dann durch geschickte Bewegung der freien Hand aufgedrillt wird, während ich sie dabei fotografiere.
 Abends wieder zuhause wird dann natürlich erst mal das Bremspedal geflickt, während das Abendessen vorbereitet wird. Es gibt
hauchdünne Schnitzel natur mit leckerer Beilage, wir hauen alle rein, als wenn es seit Tagen nichts zu Essen gegeben hätte. ;-). Nach dem Essen findet das Übliche statt... Bilder schauen, schwatzen, Bier und
Zuika trinken (ich habe mich diesmal zurückgehalten) und dann irgendwann Heia. ;-)
Im Anschluß finden sich hier noch einige Bilder von der wunderschönen Pension bei Zaharias in Borlova, wo wir gewohnt
haben. Kann man jedem nur empfehlen!
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