Rumänien 2002
Anreise 1
Anreise 2
Muntele Mic
Erster Tag
Brebu Nou [1]
Cornereva
Donau
Schlußfeier
Brebu [2]
Brebu [3]
Heimreise

Impressum

Brebu Nou [1]

Die erste Bachdurchfahrt27.08.2002, Dienstag

Ankes Finger geht es immer noch nicht besser. Sie beschließt, sich einen Tag zu sonnen, etwas zu pennen und mal zu schauen, wie sich die Geschichte entwickelt.

Wir (Steffen und ich) beschließen, mit Thomas Lederer und Bernd Buchwald ein wenig zusammen zu fahren. Sie sind mit KTMs unterwegs und wir werden sehen, wie wir zusammenpassen. ;-) Zuerst geht es durch Borlova, im Zentrum rechts ab und dann über die Brücke hinauf in die Berge nach Südwesten, immer in Richtung Varciorova. Die WegSteffen unter Wassere dorthin sind recht trocken, so dass ich keine Probleme mit der dicken Twin in dem Schlamm habe. Die Gruppe harmoniert recht gut, das Fahren macht großen Spaß. Wir düsen durch die Furt vor Bolvasnita und schießen natürlich die üblichen Spaß-Fotos dabei. ;-)

Weggegewirr hinter Varciorova






Piste hinter Varciorova





Hinter Varciorova suchen wir uns einen Weg Richtung E70 immer nach Westen und finden einige sehr schöne staubige Highspeed-Passagen, wo wir natürlich wieder Fotos machen.

Pistenbolzerei von Bernd




Kleine Reparatur unterwegs






B ei einer schnellen Pistenfahrt über eine holprige Strecke habe ich auf einmal Schleifgeräusche am Vorderrad. Eine kurze Untersuchung ergibt, dass die Befestigung des vorderen Schutzbleches ausgerissen war und das Schutzblech vorne auf dem Reifen schleifte. Irgendwas wirklich heftig dickes musste hinten von unten zwischen Schutzblech und Vorderrad geraten sein. Die Befestigungslöcher waren ausgerissen. Naja, Schrauben los, alles wieder einfädeln und ordentlich anziehen, weiter geht's. ;-)

ForststraßeAn der Europastraße angekommen fahren wir bei Teregova auf der holprigen Landstraße Richtung Brebu Nou und versuchen, einen Weg links hinauf zur Rinderhöhe zu finden. Wir finden auch nach ca. 7 km einen netten Forstweg, wo wir flott an Höhe gewinnen. Irgendwann gabelt sich der Weg und wir fahren dem GPS nach links entlang. Ein Bach strömt uns entgegen und hat den Weg mehr und mehr in ein Bachbett verwandelt. Es erfordert einiges Fahrkönnen und Entschlossenheit, weiterzukommen.
Ist das ein Weg oder ein Bach?








Steffen im Steilhang, immer schön Zug auf der Kette.





Nach einigen Fotos sind wir auf einer kleinen Lichtung, wo wir uns erneut entscheiden müssen. Der GPS-Pfeil zeigt nach links, aber dort geht es recht steil den Berg rauf, ein Forstweg, wo sonst Bäume runtergeschliffen werden, also ausgewaschen, schlammig und feucht. Ich gehe den Weg komplett bis oben ab und denke, man sollte ihn fahren können. ;-) Tatsächlich gelingt es uns und unter dem Blitzlichtgewitter der mitgereisten Fotografen erreichen wir das Ende der Steigung.

End of Road, wir beschließen umzukehrenAuch hier wieder eine Gabelung, wo wir uns für den breiteren Weg entscheiden, der aber dann in einem dermaßen steilen Bachbett mündet, dass wir aufgeben und unter Schwierigkeiten wenden. Immer wieder stürze ich und mache Fotos danach (sonst glaubt uns das eh keiner). ;-)

Das Wenden klappt nur mit Hilfe von Bernd und Thomas, die netterweise zur Hilfe eilen. Der Hang ist viel steiler, als es auf den Fotos anmutet. Es geht nur unter Aufbietung aller Kräfte, die schwere Kiste wieder mit der Nase bergab zu kriegen. Auf dem Weg abwärts lege ich mich noch zweimal auf die Nase und mache natürlich jedes Mal wieder Fotos. ;-)Parken mal anders

Twin-Parkplatz












Immer diese Schwerkraft!



Wieder an der letzten Abzweigung angekommen entscheiden wir uns diesmal für den schmaleren Weg, der aber in die richtige Richtung geht, jedenfalls nach GPS. Wir gelangen auf ein Stück, was sehr selten benutzt wird, mittlerweile wachsen sogar kleine Birkenbäumchen auf dem Weg und wir müssen durch das hochgewachsene Gras zwischen den Bäumchen hindurch dem immer noch deutlich erkennbaren Weg folgen. DerHerrliche Hochwiese GPS-Pfeil zeigt rechtwinklig nach rechts und irgendwann findet sich eine Möglichkeit, die steile wilde Wiese rechts raufzukommen. Beherz reiße ich am Gas und bekomme die schwere Fuhre erstaunlich leicht den Berg raufgewuchtet. Die Michelin T63 haben einen sehr guten Grip auf dem nassen Gras und relativ mühelos bin ich auf einer wunderschönen Hochwiese mit einer herrlichen Aussicht über den Wald, durch den wir uns hochgequält haben. Die Kollegen haben mehr Grip-Probleme, besonders Steffen mit seinen Straßenreifen (die zwar ein wenig Enduroprofil haben, aber eben nur ein wenig) kommt auf dem feuchten Gras kaum den Berg rauf, immer wieder rutscht sein Heck hangabwärts und hilflos dreht der Reifen auf dem Gras. Ich fahre noch mal runter und helfe ihm den Hang rauf.

Als wir alle auf der Wiese angekommen sind, verschnaufen wir ein wenig und genießen die Aussicht. Danach geht’s nach GPS-Pfeil weiter über einige Wiesen und nach wenigen Minuten finden wir dann auch den Punkt Mitau.

Gruppenfoto auf der RinderhöheWeiter geht’s durch den Wald immer nach Westen und wir folgen dem Höhenweg bis zur Rinderhöhe (Dealul Vacutei). Hier machen wir ein Gruppenfoto und entdecken beim Blick über die umliegenden Gegenden auch Brebu Nou, welches einige Täler weiter liegt.

Tolle Aussicht von der Rinderhöhe








Trei Cruci




Wir fahren weiter über den Höhenweg und gelangen dann auf die Straße, die direkt nach Brebu führt. Am Stausee fahren wir links den Abzweig zur Staumauer und düsen eben den steilen Weg zum Dreikreuzberg hoch (Trei Cruci). Hier wird natürlich auch noch schnell ein Foto gemacht und dann geht’s wieder ab nach unten (wunderschöner Blick über den See dabei), an der Staumauer ein leckeres Eis schlecken. ;-)

Trei Ape StauseeIn Brebu selbst ist der Kontrollpunkt an Siminas und Sandus Ferienhaus zwar noch zu sehen, aber nicht mehr im Verzeichnis der Kontrollpunkte enthalten, so dass wir direkt weiter zum Semenic fahren. Dort oben holen wir uns den Stempel im Hotel und fahren den Höhenweg weiter nach Süden, um nach Cosava zu gelangen. Mir war ein wenig mulmig bei dem Gedanken, weil ich den Weg nur einmal mit Sergio gefahren bin und das schon einige Jahre her war. Damals haben wir uns im Wald recht heftig verfranst und sind dann irgendwie durch Zufall auf der alten Industriestraße ausgekommen, die dann nach Cosava Canton führt. Vorher mussten wir uns durch den Wald auf eine Lichtung fransen und dann dort durch ein leicht sumpfiges Gebiet pflügen und durch einen tiefen Bach durch, aber es war machbar.

Dieses Jahr finden wir auch nach einigen Verirrungen den Weg zur Lichtung und auch den Bach, aber die erste Durchquerung ist direkt eine echte Herausforderung. Es ist recht tief und weich, kein wirklicher Weg erkennbar und wir beschließen, erstmal einen Knüppeldamm zu bauen.

Steffen im Unglück ;-)LMangelnde Traktion, he heeider ist das umliegende Holz völlig durchweicht und matschig- faulig, so dass es auch nicht wirklich hält. Steffen versucht es als erster und gerät erstmal mit dem Vorderrad in die Mocke. ;-)

Mit vereinten Kräften wuchten wir ihn wieder in die richtige Richtung, aber der weitere Weg erschließt sich uns nur mit einem Seil. ;-) Doch bevor wir so richtig starten wollten, kommt Bernd mal auf die Andreas organisiert die Rettungsaktionglorreiche Idee, doch mal zu prüfen, wie denn der Weg weitergeht, wenn wir den Bach hinter uns haben. Es stellt sich raus, dass da lediglich weitere Bachüberquerungen auf uns warten und dass ein wirklicher Weg nicht erkennbar ist. Weil es schon etwas spät ist und wir nicht in die Dunkelheit geraten wollen, beschließen wir, den Versuch abzubrechen und noch etwas links der Lichtung den Hang entlang zu fahren, um einen anderen Weg in das Tal zu finden.

Die Twin ist gestolpertDas Unterholz wird irgendwie immer dichter, wobei es großen Spaß macht, mit der dicken Twin über die dicke Laubschicht zu pflügen, die immer noch Grip hat, aber eben sehr tief ist und wo man deswegen schon durch einen leichten Zug am Hahn schön mit dem Heck wedeln kann. Doch überall stehen junge Bäume, die dann natürlich schon ein wenig das flüssige Fahren verhindern und immer gelegentlich kommt es dann doch zu einem Sturz, bei dem man aber weich fällt. ;-)

Wir fahren immer weiter am Hang entlang und kommen immer mehr von der GPS-Richtung ab, trauen uns aber auch nicht, dem GPS-Pfeil den Hang hinab zu folgen, weil wir befürchten, irgendwo unten dann festzusitzen und nicht mehr den Hang raufzukommen. Nach einer halben Stunde brechen wir endgültig ab und fahren einfach nur nach GPS (ein Weg war schon lange nicht mehr zu erkennen) zurück durch den Wald und versuchen, die Route wiederzufinden, die wir reingefahren sind. Nach einer weiteren Viertelstunde finden wir auch tatsächlich unsere eigenen Spuren wieder (ein Garmin Tracklog ist schon 'was Feines) und landen endlich wieder auf der Lichtung, die sich unmittelbar am Rand des Waldes zur Semenic-Hochebene befindet.

Verschnaufen vor der HochebeneHier halten wir an und rasten erstmal ein wenig, weil wir wissen, dass es von hier ohne Navigationsprobleme nach Hause geht.

Quelle auf dem Semenic








Nach einer kleinen Zigarette (immer diese Raucher! ;-) geht's dann in flotter Fahrt über die Hochebene zurück zum Semenic, während ich als letzter fahre und noch ein Foto des Glockentürmchens mache, welches dort über einer Quelle errichtet wurde (wie ich später von Sergio erfahre).

Blick auf die Antennen vom Semenic


Zurück fahren wir dann normal über die Straße und treffen kurz hinter Brebu Nou an der Stelle, wo der Asphalt aufhört, eine Truppe Schweizer, von denen einer einen Platten hinten hat. Wir bieten ihm Hilfe an, weil die Typen außer einem Spickzettel mit einigen Ortsnamen nichts dabei haben, weder Werkzeug zum Reifenwechseln noch Flickzeug oder so was, geschweige denn einer Karte. Die wollten bloß wissen, wie weit es noch bis zum Wittmann ist und nach einigen netten Worten düsen die Verrückten so dermaßen flott ab, dass wir Mühe haben, hinten dran zu bleiben. Wie gesagt, einer von denen mit einem Platten hinten. Der Reifen war dann bei Teregova so heiß und so zerstört, dass ich fünf Maschinen hinter dem Pannenfahrer noch das verbrannte Gummi gerochen habe. Schade, dass ich da keine Bilder von gemacht habe, aber ich war irgendwie mit dranbleiben beschäftigt ;-)). Das waren jedenfalls ein paar verrückte Typen, aber alle super nett. ;-)

Abends kommen wir in der Dämmerung bei Zaharias an und sind rechtschaffen müde. Nach dem üblichen hervorragenden Abendessen und den Erzählungen der Erlebnisse des Tages fallen wir wie die Fliegen in die Kisten.

zurück

Ich freue mich immer über Anregungen oder Fehlerhinweise zu dieser Website und antworte auf jede nette Zuschrift. EMail: webmaster@powerslider.de
Mein aktueller ICQ Status ist:

weiter