Rumänien 2001
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E70 Tour

03.9.2001 Montag E70 Nord

Geldwechsel in CaransebesAnke, Chris und ich wollen gerade losfahren, als Petra Timmer mit der Schek-BMW in Brolova eintrifft. Sie hat sich von ihrem Team getrennt, weil die für ihren Geschmack zu heftig am Cuntu unterwegs waren. Sie kommt in den Hof und wir bieten ihr an, mitzufahren. Spontan sagt sie zu und wir fahren los nach Caransebes, Geld tauschen.

Schlamm hinter Zlagna: Ende!





Von Dort aus geht es über die Schotterstraße nach Zlagna, hier verabschieden wir uns von den Kollegen vom Competition Team, da unsere Ambitionen doch recht weit auseinandergehen. ;-) Wir versuchen, nach Varciorova zu gelangen, brechen den Versuch aber im Matsch des Bachbetts hinter Zlagna ab. Es würde bei dem nassen Untergrund eine ätzende Wühlerei. Wir versuchen dann noch einige Wege, die von Zlagna aus Richtung Süden abgehen, aber irgendwie sind sie entweder zu schlammig oder führen dann irgendwann in die falsche Richtung, so daß wir letztendlich umdrehen und wieder über die Schotterpiste nach Caransebes zurückfahren.

Schotterpiste nach ZlagnaVon der E70 aus ist es kein Problem, nach Varciorova zu fahren. Auf dem Rückweg halten wir an einem Maisfeld an, um die Blasen zu entleeren. Ein Rumäne kommt mit seinem Sohn um die Ecke und schenkt uns erstmal etliche schmackhafte Aprikosen. Als eine auf die Wiese fällt und Anke sie aufheben Ein Rumäne und sein Sohnwill, ist er schneller und wirft sie fort, eine Aprikose, die den Boden berührt hat, ist nicht gut genug für uns. Wir sind etwas beschämt. Er erklärt seinem Sohn die Funktionsweise eines Motorrades (mit Motor, Kette und Hinterrad etc.) und Chris läßt die KTM auf dem Seitenständer einmal laufen, um das zu demonstrieren. Wir verabschieden uns herzlich und fahren weiter.

The Big 4 in IlovaDanach besuchen wir Petrosnita (wo wir die Aprikosen an eine Horde offensichtlich recht hungriger Kinder verteilen) und Ilova. Hier treffen wir ein anderes Team, gemeinsam sind wir eine recht große Gruppe und machen einige coole Fotos. Wir versuchen, direkt von Ilova nach Sadova Noua zu fahren, aber eine steile Geröllpassage stoppt unseren Vorwärtsdrang. Das Big 4 Team wühlt sich hoch, aber wir beschließen, die Hauptstraße zu nehmen. Bei einer kleinen Furt stürzt Anke etwas unnötigerweise, naja, Lehrgeld muß auch schonmal bezahlt werden. ;-))



Puter bei SubmargineDer Invalide von SubmargineIn Sadova Noua sind wir trotz des Umwegs über die E70 immer noch früher als die Teilnehmer des anderen Teams. Wir fahren wieder zurück zur Hauptstraße und biegen in Armenis nach links ab in Richtung Submargine. Ein dicker Truthahn bewacht den Kontrollpunkt und wir müssen ihn zuerst passieren lassen. ;-) Wir begrüßen den Invaliden und reden etwas miteinander, aber ohne einander zu verstehen. Weiter geht es dann nach Submargine Top. Dieses Jahr geht der Geröllweg hinauf recht einfach und wir fahren bis zum Kontrollpunkt, wo wir erstmal die tolle Aussicht genießen. Nachdem alle Notdurften auf dem "Damenklo mit Aussicht" verrichtet sind, Auf dem Weg nach Submargine Topfahren Chris und ich noch weiter zum GPS-Kontrollpunkt, um die Punkte auch noch schnell zu holeRückkehr vom GPS Punktn. Da ich diesmal neben der Geröllpiste hochfahre, funktioniert das Ganze auch ohne Sturz und wir kommen glücklich an dem Kontrollpunkt an. Nach kurzer (ergebnisloser) Suche nach dem Ziffern-Nagel fahren wir zurück zu den Mädels und stellen die Kisten erstmal ab. Als wir da oben so stehen und etwas Pause machen, kommt das Big 4 Team angebraust und wir quatschen ein wenig. Dabei kommt die Idee auf, doch über den Grat einfach hinunter in das Plopu Tal zu fahren. Das kommt uns doch recht interessant vor und wir fahren los.


Blick nach Süden in das Plopu TalNachdem Chris und ich ein wenig die Lage untersucht und einen Schäfer gesprochen haben, glauben wir den Weg zu wissen und fahren zurück, um die Mädels zu holen. Mit einer phantastischen Aussicht fahren wir über den Grat am Plopu Tal entlang und können von oben mehrere Kilometer des Tals, was wir schon einige Male befahren haben, überblicken. Nachdem wir mehrere Fotos geschossen haben, finden wir den Abstieg über eine ausgewaschene und etwas geröllige Abfahrt. Die Kehren sind recht heftig verschüttet und es ist recht schwierig, mit den schweren Maschinen herunterzukommen. Wir schaffen es schließlich, nicht ohne hier und da einmal Hilfestellung zu leisten, aber dafür ist man ja in einem Team. ;-)

Stuck in MudWir landen unten im Plopu Tal an einem Kontrollpunkt, der für das nächste Jahr schon vorbereitet ist. Wir folgen dem Tal, um zum Kontrollpunkt Plopu zu gelangen und kommen an eine schlammige Stelle, wo ich mich prompt für die falsche Spur entscheide und das Hinterrad komplett im Schlamm versinkt. ;-) Mit vereinten Kräften und einem Seil ziehen wir die Twin wieder aus dem Dreck, wobei ich den Motor sanft im ersten Gang mitziehen lasse. Dabei gibt es häßliche und sehr laute Geräusche, wenn Steine oder Zweige im Schlamm zwischen Kette und Kettenrad zermalmt werden und ich denke jedesmal, daß die Kiste das nicht vernünftig überleben wird. Trotzdem ist nix kaputt gegangen. ;-)

Ein Seil ist in Rumänien wichtiges Zubehör. ;-)Endlich kann ich weiterfahren bis zu einem Punkt, wo es nicht mehr weiter geht. Ein Stück Weg ist komplett in den Bach abgerutscht und man muß sich durch einige junge Bäume durchschlängeln, was nur zu Fuß möglich ist. Wenn man hier weiter den Fluß entlang aufwärts will, muß man durch das Flußbett. Die letzten Meter gehe ich zu Fuß und finde den großen Apfelbaum, an dem in den letzten Jahren immer der Kontrollpunkt war, aber hier ist kein Nagel zu sehen. Ich klaue einige der kleinen, wilden sauren Äpfel notiere den Umstand und mache mich wieder auf den Weg zurück. Diesmal entscheide ich mich für die andere Spur an der schlammigen Stelle und komme ohne Probleme durch.

Rast nach Steilauffahrt zwischen Plopu und Raul AlpKurz bevor wir wieder an der Stelle sind, wo wir von Submargine Top aus dem Wald gekommen sind, ist links eine Furt durch den Plopu Fluß. Wir sind hier schonmal vor einigen Jahren aus dem Raul Alp Tal herausgekommen. Wir beschließen, den Weg zurück zu probieren. Der steile Hohlweg (LINK) von damals ist zugewachsen und nicht mehr befahrbar, wir wollten ohnehin über die Wiese hoch. Im letzten Stück ist sie sehr steil und nur mit einem gewissen Fahrkönnen befahrbar. ;-)
Petra pflügt durchs Wasser



Anke mit Unterwasserlampen








Mit einigen Schwierigkeiten schaffen wir die schweren Kisten rauf und kommen oben auf der Höhe an. Nach einer kurzen Verschnaufpause können wir an der anderen Seite über einen schlammigen Hohlweg herunterfahren und landen vor der Furt durch den Raul Alp Fluß. Die ist diesmal etwas tiefer als sonst, aber nachdem Chris sie ordentlich erforscht hat, ;-) schaffen wir es relativ einfach, hindurch zu kommen.

Ab hier geht es in schneller Fahrt nach Raul Alp und wir treffen am Kontrollpunkt an der alten Holzhütte ein. Chris und ich fahren noch flott zum Kontrollpunkt EndOfRoad, der Brille beschlagen? ;-)direkt dahinter liegt, wobei er mich doch tatsächlich abhängt. ;-))

Wieder zurück wollen wir gerade losfahren, als eine Gruppe Crosser in wilder Fahrt eintrifft. Wir schwatzen ein wenig und erfahren, dass weiter unten die Straße von einem Erdrutsch getroffen wurde und quasi nicht passierbar ist. Wir glauben das erst nicht so recht, würde es doch bedeuten, dass wir entweder durch den Fluß müssen (und dabei sind die Crosser ordentlich naß geworden, einer ist komplett reingefallen) oder wir müßten wieder durch die Furten und über den Berg die glitschige Abfahrt hoch, da hatten wir nun wirklich keine Lust drauf. ;-))


Kleiner Erdrutsch am TalausgangWir fahren also los und finden die Stelle tatsächlich verschüttet vor, aber ein Bagger ist bereits dabei, klar Schiff zu machen und nach wenigen Minuten können wir passieren, nachdem wir mit ein wenig gemischten Gefühlen entdeckt haben, daß ein weiteres Stück Fels mit Erde abzurutschen droht und immer wieder einige faustgroße Brocken sich lösen und runterpurzeln. Wir sind froh, als wir unbeschadet vorbeigebraust sind.

Tanken in der Dämmerung




In Sadvoa Veche sind wir dann nochmal tanken und düsen dann per Speed über die E70 nach Hause. Unterwegs treffen wir Jürgen Tschullik mit seiner dicken BMW am Straßenrand mit einer Reifenpanne hinten. ein Teamkollege ist allerdings dabei, so daß er keine Hilfe braucht. So fahren wir weiter und treffen dann wenig später in Borlova ein, wo natürlich ein leckeres Essen und interessante Gespräche auf uns warten.

Das Fahrtwind Competition Team ist über Zlagna, Var, Rugi, Poiana, Delealul und Lindenfeld gefahren und hat viel erlebt. ;-)

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