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31.8.2001 Anreise
Morgens recht früh geht es los, endlich wieder nach Rumänien. Diesmal sollte es mit dem eigenen Anhänger losgehen, in letzter Minute quasi habe ich ein Wochenende vor der Abreise einen
Anhänger gekauft und dann am Montag zugelassen.
Wir starten gegen zwei Uhr morgens und kommen sehr
gut durch den Verkehr, kein Stau diesmal. Irgendwo unterwegs holen uns die Teamkollegen Carsten Boehmer (KTM SC4 400) und Frank Schmitz (genannt Schradt
mit seiner Aprilia Pegaso mit Cross-Umbau, siehe auch http://surf.to/schradt) ein. Wir beschließen, gemeinsam weiterzufahren. Bei Würzburg laden wir noch Frank
hinzu, der von Kassel mit seiner BMW R80GS angereist ist In Nürnberg trennen wir uns dann schließlich, da der Schradt noch in München Reiner Knape mit seiner Suzuki
DR650 einladen muß.
Irgendwo vor Passau passiert's dann: Anke muß einen Moment nicht aufgepaßt haben während ich auf dem Beifahrersitz vor mich hingedöse und ist vermutlich mit den rechten Rädern bei Tempo 80 vom Asphalt
abgekommen. Beim Versuch, zurückzulenken, packen die Vorderräder dann plötzlich und die ganze Fuhre beginnt, sich auf regennasser Fahrbahn zu drehen. Wir kommen gegen die Fahrtrichtung auf der Überholspur zum Stehen
und sind nirgendwo eingeschlagen. Ein unglaubliches Glück!!!
Lediglich einen Leitpfahl hat der Anhänger aus der Erde
gerissen, die Folge ist ein verbeulter Kotflügel. Wenn dort eine Leitplanke gewesen wäre, hätte das evtl. fatale Folgen gehabt. Rein zufällig kommt ein Transit von der Bundesamt für Güterverkehr vorbei und sichert die
Unglücksstelle ab. Nachdem die Polizei mit zwei Fahrzeugen eingetroffen ist und die Autobahn kurzzeitig abgesperrt hat, dürfen wir auch wenden und müssen
einige Fragen beantworten. Nach einer Viertelstunde können wir weiterfahren, ohne irgendwelche Bußgelder bezahlen zu müssen. Da haben wir direkt nochmal Schwein gehabt, Junge Junge.
Wir wollen den Schradt nach seinem Exkurs nach München
wiedertreffen und dann gemeinsam weiterfahren und sind noch etwas früh dran, weswegen wir in Linz beschließen, Chris noch zu besuchen.
Er wird mit einem Wiener Enduromaniac am morgigen Samstag erst fahren, weswegen er heute noch nicht soweit mit seinen Reisevorbereitungen ist. Wir schlürfen einen Kaffee und nehmen seinen
Zweit-Helm und einen Reservereifen mit in das Auto. Nach kurzer Zeit meldet sich der Schradt per Handy und wir verabschieden uns. Auf dem Rastplatz Ansfelden treffen wir die Jungs verabredungsgemäß und
weiter geht die Fahrt nach Riederberg, wo wir bei Gerhard wohlbehalten eintreffen.
Ein leckeres Abendessen und nette Gespräche beenden den Tag und
wir legen uns schlafen, da wir am nächsten Morgen früh wieder raus wollen.
01.9.2001 Anreise 2
Nach einem ausgiebigen Frühstück, was aber dieses Mal auf unseren Wunsch hin sehr früh stattfindet, machen wir uns auf die Socken und fahren durch Wien am Schloß
Schönbrunn vorbei und fransen uns irgendwie auf die Autobahn nach Ungarn. Gelegentlich machen wir eine Pause und kommen gut voran. Nachmittags überkommt uns dann trotz des Reiseproviants ein wenig Kohldampf,
so daß wir uns einige Maiskolben von einem Feld am Wegesrand klauben. ;-)
Rechtzeitig sind wir in Battonya an der Grenze nach Rumänien. Ein Stromausfall auf der ungarischen Seite
verzögert erstmal das Ausreisen aus Ungarn. Nach einer halben Stunde geht es endlich weiter, wir werden zügig und ohne Probleme abgefertigt.
In Rumänien wird es dann interessant. Während das Einreisen für Anke und mich reibungslos funktioniert (die zaghafte Frage, ob der unter anderem mit gesammelter Kleidung und drei Computerbildschirmen bis zum
Dach vollgepackte Passat wirklich nur mit persönlichen Dingen beladen sei, wird mit einem ünberzeugtem "JA"
beantwortet) wird es für den Schradt problematisch: Der Sprinter und der Hänger haben zusammen mehr als 5 Tonnen zul. Gesamtgewicht und müssen daher Straßenbenutzungsgebühr von 72 US$ (oder 160,-DM)
bezahlen. Da diese allerdings nur für LKW gilt und der Sprinter allerdings als PKW angemeldet ist, weigert er sich erstmal. Damit fing die Diskussion an. Ein Handy-Anruf bei Sergio kam nach etlichen Fehlversuchen
endlich zustande und wir reichen das Handy der Zollbeamtin, die lange mit Sergio diskutiert, letztendlich jedoch vergeblich. Frustriert brechen wir die Verhandlungen nach verschiedenen Teilerfolgen und einigen
vergeblichen Bestechungsversuchen ab. Wir sollen einen anderen Grenzübergang benutzen, sagt Sergio. Die Zollbeamtin ist allerdings der Auffassung, daß dort auch gezahlt werden muß.
Währenddessen wartet Anke mit dem Passat-Gespann
hinter der Grenze. Eine beiläufige Nachfrage bei einem anderen, bisher unbeteiligten Grenzbeamten, ob denn die Gebühr auch fällig werden würde, wenn der Passat den Anhänger herüberziehen würde, ergibt, daß das ohne
Probleme möglich sei.

Nach kurzer Besprechung beschließen wir, es zu versuchen. Ich hänge meinen Anhänger also ab, lasse ihn auf der rumänischen Seite unter Aufsicht stehen, reise mit dem Passat wieder aus. Im Niemandsland hängen wir den
schweren Anhänger um und stellen uns wieder hinten an die Schlange an. Nach einer weiteren halben Stunde kommen wir dran, diesmal allerdings bei einem anderen Zöllner. Jetzt klappt zwar die Einreise, aber ich soll
die Moppeds verzollen, da die Personen, die diese fahren, nicht bei mir mit im Auto sitzen und das dann ja ein gewerblicher Motorradtransport sei.
Unglaublich, mit welchen Schikanen man versucht, uns die
Einreise zu erschweren. Uns wundert, daß ein Land mitderartige m Gebaren seiner Grenzbeamten wirklich in
die EU will. Da muß sich noch einiges ändern. Wir haben keine andere Idee, als dem Grenzbeamt en den Akkreditierungsbrief der Enduromania Organisation zu zeigen.
Sofort ist alles kein Problem, er schaut kurz durch einen Winkel der Plane in den Anhänger, sieht, daß dort nur Motorräder aufgeladen sind und interessiert sich schon überhaupt nicht mehr
für Nummernschilder usw. Wir werden so durchgewunken, nachdem wir die Frage nach Waffen und Munition mit "Nein" beantwortet haben.
Unmittelbar hinter der Grenze hängen wir demonstrativ wieder
die ursprüngliche Kombination von Anhänger und Zugwagen zusammen und setzen unsere Reise unbehelligt fort. Was für ein Unsinn!!
Kurioserweise bekommen wir von dem zweiten Zöllner, der uns sehr nett und zuvorkommend behandelte, ein Feedback-Formular in den Paß eingelegt (siehe rechts oben). Da werde ich wohl noch Einiges zu schreiben.
In Arad fahren wir mit den Gespannen über eine Brücke,
die nur bis 1,5t zugelassen ist (sie stürzt nicht ein) und in Timisoara treffen wir an einer Kreuzung das Gespann von Jürgen Rappe der auch zur Enduromania unterwegs ist
und seine Kumpels Norbert und Rene irgendwo verloren hat. Per Telefon wird kurz die Lage geklärt und dann fahren wir zu dritt weiter und wollen uns dann alle in Borlova treffen.

Nach weiteren Stunden erreichen wir nach Einbruch der
Dunkelheit endlich Borlova, wo wir mit großem Hallo freundlich empfangen werden und ein leckeres Abendessen genießen.
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