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Donnerstag 17.8. Lindenfeld und Brebu Nou
Carsten fühlte sich heute nicht so besonders, die Rumänische Küche oder das nicht ganz koschere Wasser fordert seinen Tribut und er hat (wie wir fast alle) Verdauungsprobleme. Während wir damit klar kommen, geht
es ihm nicht so gut und er beschließt einen Tag Pause zu machen.
Wir fahren los und kommen über die E70 schnell nach Petrosnita, um dann nach links Richtung Lindenfeld abzubiegen. Hier machen wir eine kurze Rast und schießen
das einzige richtige Gruppenfoto der Tour, leider ohne Carsten. Weiter geht's und wir düsen immer weiter, bis wir an einer Stelle aus dem Wald kommen, wo der Weg aufhört und
wir nicht mehr so genau wissen, wie's weitergehen soll. Später sollten wir erfahren, daß wir im Wald einen Abzweig nach Lindenfeld verpaßt haben, aber das wissen wir jetzt ja noch nicht. ;-)
 
Da der GPS-Pfeil nach rechts hinten zeigt und dort ein schmaler Weg den Wald hinauf führt, schicken wir eine
Gruppe Scouts vor, um die Lage zu erkunden. ;-) Max und ich finden einen schönen Hohlweg im Wald, der nach einigen etwas schwierigeren Passagen schließlich in Lindenfeld
landet. Wir sind zufrieden, kehren um und holen die Meute. In Lindenfeld treffen wir den alten Mann, der den Kontrollpunkt betreut. Er lebt hier in Einsamkeit und völliger
Armut, ohne Strom und fließendes Wasser in wirklich unglaublichen Verhältnissen. Wir sind erstaunt, daß es sowas gibt. Die Häuser des Geisterdorfes sind verfallen und
teilweise völlig zerstört. Das Dorf liegt so abgeschieden, daß man nur mit sehr geländegängigen Fahrzeugen überhaupt noch hinkommt.
Der alte Mann lädt uns zu einem Wasser ein, aber wir danken, da es uns verlegen macht, seine Gastfreundschaft
anzunehmen. Wir machen ein Foto, wie er vor der Africa Twin steht und müssen ihm versprechen, es nächstes Jahr mitzubringen.
Wir reißen uns los von der gespenstischen Atmosphäre der
Siedlung und fahren den Hohlweg, den wir gekommen waren, ein Stückchen zurück, um dann nach rechts Richtung Brebu Nou abzubiegen. Wir wollen versuchen, nur nach GPS durch
den Wald den Ort zu finden. In einem engen und steilen Hohlweg ist eine sehr steile Feldtreppe, die wir nur mit viel Schwung und etwas spektakulären Balance-Akten schaffen, aber wir
bekommen es hin. Oben ist wie so oft das alpine Weideland eine schöne Belohnung für einen beschwerlichen Aufstieg. Durch schöne Strecken im Wald finden wir schließlich den Gebirgsort Brebu Nou, wo wir Rast machen und wo der Seitenständer von Chris' KTM erstmal
wieder geschweißt wird, weil der fast abgefallen wäre. ;-) Die Schrauber-Jungs sind wie immer gut ausgestattet und nach kurzer Zeit ist der Schaden behoben.
Später dann beschließen die Jungs, noch weiter über den Semenic nach Cosava zu fahren. Ich
erinnerte mich an die Tour noch vom letzten Jahr und in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit (es war mittlerweile fast 5 Uhr nachmittags) beschloß ich, mit Anke über die
Straße nach Wittmanns zurückzufahren. Bis zum Semenic sind wir dann noch zusammen gefahren. Oben habe ich noch einige Fotos von der schönen Hochebene geschossen und dann sind wir zurück zu Wittmanns.
Abends kommen die Jungs einfach nicht nach Hause... Als
die Abendessen-Zeit vorbei ist, lassen wir von den Wittmanns einen Futterkorb fertigmachen, damit die Spätheimkehrer auch was zum Beißen haben, wenn sie heimkommen sollten. Wir fragen uns noch, ob wir mal runter
in's Tal fahren sollen, um die Handies zu checken, aber letztendlich denken wir uns, daß die ja zu viert sind und sich eigentlich selbst helfen können sollten. Unruhig gehen wir zu Bett.
Gegen 2 Uhr nachts auf einmal Motorgedröhn vor der Hütte: Die
Jungs kommen zurück. Alle heil und gesund, das ist doch schonmal was. Es stellt sich
raus, daß sie noch heftig im Schlamm unterwegs waren und dabei die Twin von Wheeli nicht mehr funktioniert hat. Der Motor ist einfach ausgegangen. Benzinpumpe vermutlich. Sie haben die Kiste
dann im Wald stehen lassen, sind nach Brebu gefahren, haben dort einen Geländewagen mit Hänger organisiert und die Kiste geborgen, um dann zum Wittmann zu fahren. Deswegen also die Verspätung. Heißhungrig machen
sich erstmal alle über den Freßkorb her, um dann auch in die Betten zu fallen.
Am nächsten Tag sollte sich rausstellen, daß die Benzinpumpe eigentlich in Ordnung war, lediglich der Entwässerungsschlauch war abgegangen, dadurch hat sie in
den Schlammdurchfahrten ordentlich Wasser abgekriegt, was dann die Elektrik im Kopf lahmgelegt hat. Nach einem Ausgiebigen trocknen läuft sie dann auch wieder normal. ;-)
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