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Donnerstag 24.8. Discovery nach Canicea mit Sergio
Sergio hat mittlerweile ein Büro mit Schlafgelegenheit bei Zaharias, so daß er ab und zu auch neben den Enduromania Veranstaltungen hier ist. So auch gestern Abend. Heute
morgen frühstücken wir mit ihm zusammen in Zaharias' schönem "Speisesaal", den er liebevoll mit rustikalem Mobiliar und bäuerlichen Accessoires hergerichtet und der urgemütlich ist.
Heute ist Abreisetag
für die Quad-Leute. Das Aufladen der Maschinen wird zum Schauspiel, der Hänger ist ziemlich spektakulär, er ist für sechs Quads ausgelegt, doch jetzt werden nur fünf
aufgeladen, da das kleine Quad von Rene im Transporter reist. Der geliehene Bus von Nobse muß angeschoben werden, doch dann ist die Truppe endlich unterwegs. Wir wünschen gute Reise!
Sergio möchte heute etwas mit uns fahren. Gestern hat
er seine frisch reparierte DR350 aus Timisoara abgeholt, er möchte endlich mal wieder etwas fahren, er kommt viel zu selten dazu. Wir formieren eine
Gruppe mit Carsten, Chris, Sergio und mir, Anke will heute ein wenig Pause machen, es ist einfach zu heiß... Zaharias begleitet uns noch ein kurzes
Stückchen, aber er hat heute einen Termin und kann nicht mit uns fahren.
Leider stellt sich raus, daß das Getriebe der DR350 von Sergio immer noch defekt ist, er kann nicht in den dritten Gang schalten. Da die kleine Geländemaschine sehr kurz
übersetzt ist, ist damit also nicht viel Staat zu machen. ;-) Egal, wir fahren von Borlova eine kleine Abkürzung Richtung Norden, die holprig genug
ist, daß kein Geschwindigkeitsrausch aufkommt. Wir treffen auf eine gut ausgebaute Schotterstraße, die wir nach Norden weiterverfolgen, um sie dann mit dem GPS Track zu kartographieren. Am Ende finden wir eine Baustelle für das Wasserversorgungssyst
em Rumäniens, hier wird eine Druckleitung von Poiana Marului zum Stausee bei Zervesti gelegt. Sergio unterhält sich ein wenig mit den Bauarbeitern, während ich einige Fotos mache.
Wir fahren zurück und landen in Turnu Rueni,
wo wir natürlich auch die Ruine besuchen. Auf dem Weg rauf fallen erst Sergio und dann ich selbst an einer etwas schwieriger ausgewaschenen Stelle um, beide allerdings ziemlich unnötigerweise wegen eigener
Dummheit, wie wir selbst feststellen. ;-))
An markanten Punkten stoppt Sergio kurz, holt seine spezielle Markierungsfarbe aus der Hüft-Tasche und markiert Bäume, Gebäude und
Checkpoints mit seiner knallgelben und besonders naturfreundlichen und haltbaren Farbe. So auch hier oben an der Ruine an dem großen Baum, der da steht.
Wir fahren weiter und finden einen Weg in den Wald hinauf.
Sergio möchte wissen, wo er hinführt und wir folgen ihm steil hinauf auf den bewaldeten Grat. Wir passieren einige Gatter, die wir hinter uns schließen und sind schnell auf der höchsten
Stelle des Rückens angelangt. Es geht dabei immer durch Wald und ist wunderschön schattig und gleichzeitig schön zu fahren, weil man auf dem Waldboden doch gelegentlich
improvisieren muß, wenn da dicke Äste quer liegen oder so. Bei
mehreren Lichtungen halten wir an, suchen am anderen Ende den Weg und folgen ihm immer weiter. Er scheint selten benutzt zu werden, aber er ist immer wieder da. ;-) Wir ziehen auf dem GPS einen sanften Bogen
nach Nordosten und landen schließlich zwischen Zervesti und Canicea an der GSM-Antenne, die dort steht. Eine wirklich Klasse Discovery, die wir da gefahren sind.
Wir biegen nach rechts ab, um uns das Geisterdorf Canicea anzusehen und den Kontrollpunkt neu zu markieren. Hier steht eine Kirche mitten auf der Hauptstraße im Dorf
und Sergio meint, diese Kirche habe ein schlechtes Feng Shui. Das Dorf wirkt verlassen, einige Kinder
begegnen uns und begrüßen uns. Schließlich fahren wir über Zervesti nach Hause, mit Sergios defektem Getriebe machen längere Touren irgendwie keinen Sinn. Als wir die
Hauptstraße erreichen, tausche ich mal mit Sergio die Kisten, ich gurke mit seiner waidwunden DR350 nach Hause, während er mit der dicken Twin fährt. Er ist völlig verblüfft,
wie schwer sie zu rangieren ist und gleichzeitig wie leicht und komfortabel sie sich fährt, wenn man einmal im Schwung ist. Er ist ganz begeistert. ;-) Ich habe meinen Spaß an seiner Begeisterung. ;-)
Abends
dann wird auf einmal heftig geschraubt: Carsten hat sich spontan entschlossen, seine Handschützer und seinen selbst gebastelten GPS-Halter Sergio zu schenken und schraubt auf
einmal die Sachen an der BMW ab und an Sergios DR350 an. Finde ich eine tolle Aktion und Sergio freut sich ebenfalls. Die alten Handschützer waren schon ordentlich zerbrochen,
so daß die Aktion wirklich zum rechten Zeitpunkt kommt. Sergio ist reiner Anwender, kein Schrauber, das gilt für seinen PC genau so wie für sein Motorrad. ;-) Durch den GPS-Halter kann er nun auch mit dem Motorrad
Kartierungen mit dem GPS vornehmen und muß nicht immer den schweren Geländewagen bemühen. Tolle Sache! Ich fotografiere seine Kiste von allen Seiten und auch die Motornummer, damit ich evtl. hier in Deutschland Teile
besorgen kann, falls er welche brauchen sollte.
Der Abend vergeht mit Erzählungen und gemütlichem Beisammensein, natürlich nicht ohne vorher fürstlich bei Anna zu Abend gespeist zu haben.
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