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Norwegen 1999

Bericht zur Norwegen Reise von Renate & Marcello im Juni 1999

Brücke über den Lysebotn FjordMittwoch, 2.6.: Abreise nach Hannover

Nun war es endlich soweit, die lang geplante Norwegenreise sollte beginnen. Wir waren ziemlich aufgeregt, zumindest ich war's, da ich noch nie in Norwegen war und viel davon gehört hatte. Da Urlaub dieses Jahr 'mal wieder knapp war ;-) fuhren wir mit den bepackten Kisten zur Arbeit, um dann direkt vom Feierabend weg zu starten.

Wir wollten eigentlich nur möglichst schnell nach Hannover, wo wir eine Übernachtungsmöglichkeit hatten, um am nächsten Tag schneller in Kiel an der Fähre nach Oslo zu sein. Durch eine etwas ungeschickte Routenwahl durch das Ruhrgebiet hatten wir ziemlich viel Stau, was durch das außergewöhnlich heiße Wetter und die warmen Norwegen-Klamotten nicht besser wurde. ;-) Bei Bad Oeynhausen hatten wir dann noch eine Autobahn-Vollsperrung, die uns eine zwar recht nette, aber zeitaufwendige und durch den mittlerweile einsetzenden Regen nicht besonders lustige Umleitung bescherte. Hinter den LKWs kam man da auch nicht recht weiter, aber immerhin waren die über Funk recht gut informiert, wo man am besten lang fahren sollte, so daß wir den Stau auch erfolgreich umfuhren. Durch verschiedene Baustellen um Hannover verfransten wir uns noch etwas, so daß wir bei einbrechender Dunkelheit erst gegen 23:00 Uhr ankamen.

Naja, der Tag war nicht so gelungen, aber was bedeutete das schon angesichts dessen, was uns noch an tollen Erlebnissen bevorstand? Wir ließen uns nicht unterkriegen. ;-)

Donnerstag, 3.6.: Hannover->Kiel

Auf der Lysebotn FährePünktlich morgens kamen wir los, aber auf der A7 erwartete uns erstmal ein Riesen Stau. Unglaublich, mitten in der Woche... Nach einer Stunde hatten wir erst 5 Kilometer hinter uns, mit den dicken Kisten wollten wir uns dann doch nicht zwischen den Autos durchschlängeln und wir wurden langsam nervös, denn eigentlich wollten wir ja pünktlich eine Fähre kriegen. Endlich die ersehnte Ausfahrt, über Landstraße navigierten wir uns um den Stau herum. Bis Kiel hatten wir dann freie Fahrt, so daß der Abreise nichts mehr im Wege stand, sogar der Elbtunnel ist frei und der Ausblick auf den Hafen und auf die Elbbrücken vor der Tunneleinfahrt sind ein Erlebnis!

In Kiel noch schnell ein letztes mal "billigen" Sprit tanken, ein letzter Besuch bei McDonald's und dann auf zur Fähre. Für mich ist alles recht aufregend, ich bin noch nie mit so einem dicken Ding gefahren. Die Princess Ragnhild ist das zweitgrößte Fährschiff der Welt (hinter der Finnjet) und ist nach einem Umbau in jüngerer Zeit auf aktuellem Sicherheitsniveau und für eine Touristenfähre ungewöhnlich luxuriös, fast kommt ein wenig Kreuzfahrtathmosphäre auf.

Beim MoppedverladenWir werden auf das unterste Deck gelotst und durch verschiedene schwere Schotten landen wir in einem kleinen Raum unten im Schiff, wo vielleicht maximal fünf Autos 'reingepaßt hätten. Dort hingen Seile von der Decke (jawohl, von der Decke) zum Anbinden der Moppeds. Mit einigen anderen Motorradfahrern teilten wir uns den Platz und zurrten die Kisten so gut es ging fest. Am besten stehen die Karren, wenn man sie auf dem Seitenständer stehend links gegen eine Wand zurrt, dann ist alles bombensicher. Zusätzlich haben wir noch den Bremsgriff zugebunden, damit das Vorderrad auch blockiert ist.

Während wir die Karren vertäuen, schließt ein Matrose unter ohrenbetäubendem Geklingel einer Warnglocke die schweren Schotts, die mit dicker Hydraulik in die Dichtung gepreßt und anschließend mechanisch verriegelt werden. Das schafft Vertrauen.

Schnell noch den vorbereiteten Rucksack aus dem Topcase mit GPS, Handy, Waschzeug und zivilen Klamotten 'rausholen und dann erstmal die Kabine entdecken.

Nach einem langen Marsch durch das Schiff kommen wir in der Kabine an, billigste Kategorie, direkt am Wellentunnel, sehr eng, aber gemütlich und mit einem eigenen Waschbecken versehen. Zivile Sachen an und erstmal ab auf's Deck. Ein letzter Anruf zuhause, die Rufumleitung auf die Mailbox aktiviert und dann in Ruhe beim Ablegen zuschauen.

Später erkunden wir dann das Schiff, 24000 PS, 1800 Passagiere, 9 Decks, eine Disco, eine Bar, ein Club, drei Restaurants, ein großer Supermarkt, ein cooler offener Atrium-Schacht mittschiffs mit zwei gläsernen Aufzügen, es gibt viel zu entdecken.

Nachher flezten wir uns ein wenig auf's Achterdeck in den Windschatten der Aufbauten und ließen uns während einer Lektüre und einem leckeren Snack die Nachmittagssonne auf den Pelz scheinen. Wir schauten den häufigen Kurswechseln der Ragnhild auf dem GPS zu und wunderten uns über die hohe Geschwindigkeit (19 Knoten, das sind etwa 40 km/h).

Ein toller Anblick ist die lange Brücke über den .... Sund (äh, Name vergessen), welche es ermöglicht, die komplette Vogelfluglinie bis Helsingör mit dem Auto ohne Fähre zurückzulegen.

Später geht's dann noch in die Disco, da wird eine nette Live-Show geboten, nachher dann noch ein Kurzbesuch im Lord Nelson Pub und dann fallen wir hundemüde in die Kojen.

Freitag, 4.6.: Olso->Tyritreff

Auf dem Sogne FjellFrüh wachen wir auf, trotz des Schraubenlärms haben wir gut geschlafen. Hoch zum Restaurant-Deck und erstmal frühstücken. Am Fenster zieht der Olso-Fjord vorbei, ein erhabener Anblick. Nachher gehen wir auf das Top-Deck und genießen das Schauspiel, wie dieser Riesen-Pott mit dreiviertel Fahrt durch den engen Fjord zirkelt. Sehr langsam erfolgt das Anlegemanöver neben der königlichen Yacht im Hafen von Olso. Wir gehen gemächlich zur Kabine 'runter, um uns fertigzumachen, denn da wir ganz unten im Schiff parken, werden wir sicher noch etwas warten müssen, bis wir 'rauskönnen. Tatsächlich dauert es noch über eine Stunde, bis daß das Tor aufgeht und wir herausfahren können. Währenddessen albern wir noch ein wenig mit den anderen Moppedfahrern 'rum und wünschen uns schöne Ferien und gutes Wetter.

Draußen fisselt es ein wenig, aber das ficht uns nicht an. Wir fahren eine kleine Runde über die Halbinsel zwischen Oslo und Drammen, aber  durch den doch immer mehr zunehmenden Regen verlieren wir dann doch die Lust am Fahren und wollen jetzt flott ankommen. Nachdem die Sachen durchweicht sind, finden wir einen Platz zum Unterstellen und ziehen uns die Regensachen das erste Mal an. Nach der ersten Fährüberfahrt bei Svelvik kommen wir gegen drei Uhr am Eikeren an, das ist der See, an dem Terje aus der Africa Twin Mailingliste ein Moppedtreffen mitorganisiert und was wir besuchen wollten. Es ist noch kaum jemand da und es regnete ordentlich, die Organisatoren waren recht bedröppelt...

Wir haben keine Lust auf Zelten und machen uns auf die Suche nach einer Hütte. Beim zweiten Versuch werden wir nach einer halben Stunde Warterei bei einer offensichtlich noch nicht betreuten Hüttensiedlung bei Thorrud Camping am Eikeren fündig, (mein zaghafter Versuch, die 310 NOKs (ca. 75,-DM) herunterzuhandeln, war von vornherein zum Scheitern verurteilt, da wir offensichtlich angesichts unserer durchnäßten Klamotten nicht mehr weiterfahren wollten ;-)) und machen es uns erstmal in der kleinen, behaglichen Hütte bequem. Heizung auf volle Pulle und erstmal alles zum Trocknen ausbreiten.

Auffahrt zur JuvashyttaAls Vorübung zum Rumänien-Urlaub hatte ich den Palm Organizer mitgenommen, um per Nullmodemkabel und spezieller Software die Trackdaten aus dem Garmin GPS zu sichern, so daß wir dann nach dem Urlaub den gesamten Tag im 20 Sekunden Raster Revue passieren lassen können. Problemlos gelang die Datensicherung und das GPS ist somit wieder bereit für neue Schandtaten am nächsten Tag.

Nach einem Nickerchen hieß es nochmal ab in die Klamotten und auf zum Tyritreff, wir wollten den doch jetzt nicht auslassen! Wir kamen auch fast trocken hin und fanden eine kleine Schar Unentwegter, mit denen wir uns ein wenig unterhielten. Nette Leute, eine 29er Harley, ein großes Lagerfeuer, Diskussionen um Politik, Motorräder und andere Unwichtigkeiten, zwei Dosen Diebels Alt und unser erstes norwegisches Bier, der Abend vergeht wie im Flug.

Gegen Mitternacht fahren wir die 10 km zurück zum Campingplatz und fallen hundemüde in unsere Betten.

Samstag, 5.6.: Thorrud -> Lindesnes (Südkap)

Bei diesigem Wetter brechen wir auf, um möglichst schnell Richtung Süden, zur norwegischen Riviera zu kommen. Dort sollte auch das Wetter besser sein. Vorher mußte bei Renate noch ein Abblendlicht gewechselt werden und auch der Scottoiler bedurfte einer kurzen Beachtung. Beim letzten Radwechseln hatte ich wohl den Schlauch am Hinterrad verbogen, so daß der Oiler nicht mehr die Kette, sondern die Straße direkt mit Öl beaufschlagt hatte... [ähem]. Naja, nachdem alles gerichtet ist, fahren wir los, nicht ohne uns über die laut knarzenden Kette doch ein wenig Sorgen zu machen. Die Kette sollte sich dann während des Urlaubs noch zum ernsten Sorgenkind entwickeln, aber dazu mehr später.

Bei leichtem Regen fahren wir die E35 nach Süden, um auf der E18, der großen Küstenstraße zügig nach Süden zu kommen. Verwundert registriere ich, daß sich alle Verkehrsteilnehmer auch wirklich an die IMHO viel zu niedrigen Tempolimits halten und ganz brav mit 80 km/h hintereinander her fahren. Das Fahren ist dadurch zwar streßfrei und gemächlich, aber man kommt doch deutlich langsamer voran, als man das so gewöhnt ist. Egal, ist 'mal 'was anderes. ;-)

Einige Kilometer hinter Larvik haben wir genug vom Geradeausfahren und machen einen Abstecher nach Süden, die RV351 lang nach Myra. Wunderschöne Kurven, entlanggezirkelt an der Küste mit tollem Ausblick auf das Schärengebiet vor Kragerö. Phantastisch. Das Wetter spielt mittlerweile auch mit und bei blauem Himmel und Sonnenschein genießen wir das Motorradfahren.

Campingplatz LindesnesWeiter geht's auf der Küstenstraße bis Vigeland (hinter Mandal), wo wir nach Süden abbiegen, um den Campingplatz in Lindesnes aufzusuchen, wo Renate schonmal gewesen ist. Direkt am Meer finden wir ihn dann auch, sehr klein und beschaulich, gut gepflegt und mit der in Norwegen typischen Lockerheit: Da es nach 19:00 Uhr ist, gilt die Regel: Wer kommt, sucht sich einen netten Platz und wirft am Morgen das Geld, was er bezahlen muß, in einen dafür vorgesehenen Briefkasten. Viel Spaß! ;-) Sehr angenehm, daß es sowas noch gibt.

Wir bauen unser Zelt auf und werden von den Wohnmobilfahrern bewundert, besonders Renate, die mit ihrer dicken Kiste so alleine Norwegen bezwingt. ;-) Nach einem leckeren selbstgekochten Mahl und anschließender Datensicherung vom GPS auf den Palm verkrabbeln wir uns in's Zelt und fallen in den wohlverdienten Schlaf.

Sonntag, 6.6.: Von Lindesnes nach Lysebotn

Leuchtturm am SüdkapErneut begrüßt uns strahlend blauer Himmel und Sonne. Wir freuen uns wie die Kinder und frühstücken draußen. Nach dem Einpacken geht's erstmal zum Südkap, wo wir den Leuchtturm und die Einrichtungen drumherum ausführlich besichtigen. Nun aber ab nach Norden, in's Fjordland!

Nach einem ersten Tanken habe ich zwei Erkenntnisse mehr: Erstens ist der Sprit in Norwegen wirklich verdammt teuer und zweitens spart man deutlich durch die erheblich langsamere Fahrerei unter den Tempolimits, wenn man sie auch wirklich einhält, so wie die Einheimischen.

Bei Sirnes verlassen wir die E39 Richtung Norden und fahren am westlichen Ufer des Sirdalsvatn lang, wo eine geschotterte Straße Fahrspaß verspricht. "Leider" ist der Schotter der norwegischen Schotterstraßen so glatt und gut verarbeitet, daß man sie fast wie auf Asphalt fahren kann, nur in engen Kurven gibt es innen gelegentlich einige Rattermarken. Der See hat einige tolle Ausblicke für uns parat und wir machen einige Fotos.

Am SirdalsvatnJe weiter wir nach Norden kommen, desto schlechter wird das Wetter. In Tonstad setzt der Regen ein und wir trinken uns erstmal einen Kakao. Fassungslos studiere ich die Speisekarte, die sowas von absord teuer ist, daß alle, die im Lokal saßen, sich mit einem Kaffe oder Kakao begnügten. ;-)

Während wir beraten, ob wir mit oder ohne Regenkombi weiterfahren sollen. Während wir da so sitzen, treffen wir zwei Deutsche, die auf Moppeds eine Woche 'mal so ungeplant durch Norwegen fahren wollten. Das schienen zwei echte "Fachleute" zu sein, sie kamen aus der Lüneburger Heide und deren Hochgefühl beim Motorradfahren waren Wochendendtouren (Zitat:) "querfeldein durch Hamburgs Innenstadt". Wir nannten sie nachher nur noch "die Prinzen". Später sollten wir ihnen nochmals begegnen. ;-)

Auf dem Fjell nach LysebotnWeiter ging's dann in Regenkombi durch das Hochland über's Fjell nach Lysebotn. Die Stadt liegt am Ende des Lysefjords und war früher ausschließlich per Fähre zu erreichen. Mittlerweile gibt es eine Straße, die in jüngerer Zeit gebaut wurde, um ein Kraftwerk in Lysebotn zu bauen. Oben auf dem Fjell ist es sehr kalt und es regnet an einem Stück. Meterhohe Schneewände rechts und links der Straße sind ein verrückter Kontrast zu der Wärme, die wir noch am Morgen in der Sonne verspürten.

Ein echtes Erlebnis ist dann die Abfahrt vom Hochland herunter an den Lysefjord, wo es in engen Kehren von ca. 800m auf 0m heruntergeht.

Der Ort besteht eigentlich nur aus der Fähranlegestelle, einigen Lagerhallen, dem Kraftwerk und einigen Privathäuschen und natürlich dem Campingplatz. Aber angesichts des Regens wollten wir lieber eine feste Unterkunft und fanden sie in Form eines Appartments (für 400,- NOKs, das sind ca. 100,- DM). Die Hütten sollten 700 NOKs kosten, keine Ahnung, was das für Luxusgeräte gewesen sind. ;-) Im Appartment erstmal Duschen (nett, daß die Vormieter vergessen haben, die Heizung im Bad auszuschalten) und dann im Fernsehen beim Abendbrot den Wetterbericht schauen. Verhaltener Optimismus, daß es im Norden besser sei. Naja. Nach der obligatorischen Garmin-Palm Datensicherung geht es erstmal ab in's Bett.

Montag, 7.6.: Lysebotn -> Preikestolen

Da die Fähre heute leider erst abends gegen 20:15 fährt und wir keinen Bock haben, solange im Regen auszuhalten, setzen wir uns auf die Kisten und fahren wieder über die Serpentinen und das Fjell zurück Richtung Stavanger. Auf dem Weg treffen wir die beiden Prinzen, die tatsächlich gestern auf dem nächsten Hüttenplatz übernachtet haben, wie wir uns das schon gedacht hatten. Es regnete ja. ;-)) Na denn. Sie wollten auch zum Preikestolen, vielleicht sieht man sich ja dann dort. Bis dann!

Über die verschneite Hochebene geht's wieder zurück nach Sirdal und Svartevatn, wo wir an einer Tankstelle tanken, etwas einkaufen und einen durchnäßten Harleyfahrer treffen, der aus der Richtung kommt, wo wir hinwollen, und uns von schlimmem Regen berichtet. Er kaufte sich gerade neue trockene Socken, seine jetzigen wären pladdernaß. ;-) Na das sind ja mal tolle Aussichten!

Der LysefjordWir fahren natürlich trotzdem los und haben bestes Wetter. Bei Oldedal biegen wir nach Norden ab und nehmen die Fähre nach Oanes. Nun sind wir am Eingang des Lysefjords. Über eine schöne Hängebrücke kann man auf die Südseite, dort gibt es eine kleine Stichstraße, die genau gegenüber vom Preikestolen auskommt. Ob man den von da aus sehen kann? Wir fahren hin und schauen, können aber nix finden.

Naja, egal, wir fahren wieder zurück und überlegen uns, mit der Lysebotnfähre ein Stückchen mitzufahren, um dann von hinten an den Preikestolen heranzufahren. In Forsand warten wir eine Stunde auf die Fähre, während wir in bester Sonne vor dem Supermarkt sitzen und jausen. ;-). Als die Fähre kommt, verladen wir die Kisten und gehen erstmal auf Deck. Vom Wasser aus sieht wieder alles ganz anders aus und wir lernen, daß der Preikestolen nur eine recht kleine Formation ist, die man von unten nicht unbedingt sieht, wenn man nicht genau weiß, worauf man achten muß.

Preikestolen CampingplatzIn Sognesand gehen wir an Land und fahren über das Hochland dahinter einen großen Bogen gegen den Uhrzeigersinn und kommen nördlich vom Preikestolen bei Tveit auf die RV13, die uns dann wieder südwärts zum Preikestolen Campingplatz führt. Hier treffen wir ein nettes Pärchen mit Africa Twin und Dominator und quatschen uns den Abend erstmal fest. ;-) Der Preikestolen Campingplatz bekommt den Preis für die besten Sanitäranlagen auf unserer Reise, die Duschen haben einen großen Vorraum und eine breite Glastür. Warmes Wasser kommt soviel man möchte und alles ist sehr sauber und großzügig. Einfach Klasse!

Dienstag 8.6.: Preikestolen

Auf dem PreikestolenHeute ist Wandertag. Nachdem wir den Vormittag mit dem Warten auf trockenes Wetter verbringen, machen wir uns am Mittag dann auf, den Preikestolen zu bezwingen. ;-) Nach zwei Stunden Wanderung ist es dann auch soweit und das beeindruckende Naturschauspiel zieht uns in seinen Bann. Besonders Klasse ist es, sich auf dem Bauch liegend an die Kante heranzurobben und dann in die Tiefe zu schauen... Auf dem Rückweg setzt dann wieder unser schon liebgewordene Regen ein, nicht ohne die ganze Nacht anzudauern. Zeit, ein paar c't zu lesen. ;-))

Mittwoch, 9.6.:

Morgens hört der Regen zuerst auf, fängt dann aber wieder leicht an. Schnell die Sachen zusammengeraffelt und auf die Moppeds! In Tau (ca. 1 Stunde entfernt) haben wir ca. 1 Stunde Zeit, bis die Fähre nach Stavanger kommt, so daß wir in Ruhe den örtlichen Kiwi Markt plündern. Für umgerechnet 12,-DM pro Nase schippern wir 40 Minuten über das Meer nach Stavanger, eine nette Reise. Dort angekommen checkten wir zuerst die Abfahrtszeit der Fähre nach Skudeneshaven, um dann in den verbleibenden vier Stunden Stavanger zu Fuß zu erkunden. Das eigentliche Zentrum ist recht übersichtlich und mit den alten Häusern sehr sehenswert. Nachmittags nehmen wir dann die Fähre nach Skudeneshaven, fahren die Insel Karmöy auf der unbefahrenen und kurvigeren RV511 herauf und düsen über kleinste Nebenstreckchen nach Norden Richtung Haraldshaugen. Hier überqueren wir den Karumsundet über eine schön geeschwungene und recht hohe Brücke, um beim Haraldsdenkmal haltzumachen und an die erste echte Einigung Norwegens unter König Harald dem ersten erinnert zu werden. Ringsherum stehen für jede Provinz Norwegens ein kleiner Obelisk aus einem Stück Fels aus der entsprechenden Region, gruppiert um einen großen Obelisk, der das eigentliche Denkmal darstellt.

Irgendeiner der vielen Fähren nach BergenDirekt nebenan ist der Campingplatz und wir ergattern eine spottbillige (90 NOKs, das ist Tiefstrekord) Hütte mit leidlichem Komfort und Toilette direkt nebenan. ;-) Der Preis ist unter dem, was man normalerweise fürs Zelten bezahlt, und wir ärgern uns nicht, als das doch recht schlechte Wetter später am Abend aufklart und einen schönen nächsten Tag verspricht.

Donnerstag, 10.6.: Haraldshaugen -> Bergen

Bei schönstem Wetter fahren wir abseits der Europastraße auf kleinsten Nebenstrecken nach Norden, Inselhopping nach Bergen ist angesagt. In Valevag warten wir auf die Fähre nach Skersholmane, die Sonne scheint warm vom Himmel und wir flezen uns ein wenig im Gras neben dem Fähranleger. Nach der Fährüberfahrt geht's wieder auf kleinsten Straßen weiter und in Sandviksvag schiffen wir uns erneut ein, diesmal nach Halhjem. Die Fahrt dauert fast eine Stunde und wir genießen die Sonne an Deck. Von Halhjem sind es nur noch 20 km bis zu dem Vorort, wo seit einigen Monaten mein alter Kumpel Dirk wohnt. Mit dem Handy verabreden wir uns und seine Frau Bille holt uns an einem markanten Punkt im Ort ab.

Wir schwatzen den ganzen Abend lang, er zeigt uns sein schönes Haus mit tollem Blick über die Stadt Bergen und wir süppeln genüßlich den mitgebrachten Pflaumenlikör. ;-))

Freitag, 11.6.: Bergen

Heute wollen wir uns Bergen anschauen, wir fahren erstmal zum Zentrum und wandern die Tyske Brügge lang, das sind die alten Handelshäuser der deutschen Handelskaufleute, die zur Blütezeit der Hanse hier die Stadt uns sich selbst reich machten. ;-) Heute wird allerdings viel Tourismus hier gemacht, was die Romantik doch ein wenig stört. Natürlich waren wir auch auf dem Fischmarkt, aber es mutet schon ein wenig komisch an, wenn man mittags unter sengender Sonne in Folie eingeschweißten Fisch mit der Kreditkarte kauft... Naja, wir haben eine Tüte Kirschen gekauft und die Steine in hohem Bogen in den Hafen gespuckt. ;-)

Anschließend sind wir mir der berühmten Floyn-Bahn (richtig geschrieben?), einer Bahn, die sehr steil ohne Zahnradschiene eine Schräge 'rauffährt und durch einen Gegenzug gehalten wird, der simultan abwärts fährt) auf den Floyn gefahren und haben uns die hervorragende Aussicht auf die Stadt angeschaut. Dabei entdecken wir auch ein U-Boot, welches im Schärengebiet vor Bergen unterwegs ist. ;-) Es ist wirklich ein U-Boot, wir haben es mit einem kleinen Fernrohr nachgeprüft. ;-))

Beim angelnNachmittags fahren wir mit der von Schule, Arbeit und Sprachkurs heimgekommenen Familie von Dirk und mit ihm selbst auf Sotra, einer vorgelagerten, recht langen Insel, um zu fischen. Dirk hatte zwei Angeln mitgebracht und wir verbrachten den Rest des Tages damit, wechselweise zu angeln. Bille hatte dann tatsächlich Glück und wir fingen einen kleinen Lachs, ca. 20-30cm lang. Zuhause wurde der dann genüßlich verspeist, naja, mehr als einen Happen gab's nicht für die nicht-Vegetarier. ;-)

Auf dem Nachhauseweg von Sotra schauten wir uns noch den wunderschönen kleinen Campingplatz Mövik auf Sotra an, wo sie letztes Jahr war. Man zeltet in einer kleinen Bucht nach Westen und die untergehende Sonne schafft mit dem Schärengebiet und den umgebenden Bergen eine wunderbare magische Stimmung.

Auf dem Weg zurück nach Bergen hatten wir die Sonne im Rücken und auf der Hjellefjord-Brücke haben wir einen irren Blick auf die Stadt, eingebettet in die umgebenden Berge und beschienen vom Abendrot der untergehenden, aber immer noch kräftigen Sonne. Das sind die Momente, für die man nach Norwegen gekommen ist. Einfach wunderbar.

Samstag, 12.6.: Bergen -> Flam

Heute wollen wir weiterfahren, entfernteres Ziel für die nächsten Tage ist das Gletschergebiet des Jostedaalsbreen im Osten, des größten Gletschers Europas. Der Weg dorthin führt entweder über gut ausgebaute und oft durch lange Tunnels führende Europastraßen (wobei die umgebende Landschaft teilweise Wasserfall bei Tvinneatemberaubend schön ist, immer den Kontrast von Meer und hohen Bergen bietend), oder man entscheidet sich für den Weg über die Hochebenen. Natürlich wählen wir letztere Option und biegen bei Dale nach einem Tankstop ab nach Südwesten und überqueren auf der Hochstraße das Hordaland. Beim beliebten Skiort Voss kommen wir wieder herab in's Tal, schauen uns bei Tvinne den berühmten Wasserfall (links) an und biegen bei Stahlheim natürlich von der Hauptroute ab, die die Stahlheim-Stufe durch einen langen Tunnel flott und LKW-freundlich überwindet, um uns das altehrwürdige Hotel Stahlheim anzuschauen.

Es ist wirklich wunderbar malerisch mitten auf den Sattel gebaut, von der Hotelterrasse hat man einen irren Blick die enge Paßstraße hinunter in das Naröy Tal hinein und kann rechts und links die beiden riesigen und kräftig wasserführenden Wasserfälle die 400-500m hohe Stufe herabdonnern hören und auch sehen. Das Hotel verströmt den Charme vergangener Glanzzeiten und die Lounge ist sehr großzügig im Stil der  50er und 60er Jahre gehalten, riesige Fensterflächen bieten einen tollen Blick in das Tal und in den kleinen, aber liebevoll angelegten Park des Hotels, der dann am Ende in die großzügige Aussichtsterrasse mündet. Ein wirklich lohnenswerter Abstecher. Sehr zu Renates Freude findet sich auch ein großer Touristen-Souvenierladen, wo man die üblichen Rentierfelle, Trolle in allen Variationen, Norwegerpullover, Käsehobel, Zinn in allen möglichen Variationen etc. Tax-Free erstehen kann. Die Preise allerdings... doch lassen wir das. ;-)

Weiter geht's dann über die in abenteuerlichen Serpentinen und 18% Gefälle herabführende Paßstraße. Große Reisebusse fahren die Strecke als Touristenattraktion ab und einige Kehren sind nur mit Zurücksetzen zu bewältigen. Einen solch steilen Paß findet man selten. Bis vor wenigen Jahren war die Strecke noch nicht einmal asphaltiert und wurde, als der Tunnel noch nicht fertiggestellt war, vom LKW Schwerlastverkehr befahren.

Unten im Tal angekommen sind wir schnell im kleinen Örtchen Gudvang, welches früher Endstation der Straße und gleichzeitig Fährhafen war. Weiter konnte man dann nur auf dem Naeröy-Fjord bis Laerdal fahren. Heute gibt es jedoch einen modernen Tunnel nach Nordwesten Richtung Auerdal und Flam, so daß der Auto-Fährbetrieb durch den wunderschönen Fjord leider  eingestellt wurde und man heute nur noch mit einem kleinen Ausflugsschiffchen dort langfahren kann.

Naja, wir nahmen dann den Tunnel, denn wir wollten ja noch weiter. Nach einem einem 11km langen Tunnel folgte ziemlich direkt noch ein 6km langer Kollege. Am Ende sind wir in Flam, und weil es mittlerweile dem Abend zugeht, entern wir den sehr schönen und sauber terassierten Campingplatz und bauen das Zelt auf dem gepflegten englischen Rasen auf. ;-) Da das Wetter ok ist und wir noch etwas Lust auf Fahren haben, suchen und finden wir die alte Baustraße, die neben der legendären, von Hitler fertiggebauten Flambahn entlangführt. Sie verbindet den Sognefjord mit der heutigen Eisenbahn Oslo-Bergen, die zu Vorkriegszeiten nur bis Myrdal (der heutigen Endstation der Flambahn) ging. Somit eröffnete die Flambahn damals den Weg für Schwertransporte (zuerst hauptsächlich Waffen und Munition für den Atlantikwall) von Oslo nach Bergen. Heute ist die Flambahn eine kleine Touristenbahn, welche sich in spektakulärer Trassenführung mit großer Steigung als reine Friktionsbahn (ohne Zahnradantrieb) emporwindet. Fünf verschiedene Bremssysteme garantieren die hohe Betriebssicherheit.

Wassertunnel an der FlambahnDie Straße ist geschottert und bietet grandiose Ausblicke auf die Trassenführung der Bahn. An einer Stelle kreuzt die Bahn das enge Tal über einen Damm und der Fluß wurde in eine Röhre gezwängt, durch die er den Damm untertunnelt. Das Wasser schießt mit großer Kraft und noch mehr Getöse aus der engen Öffnung und sieht sehr beeindruckend aus.

Nach einigen Kilometern ist dann Schluß mit lustig, der Weg wird zu einem reinen Fußgängerweg und wir müssen ca. 4km vor Myrdal umdrehen. Schade.

Abends treffen wir noch auf dem Campingplatz flüchtige Bekannte wieder, die wir auf einer Fähre kennengelernt hatten und unterhalten uns ein wenig. Bei Abendsonne endet ein schöner Tag.

Sonntag, 13.6.: Flam -> Luster

Auf dem LusterfjellDas Wetter ist nicht so Klasse, aber immerhin können wir das Zelt trocken einpacken. Nun wollen wir nach Jotunheimen, in das Land der Riesen. Da der längste Tunnel Europas mit 26km noch im Bau ist, müssen wir erneut über ein Fjell. Bei 700m Schneegrenze und 1300m an der höchsten Stelle kann man sich vorstellen, was hier noch los ist. 5-7m hohe Schneewände begrenzen die Straße und es ist ziemlich ruppig kalt. Bei 5 Grad C und kräftigem Wind begleitet mit leichtem Nebel frieren wir trotzt warmer Klamotten wie die Schneider und die Griffheizungen glühen. Ein Glück, daß ich die warme Jacke mitgenommen habe.

Von Flam geht's über Auerdal (mit aus Landschaftsschutzgründen komplett in den Fels gesprengtem Wasserkraftwerk) hoch auf das Laerdalsfjell nach Laerdal. Weiter dann über die RV53 durch lange Tunnel immer am Ardalsfjord entlang zur Industriestadt Ardal (schnell weiter, Nieselregen setzt ein und an einer Tankstelle ziehen wir uns völlig durchfroren die Regenkombis an und schlürfen einen heißen Kaffee und knabbern Schokoladenkekse, was zum Service gehört, obwohl wir nichts getankt haben(!). Das gibt's in ganz Deutschland nicht.

Weiter geht's von Öre Ardal nach Turtagrö auf dem Sognefjell über eine schier endlose, geschotterte und mit Maut belegte Privatstraße, mitten durch die Wolken, man sieht die Hand vor Augen nicht, es ist laufend am regnen und schnatterkalt. Im altehrwürdigen Berghotel Turtagrö in den Hurrungane Bergen, was wir im Nebel und im Regen fast verpaßt hätten (obwohl es direkt an der Straße liegt), wurde angeblich das Bergsteigen in Norwegen "entdeckt" und man erzählt sich die Geschichte, daß der erste Hüttenwirt und Bergführer sich vor den Augen seiner Bergsteigergäste vor jeder Klettertour mit einer herzzerreißenden Abschiedsszene auf der Eingangstreppe des Hotels von seiner Frau verabschiedete, um seine Gästen von der Gefährlichkeit der kommenden Kletterpartie zu überzeugen. ;-)) Innen im Hotel findet sich eine wunderbar behagliche große Holzstube und es gibt einen herrlich warmen und billigen Kakao. Niemand ist uns böse, daß wir triefend da hereinbrechen und uns breitmachen, wir nutzen die Gelegenheit, uns ordentlich aufzuwärmen und genießen die Skihüttenstimmung.

LusterfjordhütteAngesichts des beschissenen Wetters geben wir den eigentlich gefaßten Plan auf, noch weiter bis zur Juvashytta, dem höchsten befahrbaren Punkt Norwegens zu fahren, sondern wollen nur noch runter zurück in's Tal an den Fjord und eine warme Unterkunft finden. In dickem Nebel und Regen fahren wir die engen Serpentienen zum Lusterfjord herunter und finden mit den Lusterfjordhytta bei Luster die wohl komfortabelste Unterkunft dieses Urlaubs. Wir handeln den Preis für die leerstehenden und wirklich phantastischen Häuschen noch etwas herunter und erobern die hölzerne, geräumige Blockhütte. Innen findet sich eine zweigeschossige Loggia-bauweise mit großzügiger Fensterfront zum Fjord. Neben einer komplett eingerichteten Küche findet sich eine Fußbodenheizung im Bad und diverse andere Extras, unter anderem ein Fernseher. Glück für uns, denn heute ist ja Formel eins in Montreal gewesen, und so konnten wir auf der halbstündigen Zusammenfassung Michael Schumachers Fahrfehler genauso bewundern wie das Pech von Frentzen, das Glück für Irvine und die coole Kampflinie Coulthards, das war fast wie bei Ayrton Senna damals. ;-))

Nachher läuft die Glotze dann noch stundenlang weiter, bis der erste (vielversprechende) Wetterbericht kommt. Im Preis für das Haus inbegriffen ist sogar die Nutzung eines Ruderbootes, was ich auch, nachdem Renate schon eingeschlafen war, der Regen aufgehört hatte und ich das Tagebuch fertig geschrieben hatte, ausgiebig nutze. ;-) Schön, daß es abends so lange hell ist (Bis 23:30 kein Problem und auch danach dämmert es nur ein wenig, man kann fast noch lesen).

Montag, 14.6.: Sognefjell

Die Hütte gefällt uns so gut, daß wir beschließen, zwei Nächte zu bleiben und uns heute das Sognefjell anzuschauen. Im Gegensatz zu gestern scheint das Wetter super zu werden und wir reißen uns bei Sonnenschein von der gemütlichen Hütte los und kreuzen Richtung Turtagrö wieder Richtung Fjellhochstraße. So sehen wir auch 'mal, wie das Hotel ohne Nebel aussieht, fahren aber diesmal daran vorbei weiter nach oben. Wir landen wieder bei 1300 Höhenmetern, überall ist Schnee, alles ist weiß, neben der Straße teilweise meterhohe Wände. Der Ausblick über die umliegenden Berge ist grandios. Als wir den Sognefjellpass überquert haben, fahren wir wieder hinab in das auf der Ostseite liegende Tal tief hinein in das Jotunheimen, das Land der Riesen.

Juvashytta, der höchste befahrbare Punkt NorwegensIn Böverdal biegen wir rechts ab auf die kleine mautpflichtige private Schotterstraße hinauf zur Juvashytta, die den höchsten mit einem Fahrzeug auf einer Straße erreichbaren Punkt Norwegens darstellt (1817m). Die Baumgrenze liegt hier bei ca. 600m, die Schneegrenze bei ca. 800m, oben ist es mächtig felsig und es liegt reichlich Schnee überall. Bis oben sind es 15 spaßige Kilometer, mit prächtigen Drifts geht's durch die Serpentinen von 400 auf 1800 Höhenmeter aufwärts. ;-) Der Ausblick entschädigt dann für viele Regentage, man sieht über weite Gipfellandschaften hinweg mit einem großartigen Panorama, viele Gipfel liegen unter einem, so einen Anblick hat man wirklich selten.

Panorama von der Hütte ausDa die Hütte geschlossen ist, fahren wir noch ein wenig weiter, um den kleinen Seitenweg zu erkunden und nach einigen hundert Metern erreichen wir den Galdhöppigen, den höchsten Berg Norwegens. Hier ist ein kleines Skigebiet in vollem Betrieb, ein Lift schleppt Leute auf den Hang hinauf und wir kehren in der Skihütte ein, um einen Kakao zu genießen. Die Sonne scheint prächtig und wir amüsieren uns, daß unsere Kisten mitten im Sommer in Norwegen in einem Skigebiet parken. ;-)

Der Rückweg zum Lusterfjord verlief unspektakulär und nach einem kurzen Abendessen beschließen wir, noch schnell den ersten Gletscher des Jostedalsbreen zu besuchen, da das Wetter noch mild und schön ist und wir noch Lust auf Moppedfahren haben. ;-) Nach einer halben Stunde und etlichen flotten Kurven (hehe) sind wir dann auch am Nigardsbreen angekommen, die letzten punbemannte Mautstation zum Nigardsbrennaar hundert Meter kosten 'mal wieder Maut und dann ist man auf dem Parkplatz angekommen, von dem man in ca. einer Stunde zu Fuß zum Gletscher kommt oder wo man dann tagsüber mit einem kleinen Ausflugsboot hinfahren kann. Es ist schon spät, so daß das Boot nicht mehr unterwegs ist, und zu der Wanderung haben wir keine rechte Traute, da es doch schon recht spät ist und wir nicht wissen, ob man uns da noch findet, wenn wir in den Teich fallen. ;-)) So genießen wir den Anblick des tiefblauen tausendjährigen Eises aus der Ferne und genießen die Romantik des Augenblicks vor diesem beeindruckenden Naturschauspiel.

Spätabends kehren wir etwas erschöpft zurück und sind eine Menge Mopped gefahren heute.

Dienstag 15.6.: Urnes, Fjaerland, Dragsvik

Heute wollten wir nach dem Besuch des Gletschermuseums in Fjaerland nochmal einen Abstecher in den Süden zum Sognefjord, dem größten, tiefsten und längsten Fjord Norwegens machen. Der Lusterfjord, an dem wir ja die Hütte hatten, ist eigentlich nichts anderes als ein letzter Seitenarm des Sognefjord, aber seine beeindruckende Breite kommt doch eigentlich nur in den ersten zwei Dritteln so richtig zum Vorschein. In einem großen Bogen fahren wir zuerst noch einmal zurück um den Lusterfjord herum, um auf der anderen Seite nach 60 wunderschönen Kilometern immer am Fjord entlang die zweitälteste Stabskirche Norwegens in Urnes (manche Karten weisen den Ort auch als "Ornes" aus) zu besuchen. Der Ort ist 30km von der nächsten Ortschaft über Land entfernt, außer über diese eine enge Straße kann man nur mit der kleinen Privatfähre hinkommen, von der wir noch kurz die Abfahrtszeiten abchecken, damit wir auf jeden Fall noch über den Fjord wieder auf die Nordseite kommen.

Stabskirche in UrnesWenn man bedenkt, daß die alte Holzkirche seit dem 12. Jahrhundert an der Stelle Wind und Wetter ausgesetzt ist, dann kann man nur staunen. Das sind richtige kleine Schiffe auf dem Land. Wir lauschen den interessanten Anekdoten, die die Führerin erzählt und zahlen gerne pro Person die 40 NOKs (10,-DM), die der komplizierten Erhaltung dieses einzigartigen Denkmals dienen.

Mit der völlig untermotorisierten Privatfähre, die gerade einmal Platz für 3-4 Autos bietet, fahren wir über den Lusterfjord nahc Sogndal und setzen sofort über die RV5 unsere Fahrt nach Norden zum Gletschermuseum nach Fjaerland fort. Früher war dieser Ort nur über den ca. 30km langen Seeweg durch den sehr engen und schönen Fjaerlandfjord mit steilen und unbewohnten Ufern per Fähre zu erreichen, mittlerweile hat man jedoch im Norden und Süden jeweils einige teilweise längere Tunnel gesprengt (die obligatorische Mautstation wurde auch nicht vergessen), so daß man heute auch schnell über den Landweg hinkommt. Vom Fjord weg gehen nach "hinten" einige Täler ab, in die dann meist Gletscher vom Jostedalsbreen münden.

Das Gletschermuseum ist sehr beeindruckend und ein Muß für alle Gletscherfans. Mit einer Reihe anschaulicher Versuchsaufbauten mit Original Gletschereis kann man verschiedene interessante Experimente machen, z.B. wie ein Draht durch Eis wandert oder wie man ganz leicht eine Eisschraube mit bloßen Händen in einen massiven Eisblock drehen kann.

Ein simulierter Gletscher ist auch da und am bewegensten ist ein 3D-Film, dBrigsdalsbreener mit einer speziell für diesen Zweck konstruierten und unter einem Hubschrauber befestigten Kamera aufgenommen wurde.

Weiter geht's zu einigen benachbarten Gletschern (die wir aber nur kurz besichtigen). Suphellebreen ist schnell erreicht, touristisch nicht erschlossen und recht steil, aber unspektakulär. Von diesem Gletscher wird jede Woche einmal das tausendjährige Eis des Gletschermuseums für die Modelle und Vorführungen sowie für die Skulptur am Eingang gewonnen, wo ein Eisblock in einer steinernen Rinne langsam schmilzt.

Am Boyardsbreen machen wir in dem Restaurant im Wintergarten mit tollem Gletscherblick eine Rast und hoffen, daß der Gletscher kalbt oder daß weiter oben eine Lawine losbricht, aber leider passiert nix. Der Gletscher sieht sehr beeindruckend und wunderschön blau leuchtend aus. Hier genieße ich auch den teuersten und schlechtesten Hamburger meines Lebens. 68 NOKs für Brötchen, Frikadelle und Fritten ohne alles. Unglaublich.

Da wir noch etwas Zeit in unserer Norwegen-Planung haben, beschließen wir, in einer Runde nochmal zum Sogne nach Süden ‚runterzufahren und dann erst später nach Norden nach Trondheim aufzubrechen. So geht's also durch den zweiten Tunnel der Fjaerlandebene nach Norden nach Skei (Maut ist eh kloar) und dann um den See nach Südwesten Richtung Moskog und dann wieder nach Süden über die schöne, einsame und kurvenreiche Nystolenpaßstraße bei Schnee und mit Eisseen wieder runter mit vielen Kehren zum Sogne zu fahren.

Renate hat wieder Hunger, die Portion Fritten reicht wohl nicht den ganzen Tag ;-) deswegen bleiben wir in Dragsvik, dem erstbesten Campingplatz, den wir finden. Schönes Wetter: Also zelten. Die Zeltwiese liegt leider nicht direkt am Fjord, aber vom Toilettenhäuschen hat man einen tollen Fjordblick. ;-))

Mittwoch, 16.6.: Dragsvik, Brigsdalsbreen

Mist, Regen beim Aufstehen. Nasses Zelt, die übliche miese Norwegen-Stimmung. :-( Frühstücken im Gemeinschaftsraum, dann alles einpacken, das Zelt is klatschnass, was soll's. Regenkombis an und los. Schon nach wenigen Kilometern hört das Mistwetter auf und wir fahren über trockene Straßen, also geregnet haben kann's hier eigentlich nicht. Wie zum ärgern hat es nur über unserem Zelt geregnet. Komisch, Dirk Everling ist doch gar nicht bei uns... ;-)

Der Sogne ist schon irre, ein riesengroßer Fjord, mehrere Kilometer breit, einfach gigantisch. Wir fahren nach Westen auf der nördlichen Uferstraße, die Straße ist sehr gut ausgebaut und deswegen moppedfahrmäßig nicht so dolle. Aber die Aussicht...

Blick auf die MelkevollzungeNach einem erneuten langen Tunnel erreichen wir Vladheim und biegen von der Touristenstraße RV55 nach Norden ab. Wir erreichen Förde, das ist eine große Industriestadt mit Bohrturmwerften, nicht besonders einladend. Wir fahren schnell weiter. Nach Osten schließen wir den gefahrenen Kreis und überqueren die Paßhöhe zwischen dem großen Idstrasvatnet und dem Inviksfjord, wobei wir das Gletschergebiet vom Jostedalsbreen im Westen passieren und uns nun seine Zungen an der Nordseite anschauen wollen.

Bei Olden biegen wir in das Oldedalen ab, um einen netten Campingplatz für die nächsten Tage zu besetzen, den Renate schon vom letzten Besuch her kennt. Mittlerweile sind 25 (!) Campingplätze in dem ca. 15km langen Tal und uns kommen einige Reisebusse entgegen. Das kann ja heiter werden... ;-) Endlich finden wir Gytri Camping und haben Glück, das eine der drei Hütten frei ist. Es gibt ein neues Sanitärgebäude sagt Renate und er ist hervorragend terrassiert und überall hat man prima Gletscherblick auf die Melkevollzunge, direkt am Oldevatnet. Einfach herrlich. Die Hütten sind komfortabel und gemütlich.

Mehrfache Schauer vereiteln den Versuch, das Zelt draußen zu trocknen, so breiten wir's einfach in der Hütte aus. Hach, was wäre Norwegen ohne diese wunderbaren Hütten? Für Motorradfahrer fürchterlich unattraktiv. ;-)

Donnerstag, 17.6.: Besuch beim Brigsdalsbreen

BrigsdalsbreenHeute besuchen wir den leider touristisch viel zu gut erschlossenen Brigsdalsbreen. Ein gut ausgebauter Kutschpfad führt hinauf, hübsch aufgemachte Fjordpferde ziehen kleine Einachsige Wagen hinauf, mit denen Horden von Japanern auf den Berg kutschiert werden. Am Busparkplatz gibt es einen Souvenierladen, der ungefähr die Größe eines normalen Aldi-Ladens hat. Voll die Touristenfalle.

Wir gehen sehr früh los, um dem Andrang etwas zu entgehen, aber die Busse holen uns dann doch ein. Oben am Gletscher warten mehrere "Bergführer" auf ihre Kunden. Überall Japaner, die laut reden und alles fotografieren und filmen, Absperrungen ignorieren und mit gekünsteltem Lächeln vor dem Gletscher posieren oder stolz ein gerade losgehacktes Stück Eis in die Kameras der Bekannten präsentieren. Wir sind ziemlich enttäuscht von dem Rummel. Der Gletscher hat den schönen See, den Renate kannte, völlig überrannt und ist praktisch an dessem anderen Ufer angekommen, der See ist also weg. Naja.

Wir hauen erstmal wieder ab und schwingen uns auf die Moppeds, um zum Nachbarsgletscher, dem Kjendalsbreen zu fahren. Er sieht wunderschön aus, ist touristisch überhaupt nicht erschlossen und es führt eine längere, natürlich mautpflichtige Schotterstraße (Sehnsucht nach Rumänien kommt auf, das ganze Land Schotter ohne Maut ;-)) bis fast zum Gletscherfuß, die letzten paar hundert Meter kraxelt man über ein Geröllfeld hin. Die Aussicht ist sehr beeindruckend und wir erleben beim Zurückklettern eine kleine Schneelawine im oberen Teil des Gletschers, die aber trotz ihrer Kleinheit ein ziemliches Getöse veranstaltet. Wie mag das erst klingen, wenn hier richtig 'was abgeht?

Landmann Grill bei RegenAbends grillen wir vor unserer Hütte auf einem dieser ungemein praktischen Einweggrills, die wir in Norwegen kennengelernt haben. Man kauft für ca. 5,-DM einfach so einen Grill, der aus einer Alu-Schale, einem aufgeformten Gitter obenauf, fertig eingefüllter Kohle mit Anzündflies und Papiersack drumherum besteht, zündet das Vlies einfach an, wartet eine Viertelstunde und hat dann einen Klasse heißen Grill, der ca. eine Stunde hält. Dann läßt man den einfach abkühlen und schmeißt den am nächsten Morgen weg. Feine Sache für Moppedfahrer. ;-))

Das Problem ist nur, daß es heute natürlich regnet. Kein Problem, wir haben einfach unter dem linken dicken Alu-Seitenkoffer der Twin gegrillt, Renates Koffer als Windschutz davor gestellt. Eine Schau für die anderen Campinggäste ;-). Kostenpunkt. 270 NOKs für Lachskotelets und einige Rippchen, zwei Maiskolben und etwas Bier. Mannomann. Aber lecker war's.

Freitag, 18.6.: Geirangerfjord und zurück

Blick von Dalsnibba auf den GeirangerMorgens ist blauester Himmel! Cool! Auf die Moppeds und ab der Fisch! Heute wollen wir uns den Geirangerfjord anschauen, es soll der schönste Fjord Norwegens sein und wir wollten uns dafür auch richtig Zeit nehmen. Sicher ist er DAS Touristenziel Nummer eins, aber wenn man das erste Mal das Fjordland besucht, geht's eben nicht ohne. ;-))

Wir fahren über Olden, Loen und Stryn die neue RV15 hoch durch drei lange und kalte Tunnel 'rauf auf das Strynfjell. Oben sind wir auf 1000m, es ist bitter kalt und neben der Straße sind zugefrorene Seen. Wir biegen links ab zur Djuvashytta und fahren hier natürlich die mautpflichtige (40 NOKs für 5km)Geirangerfjord Schotterstraße hoch nach Dalsnibba. Nach etlichen schönen sanften Drifts am Abgrund entlang sind die Serpentinen überwunden und man hat den wohl berühmtesten Blick Norwegens von der 1500m hohen Aussichtskanzel herunter auf den Geirangerfjord mit seinen vielen Serpentinen. Im Fjord liegt ein weißes Kreuzfahrtschiff, das gerade seine Passagiere an Land leichertet, ein wunderschöner malerischer Anblick, wohl zigtausendmal fotografiert (natürlich auch von uns).

Wir reißen uns los von dem Anblick und fahren die Serpentinen herunter zum Geiranger, nicht ohne den kleinen Aussichtsparplatz über der Stadt zu besuchen. Hier, am Hotel Bellevue, schießt man die berühmten Postkartenfotos vom Geirangerfjord. ;-) Dann sind wir herunter in den Fjord, haben die Moppeds abgeschlossen und sind mit dem Geiranger Ausflugsdampfer einmal den Fjord 'runter und wieder 'rausf gefahren. Auf der Fahrt erzählt ein Tonband viele nette Geschichten und Anekdoten, die sich um den Fjord und seine legendären Bewohner ranken, die an den Steilhängen unter allerschwierigsten Bedingungen noch bis vor hundert Jahren gelebt und spektakuläre Dinge erlebt haben. Heute kümmert sich ein Verein um die alten Anwesen, um sie wenigstens für die Fjordtouristen zu erhalten.

DalsnibbaAuf einem Hof, der nur per Strickleitern erreichbar war, hat man einmal die Leitern einfach 'raufgezogen, als der Steuereintreiber aus Geiranger kam. Er mußte unverrichteterdinge wieder abziehen. ;-) Auf einem anderen Hof wachsen die einzigen Orangen Norwegens, weil er in einer ganzjährig absolut windgeschützten Ecke des Fjords liegt und weil dort den ganzen Tag die Sonne draufscheint. Auf wieder einem anderen Hof sind in den letzten hundert Jahren sieben Familienmitglieder durch Steinlawinen umgekommen, bevor man ihn dann endlich verlassen hat. Auf einem anderen Hof wurden die Kinder angebunden, damit sie nicht in den Fjord fielen. Verrückte Stories.

Nach der kleinen Kreuzfahrt haben wir dann den teuersten Sprit des Urlaubs getankt (9,38 NOKs für den Liter Normalbenzin) und sind dann noch kurz die Adlerstraße hochgefahren, welche im Winter den einzigen Landzugang nach Geiranger darstellt. Von der obersten Kehre, der sogenannten Adlerkehre, hat man einen grandiosen Blick über den Fjord und den Ort Geiranger. Oben drehen wir dann um und fahren den ganzen Weg einfach wieder zurück. Auf dem Strynfjell biegen wir aber dann nicht rechts ab in den Tunnel, sondern wollen links fahren und dann nach einigen Kilometern rechts über die alte Strynfjell Hochstraße runter nach Videfossen. Das sollte sich als kleiner Fehler erweisen, denn es ist lausig kalt, die Straße 30 km lang und recht windig, so daß wir frieren wie die Schneider. Man hat ein richtig verlassenes Gefühl da oben und was passiert, wenn man da eine Panne hat, mag man sich auch lieber nicht ausmalen. In Videfossen besichtigen wir den spektakulären Wasserfall. Sobald wir auf der normalen Route waren, setzt Regen ein, der uns bis zur Ankunft am Campingplatz nicht mehr verlassen sollte. Naja, Regenkombis an, man kennt das ja mittlerweile. :-(

Samstag, 19.6.: Oldedal -> Bud

Wasserfall bei LysebotnBei noch trockenem Wetter trennten wir uns dann von Gytri Camping, dem besten Campingplatz des Urlaubs. Wir wollten heute über den Trollstig nach Norden weiterfahren. Ab auf die schnelle Route nach Stryn und dann über die RV60 nach Stranda. Nach der Fährüberfahrt fing es an zu regnen. Also wieder die Kombis an und weiter im Takt. Der Trollstig lag total im Nebel und dichtem Regen, man konnte fast das Ausflugslokal mit Souvenirshop auf der Paßhöhe nicht sehen, wenn man auf der Straße daran vorbeifuhr. Die Reisebusse waren auch nicht besonders einladend. Also erstmal schnell weiter. Die Kehren machten überhaupt keinen Spaß, so völlig ohne Aussicht wegen Nebels und Dauerregens und mit einem Reisebus davor... :-(

Von Andalsnes fuhren wir dann noch weiter nach Nordwesten, wir wollten bis Bud kommen, da ist das Fort Ergan, eine deutsche Festung aus dem zweiten Weltkrieg, die noch teilweise erhalten ist und wo heute ein Museum geführt ist, in dem Überbleibsel aus dem Krieg zusammengetragen werden.

Die Hütten sind hier in der Gegend allerdings recht dünn gesät und wegen eines Fußballturniers auch recht ausgebucht. Erst die vierte Nachfrage hat Erfolg. Wir finden eine nette Hütte direkt bei Bud mit Seeblick auf eine kleine Nordsee-Bucht. Die Moppedketten machen mittlerweile Ärger, Renates Kette knackt vernehmlich und scheint überzuspringen beim Beschleunigen aus niedrigen Gängen. Wir spannen sie im Regen erstmal wieder richtig und beschließen, daß wir nötigenfalls noch in Norwegen ein neues Kettenkit montieren müssen, wenn die Kiste weiter schlecht durchhält, naja, hat dann ja auch so geklappt.

Wir haben wieder die üblichen Einschlafgedanken: "Hoffentlich wird das Wetter morgen besser."

Sonntag, 20.6.: Bud, Hoegkjoelen Fjellcamp

Peer Gynt WegNatürlich regnet's immer noch. Mist. Ich spanne auch noch meine Kette etwas nach, dann Frühstück und Abfahrt. Es hört auf zu regnen und wir freuen uns. Nach wenigen Kilometern sind wir an der Festung Ergan und schauen uns interessiert und ausgiebig das Museum an. Verrückt, was die Deuschen hier vorhatten. Mit lumpigen 12000 Mann wurde Norwegen überrannt und erobert. Unglaublich. Das Dorf Bud wurde damals dem Erdboden gleichgemacht, weil man sonst von der Festung keine freie Sicht auf das Meer hatte. Nicht zu fassen. Das Museum macht uns sehr nachdenklich.

Als wir wieder 'rauskommen, hat der Regen wieder voll eingesetzt. Sch.....! In Regenkombi fahren wir über den mautpflichtigen Atlantikveien, der ein größeres Inselgebiet mit Tunnels und Brücken miteinander verbindet, nach Bremsnes, wo wir mit der Fähre nach Kristiansund (N) übersetzen. Die Stadt macht einen modernen, industriellen und verregneten Eindruck. Es sollte sich später noch als Fehler herausstellen, hier nicht den halbvollen Tank gefüllt zu haben. ;-) Schnell weiter und nach Westen abgebogen, um weiter Richtung Trondheim zu kommen. Klar, daß für die nächste Brücke erstmal wieder Maut fällig ist.

Durch einen Tunnel unterqueren wir einen breiten Sund und biegen vor einer tollen Hängebrücke ab auf die E39 nach Westen. Irgendwann ist der Sprit alle. Wir finden auch Tankstellen, aber Sonntags abends sind da nur Kartenautomaten und sowas wie EC-Karte oder Eurocard gilt in Norwegen an den Kartenautomaten nichts. Nachdem wir schon 20 km auf Reserve 'rumgefahren waren, ohne eine Tankstelle oder einen Campingplatz zu finden, stoßen wir auf einen Wintercampingplatz mitten in der Wildnis da oben. Der Inhaber hat Mitleid mit uns und erlaubt uns, für 300 NOKs in einer seiner Zimmer zu übernachten. Dort gibt es auch einen Trockenraum, der im Winter wohl hauptsächlich für Skiklamotten genutzt wird. Heute sollte er für Moppedklamotten herhalten. ;-) Der Platz ist recht schlammig und überall liegen Paletten rum, vermutlich, damit man bei Tauwetter überhaupt noch zu den Wohnwagen kommt. ;-)) Die Sanitäranlagen sind Klasse und nach einer wohlig warmen Dusche pennen wir wie die kleinen Kinder. ;-)

Montag, 21.6.: Fjellkamp, Trondheim, Roeros.

Morgens regnet's noch immer. Na Bravo. Aufpacken und los geht's. Nach 20 Kilometern finden wir endlich eine Tankstelle und machen die Moppeds erstmal wieder hübsch. Mit vollen Tanks fährt's sich doch erheblich sorgenfreier über so ein Fjell. ;-) Durch den Regen fahren wir dann weiter nach Trondheim. Bei trockenem Wetter wäre das sicher eine tolle Strecke, aber jetzt wollen wir nur durch und ankommen.

Auf dem LysefjellIn der Stadt angekommen besuchen wir natürlich den Nidarosdom, in dem die alten norwegischen Könige gekrönt wurden und schlendern auch ein wenig durch die Stadt. Doch dann fahren wir wieder los, denn wir wollen noch weiter nach Roeros in die Kupferbergwerksstadt, Nahe der schwedischen Grenze. Es regnet die ganze Zeit und bei 5 Grad ist das ziemlich lausig. Die Moppedketten mucken wieder rum, Renates Kette knackt, wenn Zug draufkommt und meine Kette hängt auch schon wieer so durch...

Mit einem Kaffee wärmen wir uns irgendwo wieder etwas auf und versuchen, etwas Mut zu fassen, damit der Urlaub nicht zu einem Flop wird. Mine Regenkombi zieht am linken Ärmel richtig viel Wasser, vermutlich über die Nähte. Der linke Ärmel der Jacke, die ich drunter anhabe, ist schwer wie Blei von dem eingedrungenen Regenwasser.

Endlich sind wir in Roeros und nach längerer Suche entscheiden wir uns wieder für ein Zimmer für 300 NOKs. Die Hütten wären nur minimal geringer gewesen und man hätte durch die Kälte zum Klo gemußt und muß die Hütte hinterher saubermachen. ;-))

Die Moppedketten werden bei beiden Karren um jeweils zwei Ticks auf dem Exzenter nachgespannt und nachher treffen wir zwei nette Schweizer und schwatzen mit denen den ganzen Abend lang im Gemeinschaftsraum.

Dienstag 22.6.: Roeros -> Sjoea

Peer Gynt WegHeute wollen wir das alte Kupferbergwerk in Roeros besuchen. Wir sind früh auf, packen das Geraffel ein und fahren schnell die 10 km in das Hinterland, wo die Mine sich befindet. Von den vielen Hütten der Gegend ist die Olavshütte als einzige für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist unglaublich, unter welchen Umständen die Menschen damals hier gearbeitet haben. Das kupferhaltige Gestein wurde mit großen Feuern erhitzt und dann abgekühlt, wodurch es zersprang und herausgeschafft werden konnte. Die Hitze der Feuer und der Qualm in Verbindung mit dem Luft- und Lichtmangel schaffte wirklich unmenschliche Verhältnisse unter Tage. Absperrketten eines Geröllschachtes sind aus den Ankerketten der im Krieg gesunkenen Bismarck hergestellt worden. Viele Dinge des täglichen Lebens der Bergarbeiter sind noch erhalten, so daß sie hier besichtigt werden können. Beispielsweise haben wir in den von den Arbeitern selbstgebastelten Ruhesitzen gesessen, die diese aus den Dynamitkisten hergestellt hatten. Sie hatten zwei Stellungen, eine zum Sitzen und eine zum Ruhen. ;-)

Weiter ging's nach Süden Richtung Oslo, das Wetter soll dort besser sein und überhaupt müssen wir ja langsam zurück zur Fähre. Um rasch zur E6 zu kommen, düsten wir zwischen dem Dovre Fjell (phantastische Aussicht auf die schneebedeckten Berge) und dem Rondane Nationalpark nach Westen und stießen bei Dombas auf die E6, die Europastraße, die den Süden Norwegens (insbesondere Oslo) und das Nordkapp verbindet. Schnell wurde im Kiwi Markt noch was eingekauft und dann ab auf die E6 nach Süden ins hier beginnende Gudbrandsdal. Durch das milde Klima und die relativ einfachen Wegverhältnisse war das Tal schon sehr lange die bevorzugte Nord/Süd Verbindung für die vielen Trondheim Pilger sowie die norwegischen und dänischen Könige.

Bei Sjöa lernen wir neben einer Tankstelle Petra und Guido aus Langenfeld kennen, die auch auf der Rückreise sind. Kurzerhand beschließen wir, an dem wunderschön am Fluß und abseits der E6 gelegenen Campingplatz zu zelten, zumal das Wetter OK ist und wir Hunger haben. ;-) Spontan steht der Entschluß zu grillen und in dem Supermarkt der Tankstelle decken wir uns mit dem obligatorischen Landmann Grill und den erforderlichen Kleinigkeiten (Fleisch, Fisch, Brötchen etc.) ein und haben einen prima Abend mit leckeren Sachen und viel Jux. Guido macht als ehemaliger Pfadfinder und amtierender Feuerwehrmann ein cooles Lagerfeuer und wir verbringen den Abend mit Grillen, Quatschen und Rumhängen.

Mittwoch, 23.6.: Sjoea -> Brottung (bei Lillehammer)

Heute scheint es ein ruhiger sonniger Tag zu werden. Nach Zeltabbau und Frühstück geht's zu viert noch einige Kilometer über die E6 weiter nach Süden und dann rechts ab auf den Per Gynt Weg, ein geschotterter Höhenweg, der mittlerweile touristisch recht erschlossen ist und gegen den obligatorischen Maut befahren werden kann (unter anderem auch von Reisebussen und einem holländischen Opel Corsa mit Wohnanhänger, man glaubt es kaum). Oben hat man einen prima Blick über die Höhen der umliegenden Berge, aber leider ist die Strecke zu gut ausgebaut, um wirklich ein wenig Offroad Feeling zu bekommen, da ist Rumänien schon besser ausgerüstet. ;-)

Ausblick über den LysefjordWieder unten im Tal kommen wir in Lillehammer an und besuchen das norwegische Straßenmuseum, welches wirklich sehr interessant ist und wo wir den Nachmittag verbringen. Unter anderem wird ein Film über das Tunnelprojekt in Laerdal gezeigt, das kannten wir ja von unserem Besuch dort. Anschließend ist mal wieder einkaufen angesagt und wir fahren weiter auf der Suche nach einem netten Campingplatz. Die Plätze an der E6 bzw. der Stadtcampingplatz in Lillehammer hat uns dann doch nicht zugesagt, so daß wir schließlich einige Kilometer südlich am anderen Seeufer des Mjoesasees (nicht dort, wo die E6 langgeht) fündig wurden und auf dem kleinen Campingplatz in Brottun unsere Zelte aufschlugen. Abends wurde dann noch richtig super geschlemmt und gefuttert und müde und vollgestopft sinken wir in die Schlafsäcke.

Donnerstag, 24.6.: Brottun -> Refling

Zuerst frühstücken wir erstmal alle zusammen, nachdem die Duschen von Renate und mir ausgiebig getestet wurden. Danach packen wir zusammen und trennen uns, Guido und Petra wollen noch eine kleine Südrunde drehen, die haben noch einen Tag mehr Zeit, während wir doch mal langsam zurückmüssen. Wir wollten und noch Lillehammer anschauen, während die beiden das schon kannten.

Auf der anderen Seeseite sehen wir beim Losfahren nach Norden eine dicke Regenfront und hoffen, daß sie uns nicht trifft. Nach wenigen Kilometern drehen wir jedoch um, da der Regen wie befürchtet auch auf unserer Seite am Lysefjordanfängt und wir aufgrund der Wolken vermuten, daß er in südlicher Richtung nicht zuschlägt. Als wir wieder am Campingplatz vorbeikommen, fängt es gerade an zu regnen. Wir stellen uns kurz am Duschhäuschen unter und stellen entgeistert fest, daß Guido und Petra alle Klamotten offen rumliegen haben und offensichtlich duschen sind. ;-) Wir fahren schnell zum Zeltplatz hoch und bringen die Sachen ins Trockene, so daß da nix naß wird. ;-) Beim Parkmanöver unter dem Duschhäuschen hat Renate ihre Karre etwas unglücklich hingelegt, so daß wir erstmal die Funkantenne wieder richten und anschrauben müssen. ;-)

Der Regen ist dann schnell vorbei und wir fahren weiter bis nach Gjövik, wo wir den See überqueren und die Felsenhalle besichtigen, die größte unterirdische öffentliche Mehrzweckhalle der Welt. Weiter geht's am großen und langen Mjösasee vorbei nach Süden, wo wir dann vor Oslo doch noch in den Regen geraten und uns zu einem Stadt-Campingplatz durchschlagen, den wir uns vorher ausgesucht hatten. Der hatte aber keine Hütten und es ist doch heftig am Regnen, so daß wir erstmal nach Süden weiterfahren.

In Refling werden wir fündig. Mittlerweile hat der Regen aufgehört. Die Hütten sind winzig, haben keinen Stromanschluß und deswegen auch kein Licht und keine Heizung (für die nassen Klamotten). Angesichts des relativ guten Wetters beschließen wir dann doch, zu zelten. Da aber die sanitären Einrichtungen wirklich unter aller Kanone sind und uns Mücken dann doch sehr plagen, hauen wir am nächsten Morgen einfach ab, nicht ohne zu beschließen, hier nie wieder hinzufahren. ;-)

Freitag, 25.6.:

Abfahrt von der JuvashyttaWir fahren eben in die Stadt rein und wollen auf einen der Stadtcampingplätze ausweichen. Das Wetter ist gut und so ist das Fehlen von Hütten auf den Stadtcampingplätzen in Olso kein Problem. Der Ekeberg Camping liegt sehr malerisch auf einer Anhöhe im Stadtgebiet und man hat einen phantastischen Blick über die Stadt und den Fjord. Man kann sogar in den Hafen schauen und kontrollieren, wann die Fähre kommt. ;-)

Als das Zelt wieder aufgebaut ist, ist es gerade Mittag und wir verbringen die Mittagshitze in der Sonne vor dem Zelt. Und genießen die Wärme und den Ausblick. Schließlich raffen wir uns dann doch noch auf, um noch ein wenig in die Stadt zu fahren. Wir fahren zu zweit im leichten Stadt-Dress 'runter in die Stadt und besuchen die Museumsinsel mit dem Fram-Museum und dem Kon-Tiki Museum, wo das legändäre Floß ausgestellt ist. Die Fram (norwegisch für "vorwärts") war das erste Schiff, mit dessen Hilfe der Nordpol erreicht wurde. Das Schiff wurde dabei im Packeis eingeschlossen und kam einige Jahre später wieder frei. Die Besichtigung ist heute möglich und sehr faszinierend, wenn man sich die Konstruktion dieses Holzschiffes von innen anschaut.

Anschließend folgt noch ein City-Bummel und ein Besuch einer guten Pizzeria, wo wir eine leckere Mahlzeit genießen. Der Tag endet bei bedecktem Wetter auf dem Ekeberg-Camping, wo wir uns kaum vom Sonnenuntergang losreißen können.

Samstag, 26.6.:

Tja, wie endet ein echter Norwegen-Urlaub? Im strömenden Regen. Wir verbringen die Zeit bis zum spätmöglichsten Aufbruchstermin damit, gleichzeitig zu hoffen, daß der Regen aufhört und zu planen, wie wir die Klamotten möglichst trocken auf die Karren kriegen. Das uns das am letzten Tag noch passieren muß, ist schon wirklich ärgerlich. Im Klatschregen vom Zeltplatz abhauen, das mußten wir bis dato noch nie. Entweder wir hatten eine Hütte oder es war relativ trocken beim Abbauen. Wenn man es geschickt anstellt, kann man sich im Zelt komplett anziehen und die Koffer im Zelt komplett fertigpacken, so daß das Einzige, was wirklich naß ist bzw. bleibt, das Zelt ist.

Gesagt getan, irgendwann ist's einem dann auch egal und wir sind fertig aufgeraffelt auf den Kisten. Die Fahrt zur Fähre ist kurz und siehe da, Petra und Guido kommen doch. Irgendwie hat sich deren Rückfahrtsplanung umgeschmissen und sie wollen versuchen, eine Fähre früher (also unsere) zu nehmen. Während wir warten, gelingt ihnen das und wir stellen uns mit den anderen Bikern, die für die Fahrt geplant sind, in einer Halle auf dem Geländer der Color Line unter.

Baggern im Straßenbaumuseum bei LillehammerEndlich beginnt das Boarding und wir werden wieder in die allerunterste Ecke verfrachtet, wo wir diesmal doch recht beengt die Kisten verzurren. Das Schiff ist bis zum letzten Platz ausgebucht und das Beladen dauert recht lange. Am Schluß werden noch Gespannzüge auseinander gerissen, damit alles irgendwie draufpaßt.

Die Rückfahrt verläuft unspektakulär, wenn man einmal die Brückenführung ausläßt, die wir diesmal gebucht haben. Der sehr hohe Sicherheitsstandard der Ausrüstung und die hohe Automatisierung der Navigation und Schiffskontrolle sind faszinierend. So wird z.B. nur zur Branderkennung ein System eingesetzt, welches als Zentralrechner eine Sun Ultra Sparc benötigt. In einer aufwendigen Grafik, wo man sich jedes Deck bis auf Kabinenebene einzeln anschauen kann, wird jeder einzelne Rauchmelder durch einen Farbumschlag dargestellt. Sogar Dunstentwicklung durch Duschen bzw. Zigarettenrauch kann man in den Kabinen durch eine leichte gelb-Verfärbung am Bildschirm erkennen. Irre.

Die Navigation wird durch Zusammenführung von Radarinformationen, Schiffsidentifikationsdaten, GPS-Daten, Echolotinformationen und Kartendaten sowie den interpolierten Routen der anderen Wasserfahrzeuge übersichtlich auf einem riesigen Bildschirm unterstützt. Kritische Situationen, wo bei Beibehaltung aller Kurse und Geschwindigkeiten möglicherweise eine Kollision stattfinden könnte, werden vom System gemeldet. Der Kurs des Schiffes wird automatisch kontrolliert, man fährt einfach eine vorgegebene Route ab, solange man sich nicht in engen Gewässern befindet. Das Schiff wird ansonsten mittels eines kleinen Joysticks kontrolliert. Klasse Technik.

Ironie des Schicksals, daß einige Wochen nach unserer sicheren Überfahrt die Prinsesse Ragnhild wegen eines Brandes im Motorraum liegenbleibt und deren Schwesterschiff wiederum einige Zeit später im Oslofjord bei einem Ausweichmanöver auf Grund läuft. Beide Zwischenfälle verliefen jedoch nicht zuletzt wegen des hohen Standards der Schiffe ohne größere Verluste bei den Passagieren und der Fracht ab.

Abends gehen wir in die Bar und genießen die Kreuzfahrtathmosphäre, auf Deck ist das Wetter zu schlecht, strammer Wind und leichter Nieselregen machen den Aufenthalt dort nicht sehr angenehm.

Sonntag, 27.6.:

Fähre in KielDer Tag ist kurz beschrieben: Nettes Frühstück an Bord, danach auf die Moppeds und Vollgas nach Hause. Die Autobahnen sind bekannt, Zwischenfälle gab es keine, das Wetter ist bedeckt, aber trocken, so kommen wir zügig voran. Spät nachmittags sind wir dann endlich zuhause und haben nur wenig Zeit, uns wieder auf den Arbeitsalltag vorzubereiten.

Und so ist der Norwegenurlaub auf einmal vorbei. Was ist das Fazit: Es war schön, sehr schön. Wir haben viel gesehen und nette Leute kennengelernt. Die Landschaften sind Klasse und das Moppedfahren macht mit Einschränkungen (Regen, wenig Offroad, oft zu gerade Straßen für das niedrige Tempolimit) Spaß. Nur auf das Wetter und an die teilweise wirklich unverschämten Preise muß  man sich einfach vorher einstellen, sonst können einem diese Umstände schon die Urlaubsfreude ein wenig verhageln.

Eines steht jedenfalls fest: Wir werden wiederkommen, allerdings dann vermutlich etwas später im Jahr, einfach um etwas mehr Glück mit dem Wetter zu haben, selbst auf die Gefahr hin, daß man dann etwas schwieriger eine Hütte bekommt.

Ich hoffe, es hat einer bis hierhin mitgelesen und es hat etwas Spaß gemacht. ;-)
o

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