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Warum eigentlich ein Zusatztank?
Nun, die FJ braucht mit Beiwagen bei sanfter Fahrweise ca. 8 l Benzin auf 100 km, bei forscherem Tempo wird das auch gerne mehr, bis zu 15 l, sagte man mir, ich selbst habe es
bisher erst einmal auf ca. 10 l gebracht. Das ergibt jedenfalls bei dem serienmäßig vorhandenen 22 l Spritvorrat eine recht geringe Reichweite. Damit man etwas flexibler disponieren kann und nicht in der Gruppe
immer der Anlaß zum Tanken ist (man könnte ja mit Chopperfahrern verglichen werden, he he) hatte ich recht schnell die Idee, einen Zusatztank in den Beiwagen einzubauen. Verschiedene Informationsquellen rieten mir
davon ab, weil das beim Mega-Comete nicht außen möglich sei, sondern nur im Boot, und damit halt immer und unvermeidlich auch mit Benzingeruch im Kofferraum verbunden sei. Trotzdem wollte ich das Projekt angehen und
habe mich weiter erkundigt, wobei Benzingeruch unter allen Umständen vermieden werden sollte. Verschiedene Lösungen habe ich bei anderen Side-Bikern gefunden, einen Tank, der ganz an der rechten Seite verbaut ist
und den Kofferraum noch schmaler macht, oder einen dreieckigen Tank, der außen links am Boot angeschraubt war (wurde mir nur beschrieben, aber ich stelle mir das optisch sehr häßlich vor)...
Wieder einmal hatte ich einfach nur Glück. Durch einen Zufall habe ich den letzten
noch erhältlichen Tank mit der Seriennummer “MEGA 014” ;-) für die Mega-Comete von Zweirad-Probst zu einem recht günstigen Preis erhalten
können. Weil die Cometen ja schon seit einiger Zeit nicht mehr von Side-Bike neu hergestellt werden, hat die Firma Probst die Herstellung der Tanks irgendwann eingestellt.
Es handelt sich um einen dreieckig geformten 26 l Zusatztank, der im Kofferraum hinter der Sitz-Rückwand eingebaut wird und genau den Raum hinten unten auf dem Lenkungstunnel im
Beiwagenkofferraum belegt, der ohnehin nur schlecht zu beladen ist, weil er weit hinten unten ist. Die Befüllung des Tanks erfolgt durch einen separaten Stutzen von der linken
Seitenwagenseite von außen, so daß verschüttete Tropfmengen nicht in den Kofferraum gelangen. Die Klappe des Kofferraums muß zur Befüllung nicht geöffnet werden, was
verhindert, daß der Inhalt irgendwann nach Benzin stinkt. Anzuschließen ist eine Entlüftungsleitung mit Rückschlagklappe, die beim Befüllen gebraucht wird und die Benzinleitung zum Motor.
Diese wird über einen Dreiwege-Hahn mit der vorhandenen Benzinpumpe und dem
vorhandenen Tank verbunden. Dann kann man den Hahn in drei Stellungen betreiben: Betrieb auf dem Beiwagentank, Betrieb auf Serientank, Zufuhr zu. Die Strategie ist dann so, daß man
erst beide Tanks separat befüllt, dann den Beiwagentank leerfährt und dann wenn die Kiste anfängt zu stottern, auf den Haupttank umstellt. Bis hierhin hat die Benzinuhr immer voll
angezeigt. Nun hat man die normale Reichweite zur Verfügung und kann an der Benzinuhr sehen, wann man tanken muß.
 Der Tank wird mit allen Beschlagteilen, dem Dreiwegehahn, einem Einfüllstutzen und einem abschließbaren Deckel, mit allen
erforderlichen Schläuchen und Schellen sowie mit einer bebilderten Montage-Anleitung und dem erforderlichen TÜV-Druckgutachten zur Eintragung geliefert.
Zwei Tage habe ich gebraucht, um den
Zusatztank zu verbauen. Dabei habe ich einige Modifikationen gegenüber dem standardmäßigen Einbau vorgesehen. Ziel war es dabei, die Gefahr der Benzingeruchsbildung so weit irgend möglich zu verringern und
den Einbau möglichst so durchzuführen, daß man alles wieder zurückbauen kann, ohne daß allzugroße bleibende Schäden an Motorrad und Boot verbleiben. Natürlich ließ sich das
insbesondere beim Anbringen der Bohrungen nicht immer vermeiden.
Um die Gefahr der Benzingeruchsbildung im Kofferaum weiter zu reduzieren, habe ich für
die langen Verbindungsstrecken der beiden Anschlüsse oben nach unten aus dem Beiwagen heraus entgegen dem Einbauvorschlag keine Benzinschläuche aus Gummi, sondern 8mm starke
Hydraulikleitungen aus Edelstahl verwandt, die ich dann mit kurzen Schlauchstücken an den Tank angeschlossen habe. Das war ein guter Tipp von Uli Jacken. So habe ich nur kurze
Stücke aus Benzinschlauch, wo der Sprit durchdiffundieren kann. Die Leitungen lassen sich ganz leicht über’m Knie biegen und knicken erst ein, wenn man’s übertreibt und zu kleine
Radien biegt, und dann auch nur langsam und kontrollierbar. Bei der Entlüftungsleitung ist das minimal zu sehen, weil ich da einen Bogen nach oben in die höchste Stelle des Kofferraums mit
einem gezwungenermaßen kleinen Biegeradius vorgesehen habe, damit beim Befüllen da nicht allein durch den dann herrschenden geringen Überdruck im Tank der Sprit schon rausfließt.
Das Konzept ist jedenfalls ausgegangen, beim Befüllen fließt genau kein Sprit aus der Entlüftungsleitung aus.
Durch die Verwendung der Hydraulikleitungen reichte der mitgelieferte Schlauch auch aus, ansonsten wäre das alles zu kurz gewesen, nicht zuletzt deswegen, weil ich den Seitendeckel
rechts nicht zerschnippeln wollte und den Dreiwegehahn deswegen etwas weiter nach unten an den Rahmen befestigt habe, wodurch die benötigten Schlauchlängen etwas größer wurden.
Aber dadurch konnte der rechte Seitendeckel unverändert bleiben und mußte nicht eingesägt oder angebohrt werden.
 Den Benzinfilter habe ich
entgegen dem Einbauvorschlag, wo der im Kofferraum montiert war, außerhalb des Beiwagens in die Leitung zwischen Beiwagen und Motorrad montiert. Erstens kann man den so einfacher beobachten und zweitens kann
man den so irgendwann einmal wechseln, ohne daß der Sprit in den Kofferraum träufelt und dort stinkt. ;-)
Hinter dem Benzinfilter habe ich dann noch eine tropffreie Schnellkupplung für Benzinleitungen eingebaut, damit man den Beiwagen zum Abnehmen schnell vom Mopped trennen kann.
Die unteren Befestigungs-Schloßschrauben des Tanks habe ich durch
Edelstahl-Inbusschrauben ersetzt, weil sich die mit einem Trick (etwas Isolierband um den Inbus wickeln, bevor man ihn in die Schraube steckt, dann bleibt der stecken) auch ohne
zweite Person montieren lassen, die von außen gegenhält, wenn man im Kofferraum hängend die Schrauben anziehen möchte.
 Sobald das Wetter wieder besser geworden ist (derzeit hat es schon wieder angefangen zu schneien) werde ich den Tankdeckel noch durch ein Exemplar ersetzen, was man besser drehen
kann, der jetzige ist etwas klein geraten und hat einen schlechten Griff, der nur schwierig und unter Kraftaufwand zu drehen ist. Da gibt es sicherlich Besseres.
Das erste Befüllen lief etwas schwierig, weil der Einfüllstutzen direkt hinter der Öffnung eine abrupte Biegung nach links in den Tank macht und der Sprit daher etwas zurückspritzt, wenn man ihn zu schnell
in die Öffnung pumpt. Man muß also etwas langsamer zapfen. Wenn man’s weiß, ist das ja OK.
Erste kurze Fahrversuche mit vollem Beiwagentank zeigen, daß der Beiwagen durch das zusätzliche Gewicht spürbar besser auf der Straße liegt und
nicht so schnell steigt. Der Benzinfilter war schon nach kurzer Fahrzeit mit Sprit gefüllt, offenbar hat das Ansaugen der Benzinpumpe also
problemlos geklappt.
Ansonsten ist es ein feines Gefühl, ca. 500-600 km Reichweite zu haben. ;-) Der Einbau wurde beim TÜV in Mönchengladbach, Theodor
Heuss-Straße ohne Probleme abgenommen und ist mittlerweile in die Papiere eingetragen. |