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Wie kam es denn überhaupt dazu, daß ich mir so ein komisches Gefährt zugelegt habe? ;-)
Es begab sich zu einer Zeit im Frühjahr des Jahres 2002, daß ich mich zum Africa Twin Treffen der FAT nach
Lissberg begab. Wie jedes Jahr traf ich auch diesmal dort meinen alten Freund Reinhard mit seinem Africa Twin Gespann (siehe links). Seit fünf oder sechs Jahren kannte ich ihn, hatte ihn mal irgendwo im
Süddeutschen bei einer Tour getroffen und wir hatten Adressen und Telefonnummern ausgetauscht. Auf Treffen sind wir uns dann immer
wieder begegnet, recht lustig eigentlich. Wir kommen so in’s Gespräch und er erzählt mir, daß er das Gespann verkaufen will, weil seine Kinder mit 16 Jahren keine Lust mehr haben, mit
dem Papi mitzufahren und weil er mal wieder Lust auf eine Solo hat. Meine Kids sind ja nun mit 6 und 10 (Stand Dezember 2002) genau in dem richtigen Alter, und ich hatte schon immer
mit dem Gedanken gespielt, mir so’n Ding zuzulegen, aber das immer wieder aus finanziellen Gründen verworfen.
Auch jetzt war ich nicht reicher als sonst, aber irgendwie war der Floh im Ohr und was soll
ich sagen, das nächste Bild sagt eigentlich mehr als tausend Worte:
 Nach kurzen Verhandlungen haben wir einen Termin und einen Preis gefunden und ich mache mich am 29.7.2002 aufgeregt mit dem Auto und meinem Hänger auf den Weg nach Darmstadt, um das
neue Spielzeug abzuholen. Reinhard blutet das Herz, aber ich kann darauf leider keine Rücksicht nehmen. ;-) Schon wechselte die Fuhre den Besitzer.
Das Gespann hat eine recht bewegte Geschichte. Das Beiboot Typ “Moturist P1” wurde irgendwann einmal von einem holländischen Gespannbauer namens Ed Pols aus Amsterdam
hergestellt, der aber mittlerweile verstorben ist. Immerhin gibt es den Laden, wo er gearbeitet hat, noch. Er heißt Mototoer und findet sich auch unter http://www.motortoer.com im Netz.
Er befindet sich Amsterdamse Havens-West, Industrieterrein Westpoort. Jarmuiden 10 - 1046 AD Amsterdam, Telefoon: +31-20 - 682 64 93.
Zuerst lief das Boot jedenfalls an einer 1000er Honda Goldwing. Der Import nach Deutschland geschah dann irgendwann durch einen gewissen Mike Ott, der damals noch bei
dem Gespannbauer Carrell angestellt war. Irgendwann wurde es abmontiert verkauft und mein Vorbesitzer erwarb es, um es an seine Africa Twin anzubauen. Dabei wurde auch eine
gebremste Nabe von einem EML Mini angebaut. Die Twin war vom Baujahr 1992 und bisher solo gelaufen. Am 1.4.1996 wurde sie mit dem besagten Boot verheiratet, seitdem lautet der
Hersteller des Gespanns "Räbiger Motorradschuppen" aus Homberg/Ohm, die genaue Typbezeichnung lautet "RäMo Motourist". ;-) Es gibt auch eine Motourist-Fanseite, auf der
ein begeisterter Moturist Besitzer Infos rund um die skurrilen Beiwagen sammelt.
Naja, wie auch immer, sie war etwas über ein Jahr bei mir und fühlte sich dort glaube ich recht
wohl. Nach und nach werden einige Kleinigkeiten, die sich da so im Laufe der Jahre angesammelt haben an Unzulänglichkeiten und Alterserscheinungen nach und nach behoben,
siehe die verschiedenen Links auf der linken Seite. Die Umbauten erfolgten behutsam, denn ich wollte den Charakter des Fahrzeugs als außergewöhnliches familientaugliches
Straßengespann auf Africa Twin Basis nicht zerstören.
Mittlerweile fährt sie in Ostdeutschland durch die Gegend und wird dort hoffentlich gut
gepflegt. Bin mal gespannt, ob ich sie auf irgendeinem Treffen wiedersehe. |