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Eigentlich wollte ich ja ein Kardanmopped als Gespann haben. Aber wie das dann schonmal so ist mit dem Wunschdenken und der Realität - Die Anbauten von meinem Traum-Beiwagen an Kardanmoppeds kann man quasi an einer Hand abzählen, der Mega-Comete Beiwagen ist vom Hersteller nur an FJ1200 und GTS1000 Moppeds von Yamaha angebaut worden, beides Kettenmoppeds.

Nun wollte ich aber auf jeden Fall ein Kettenschmiersystem haben, denn das Kette fetten ist bei Gespannen noch mal etwas umständlicher als bei Solo-Kisten und überhaupt liebe ich ja technische Spielereien (merkt man das)? ;-)

Nach schlechten Erfahrungen mit dem ScottOiler an meiner Solo-Africa Twin war klar, daß ein anderes System her mußte. Bei einer Moppedtour mit Freunden sah ich das erste Mal einen ein McCoi entsteht ;-)McCoi an einer KTM LC8. Ich war sofort völlig fasziniert und verschlang die McCoi-Website in einem langen Abend. Die Bestellung war in wenigen Minuten raus. ;-) Wenige Tage später kam ein kleines Paketchen mit höchstinteressantem Inhalt bei uns an.

Danach sah es im Wohnzimmer stellenweise recht chaotisch aus (siehe rechts). ;-)

Was ist denn überhaupt ein McCoi? Dazu ein einführender Text von der McCoi-Website:

Der McCoi (microcontrolled chainoiler) ist ein streckenabhängiges Kettenschmiersystem (nicht nur) für Motorräder. Über einen Reedkontakt wird die zurückgelegte Wegstrecke ermittelt, in einem Mikrocontroller verarbeitet und je nach Einstellung wird alle x Meter ein Tropfen Öl auf die Kette gegeben. Steht das Fahrzeug, wird auch nicht geölt. So bleibt die Umwelt und auch die Felge sauber. Bei aufsteigender Feuchtigkeit, z.B. bei Regen, leitet ein optionaler Feuchtesensor ein Signal an den Controller, so dass dieser die Abstände zwischen den einzelnen Tropfen reduziert, also die Schmierung erhöht. So ist auch bei Nässe und Nebel eine ausreichende Kettenschmierung gewährleistet. Die Pumpe ist so beschaffen und wird so angesteuert, dass sie unabhängig von der Viskosität des Schmiermittels stets einen Tropfen abgibt.

McCoi PlatineSoweit das Zitat. Der McCoi wird als Bausatz geliefert und muß auf eine ebenfalls mitgelieferte geätzte und bedruckte Platine aufgebaut werden. Rechts sieht man den fertigen Baustein. Die Kabel habe ich mit ordentlich Heißkleber an die Platine angeklebt, um die Lötstellen vibrationsfest zu machen. Rechts sieht man die Test-LEDs und den Schalter zum Vorpumpen, in der Mitte ist der Hex-Schalter zu sehen, mit dem man die Wegstrecke einstellen kann, nach der ein Tropfen Öl auf die Kette gedrückt wird. Der Schalter dient zum Anpassen der Schaltung an unterschiedliche Raddurchmesser des Rades, an dem der Reed-Sensor für die Geschwindigkeit angebracht ist.

Der Pfostenstecker links neben dem Micro-Controller dient zum Programmieren, hier kann man mit einem Adapterkabel den McCoi an den Parallelport eines PCs anschließen und die Software neu brennen. Der Leistungstransistor für den Pumpenantrieb ist hinten links zu sehen.

Einbau an meiner FJHier sind wir schon beim Einbau. Der Tank (rechts im Bild) paßte recht gut bei der FJ1200 unter den rechten Seitendeckel. von dort gehen drei Schläuche weg, einer als Belüftung, einer zum Befüllen und einer zur Pumpe. Letzterer hat am Ende ein Gewicht, welches dafür sorgt, daß der Ansaugpunkt immer an der tiefsten Stelle im Tank ist. Die beiden anderen Schläuche dürfen nicht weit durch den Deckel in den Behälter hereinragen, weil sonst das Befüllen nicht funktioniert, denn wenn die Befüll-Leitung und die Belüftungsleitung beide in das Öl hineinragen, dann entsteht beim Befüllen ein Überdruck, da die Luft nicht mehr entweichen kann. Beim Abziehen der Spritze vom Befüllungsstutzen gibt es dann eine Sauerei. ;-) Ich weiß, wovon ich rede. ;-)

Detail von Pumpe und TankLinks sieht man nochmals ein Detail von Tank (oben) und der Pumpe (unten rechts). Selbige ist recht klein und kann daher gut irgendwo verbaut werden. Man sollte allerdings darauf achten, daß man sie nicht an den Asnschlußstutzen befestigt, da sie sonst im Betrieb beschädigt werden kann. Ich habe sie mit einigen Kabelbindern am Rahmen befestigt. Links unten ist der Luftfilter an der Belüftungsleitung zu sehen. Oben am Tank ragt nach links der Stutzen zur Befüllung raus. Mit einem kleinen Schlauchrest kann man eine normale Spritze (ich habe eine mit 20ml aus der Apotheke für wenige ct genommen, größere Spritzen kosten direkt unverhältnismäßig mehr Geld, da die nicht in großen Stückzahlen hergestellt werden).

Tachosensor-EinbauEtwas umständlicher war der Einbau des Tachosensors am Vorderrad des Gespannes. Hier seht ihr die Achsschenkel- Lenkung, die für die Side-Bike-Gespanne typisch ist. Der Magnet wurde einfach auf die Bremsscheibe aufgeklebt (Heißkleber), die Haftung wäre vermutlich schon allein durch die Magnetkraft ausreichend gewesen.

Der Sensor wurde dann am Antrieb des Tachogetriebes mit einem Lochblech befestigt und dann vor dem endgültigen Befestigen mit der Testfunktion des McCoi (Hex-Schalter auf 0 und die entsprechende Test-LED beobachten, während man am Rad dreht und das Gespann auf dem Wagenheber steht) und danach, als alles ordentlich lief, kräftig mit Heißkleber eingesaut, damit sich da nix verschiebt. Der Abstand zum Magneten ist sehr wichtig für die ordnungsgemäße Funktion des Sensors, wenn der Magnet zu nah vorbeistreicht, dann bekommt man pro Umdrehung zwei Impulse. ;-)

McCoi GehäuseLinks sieht man die fertigen Gehäuse-Einbauten. Zur Dekoration habe ich den Bestückungsaufdruck auf das Gehäuse geklebt, natürlich unter einer Klarsichtfolie, damit die den nächsten Regen überlebt. ;-) Die Kabel sind mit Heißkleber verklebt, um das Gehäuse abzudichten. Rechts ist die Kontrollschaltung zu sehen, mit der man die Pumpenfunktion an einer LED im Cockpit beobachten kann. Sie verlängert im Prinzip nur den kurzen Impuls auf eine einstellbare Länge, damit man den auch beim Fahren sieht. Ich habe das auf einen Mittelwert eingestellt, das ergibt dann ca. 20-30 Sekunden Leuchtdauer pro Impuls.

Einbau fertigRechts ist der fertige Einbau zu sehen. Die beiden Elektroniken verschwinden im Heckbürzel, dort sind sie am besten vor Feuchtigkeit geschützt und trotzdem leicht zugänglich, falls mal was dran sein sollte. Die ersten 2500 km (Stand April 2004) läuft das System allerdings völlig problemlos.In der Mitte neben der Batterie ist ganz schwach die Pumpe zu erkennen.

ÖlaustrittAuf diesem Bild sieht man den Öl-Austritt. Den Schlauch habe ich unter der Schwinge einfach mit Kabelbindern festgemacht, damit habe ich alle Probleme mit Silikon oder Klebern gemieden, die sich dann doch irgendwann lösen. Da unten sind starke Vibrationen, eine Menge Dreck und Feuchtigkeit und ich war mir unsicher, ob eine Klebung sowas überlebt. Die Kanüle habe ich an einem Lochblech befestigt, welches ich dann wiederum an der Schwinge befestigt habe, alles mit Kabelbindern und Heißkleber. Das Lochblech hat den Vorteil, daß man die Kanüle zum Radausbau einfach zur Seite biegen und dann nachher wieder zurückbiegen kann. Außerdem wird sie so recht stabil geführt und verhakt sich nicht beim Rückwärtsschieben am Kettenblatt. Das System funktioniert einwandfrei.

Hier sieht man auch, daß die Kette dringend der Ölung bedurfte, sie war außen ein klein wenig rostig. ;-) Nach dem Anbau des McCoi habe ich die dann auch erstmal grundgereinigt und von allen alten Fettresten und Rost befreit. Seitdem sieht sie immer sauber und ordentlich aus und ist ganz leicht ölig. Bei einer mittleren Einstellung des HEX-Schalters ölt die Schaltung ca. alle 4,8 km einen Tropfen auf die Kette. Als Öl verwende ich recht zähflüssigs Kettensägen- Haftöl von Stihl, das ist biologisch abbaubar und hält länger auf der Kette, das verdreckt Felge und Motorrad weniger, weil es nicht so schnell abgeschleudert wird. Allerdings finden sich nach einer Tour dann doch immer etliche schwarze Spritzerchen auf dem Beiwagenheck und an der Felge, die sich aber mit Motorradreiniger oder auch mit normalem Glasreiniger und einem Papiertuch ganz einfach wieder entfernen lassen.

Der Ölverbrauch war bei den ersten 2500 km ca. 60 ml, also drei Spritzen. Das ist mal richtig komfortabel wenig, mit einem 250 ml  Tank kommt man so rechnerisch ca. 10.000 km aus. ;-) Damit kann man auch eine mehrwöchige Alpentour machen, ohne daß man sich um die Kette kümmern muß. Da kommt dann doch ein wenig Kardanfeeling auf. ;-)

Fazit: Ich würde mir den McCoi sofort wieder kaufen, auch wenn er nicht unbedingt die billigste Lösung darstellt, aber der Komfort ist schon klasse und die Kette lebt mit Sicherheit länger, irgendwann refinanziert sich das System dadurch sogar!

Ich freue mich immer über Anregungen oder Fehlerhinweise zu dieser Website und antworte auf jede nette Zuschrift. EMail:  webmaster@powerslider.de