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Heizgriffe

Natürlich mußten an die Comete auch Heizgriffe dran.

Nachdem ich im Frühjahr 2004 schon einige Touren in der Kälte ohne Heizgriffe gemacht hatte, ärgerte ich mich zunehmend, daß ich die noch nicht dran hatte, obwohl sie schon im Regal rumlagen und ich ja von meinen anderen Moppeds wußte, daß das eine sinnvolle Sache ist. ;-)

Ein erster Versuch mit den Saito-Heizgriffen von Louis scheiterte. Die sind innen aus Hartplastik und kaum vernünftig am Lenker zu befestigen, weil sie sich entweder dauernd lose um den Lenker drehen oder, wenn man sie mit Gewebeband etwas strammer aufzieht so fest sind, daß man sie nicht ganz draufkriegt. Wenn man sie dann wieder abziehen will, um etwas Gewebeband wegzunehmen, dann geht das nur noch durch Kaputtschneiden, will man nicht brutale Brachialgewalt mit dem Hammer anwenden, so daß man Angst um seine Armaturen haben muß, wenn man mal versehentlich danebenhaut. Habe eine halbe Stunde daran gefriemelt und sie dann in einem Anfall von Zerstörungswut runtergeschnitten. ;-)

HeitgriffregelungDanach habe ich dann nach Rat von Volker (http://www.bikesupport.de) die guten Daytonas genommen, die zwar mit 64.- € sehr teuer sind aber sich super einfach montieren lassen, danach vernünftig halten und vor allem ordentlich Leistung haben, so daß die Elektronik ordentlich zur Geltung kommt und früh runtergeregelt werden kann. Die Griffe sind aus sehr griffigem Gummi und sehr angenehm anzufassen, viel besser als das Hartplastik-Zeugs von Saito. Auch die neuen, die angeblich aus Gummi sind, sind nur Hartplastik Dinger mit Gummi-Überzug, man hat die Probleme kaschiert, aber nicht gelöst. Also ab in die Tonne damit. :-(

Die abgesetzte Bedienung der elektronischen Regelung (siehe Bild) habe ich wie geplant sehr dezent in die Seitenverkleitung einbauen können, das Poti ist mit Ein/Aus-Raste in der linken Stellung und wird über ein Relais geschaltet, welches nur anzieht, wenn die Moppedbeleuchtung eingeschaltet ist (das wird später vielleicht mal auf den Zündungskontakt umgebaut, aber derzeit finde ich den nicht und sehe auch keinen Bedarf dafür, da man ja eh immer mit Licht fährt. ;-).

Alles sieht sehr gut aus und klappt einfach nur geil! Nach fünf Minuten muß man die Regelung runternehmen, weil man sonst die Finger gegrillt bekommt. ;-)))

Zur Elektronik: Auch hier sollte natürlich (wie bei der Solo) die bewährte stufenlose Heizgriff-Regelung von Phil Herzog zum Einsatz kommen. Die Regelung habe ich wie immer in einem kleinen Kästchen wasserdicht verbaut und die Bedienung diesmal abgesetzt, so da ich sie in das Verkleidungs-Seitenteil einbauen und das Kästchen dann in der Nähe unsichtbar verstauen konnte. Auf das Poti kam ein dicker Knopf, so kann man sie auch mit Handschuhen gut bedienen. Es wurde ein Poti mit einpoligem Schalter in der links-Stellung verwendet, so daß man keinen zusätzlichen Schalter braucht, sondern einfach durch ein Drehen bis zum Klick nach links die Regelung komplett abschalten kann.

Hier in Kürze, worum es geht: Bei normalen zweistufigen Heizgriffen hat man immer nur die Wahl zwischen zu kalt und zu warm. Von Einstufigen wollen wir mal nicht reden. Meist sind die schwächer und haben nur 10W pro Griff, damit die im Dauerbetrieb nicht durchglühen. Das ist aber nicht genug, wenn es richtig kalt ist ;-)

Phil hatte dann folgende Ideen:

 Bedienung mit nur einem Poti, kein extra Schalter
 Steuerbar zwischen 1% und 99%
 Verlustleisung nahe Null
 Möglichst geringer Platzbedarf und Aufwand

Hier die Schaltung, nach der ich das einfach auf einem kleinen Lochrasterplatinchen aufgebaut habe:

Schaltplan Heizgriff-Regelung


Es handelt sich um eine Pulsbreitensteuerung. Die Frequenz ist mit ca. 1,5 Hz sehr niedrig gewaehlt um die CDI und angeschlossene Sprech- und Funkanlagen nicht zu stören. C3 und R4 sind zur Entstörumg (damit die CDI nicht die Schaltung stört). Die Heizgriffe werden von der Schaltung kontinuierlich ein- und ausgeschaltet. Das Verhältnis zwischen Ein- und Ausschaltzeit (das sog. Tastverhältnis) regelt man mit dem Poti. Mit einem analogen Messgerät an Pin 3 des IC kann man das sehr schön beobachten. Der N-Kanal-MOS-FET hat im leitenden Zustand laut Datenblatt einen Innenwiederstand von 0,04 Ohm. Dieser Wert scheint in der Praxis deutlich unterboten zu werden, eine Wärmeentwicklung am Transistor war auch ohne Kühlkörper nicht festzustellen. Trotzdem sollte man einen benutzen.

Die gestrichelt eingekreisten Teile sind optional:

Falls das Poti einen Ein-Ausschalter besitzt oder falls man einen separaten verwenden möchte, so sollte der auf jeden Fall zwischen R4 und der 12V-Versorgung angeordnet werden, damit nicht der hohe Laststrom über den Schalter fließt und diesen evtl. zerstört.

Wenn man mag, kann man noch eine LED zur Anzeige vorsehen, die immer dann leuchtet, wenn die Schaltung die Heizgriffe versorgt. Die blinkt dann immer schön im Takt der Regelung und je mehr man diese aufdreht, um so länger ist die Einschaltzeit im Vergleich zur Ausschaltzeit. Natürlich muß ein entsprechender Vorwiderstand von ca. 560 Ohm für 12V und eine Standard-LED vorgesehen werden. Ich habe eine grüne LED genommen.

Bauteile:

 IC1: NE555
 T1: BUZ11 mit passendem Kühlkoerper
 D1,D2,D3: 1N4148
 C1: 1 mikroF
 C2: 10 nF
 C3: 470 mikroF
 R1, R2: 1kOhm, 1/4 W
 R3: 1 MOhm linear
 R4: 10 Ohm
 R5: 560 Ohm

Daten der Schaltung:

 Max. Verlustleistung des Transistors (theoretisch): 0,64 W
 Max. Leistungsaufnahme der Steuerung: 0,144 W
 Leistung der Heizgriffe regelbar von 0,1%-98,6%

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