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Bremse entlüften

Die Stammleser wissen um meine Bremsprobleme bei der Comete, da war immer mal wieder Luft in der Anlage und der Druckpunkt weich und im Laufe der letzten Jahre habe ich die Anlage immer wieder mal entlüften müssen und damit viel Zeit verbracht. Letztendlich hat der Stahlbus EntlüfterschraubenUmbau auf eine neue Bremspumpe von Lucas Einiges gebracht, aber ich denke, die finale Lösung habe ich seit Herbst 2007 mit den Stahlbus Entlüftungsschrauben.

Es handelt sich um einen Ersatz der standardmäßig bei Bremszangen verbauten Entlüftungsnippel, die das Bremssystem einfach öffnen und schließen. Das Problem dabei ist, daß die Standard Bremsnippel kein Rückflußventil haben, so daß es leicht passiert, daß man beim Entlüften versehentlich Luft zurück in’s System zieht, was nicht selten dazu führt, daß man stundenlang mit Bremse entlüften beschäftigt ist und nicht weiß, was da los ist. Das gleiche gilt natürlich auch für hydraulische Kupplungen (wie an der FJ1200 vorhanden).

Funktionsprinzip Stahlbusschraube animiertIm Gegensatz zu den Standard-Nippeln hat die Stahlbus-Entlüfterschraube eine federbelastete Kugel, die einen Rückstrom von verbrauchter Bremsflüssigkeit oder Luft in das System verhindert. Außerdem ist die Schraube mit einem O-Ring abgedichtet, wenn man sie löst, so daß Fremdluft nicht von außen eindringen kann. Das ermöglicht einen sehr schnellen und problemlosen Wechsel oder Erstbefüllung der Brems- oder Kupplungsflüssigkeit. Am besten kann man das auf einer kleinen Grafik rechts sehen (mit freundlicher Genehmigung der Webmaster von der Stahlbus-Homepage geklaut)

Nach einigem EMail Hin- und Her war ich im Herbst 2007 mal bei den Stahlbus-Leuten in Hattingen, weil es an der Comete doch einige Umbau-Problemchen geben sollte, besonders am Beiwagen. Vielen Dank an dieser Stelle für die sehr freundliche und engagierte Unterstützung durch euch, Jungs, ihr seid echt Freaks (im besten Sinne des Wortes)! ;-)

Besuch bei Stahlbus.de


Hier stellte sich raus, daß die Stahlbus-Schrauben am Beiwagen nicht verwendet werden können, weil sie etwas höher bauen als die Serien-Nippel. Das liegt daran, daß die Stahlbus-Schraube aus zwei Baugruppen besteht, aus einem Ventil-Einsatz und einem Adapterstück, der dann für die verschiedenen Gewinde in den Bremszangen hergestellt wird. Durch die zweigeteilte Bauweise sind die etwas länger als die normalen Nippel und passen nicht mehr in die Auto-Felge, die der Stahlbus-Schraube an der KupplungComete-Beiwagen verbaut hat. Das Problem wird im Winter allerdings dadurch gelöst, daß ich die Bremszangen ausbaue und von den Stahlbus-Leuten mit einer entsprechend angepaßten Bohrung mit Gewinde und Kugel-Dichtfläche versehen lasse, so daß das Stahlbus-Oberteil ohne Adapterstück direkt in die Bremszange eingedreht werden kann und dann genauso hoch ist wie der Serien-Nippel.



Bei dem Umbau haben wir dann die beiden vorderen Bremszangen, die Kupplung und die hintere Bremszange umgerüstet und die hydraulischen Systeme direkt nochmal entlüftet. Die Bremskreise waren noch recht gut in Schuß, aber die Bremsflüssigkeit in der Kupplung war in einem schlimmen Zustand, richtig honigdunkel und zähflüssig (siehe unten)

Bremsflüssigkeit vorher nachher


...und unter dem Bremsflüssigkeitsbehälterdeckel waren schon deutliche Kristalle zu erkennen (siehe unten), die dann sicherlich irgendwann Dichtungen beschädigen.

Kristalle unter'm Deckel


Stahlbus-Schrauben vornJungejunge, das war jedenfalls höchste Eisenbahn, die mal zu wechseln. Links sieht man die Stahlbus-Schrauben mit blau eloxierten Kappen an den vorderen Bremszangen. Die Position der Schraube an der oberen Bremszange ist natürlich nicht optimal, aber nicht zu ändern, da die Bremszangen ja von der FJ ursprünglich von zwei verschiedenen Seiten des Vorderrades stammen und nur für den Gespannumbau auf eine Seite umgebaut wurden. Zum Entlüften muß man die Zangen normalerweise beide lösen und so festklemmen, daß die Schrauben an der höchsten Stelle sind. In unserem Fall hat das auch ohne Demontage geklappt. Zumindest geht es viel einfacher und vor allem ohne Hilfsperson. Sollte der Druckpunkt sich nicht vernünftig einstellen lassen, sollte man auf jeden Fall die Zangen ausbauen und zum Entlüften hochlegen.


Entlüfterschraube hintenJetzt, mit den neuen Entlüfterschrauben ist das ein Kinderspiel und kann vor allem allein bewerkstelligt werden, da man nicht mehr einen zweiten Mann zum Synchronen Betätigen der Nippel benötigt.

Ich denke, ich werde das jetzt routinemäßig einfach mal öfter machen, jedenfalls mindestens alle zwei Jahre.



Hier der alte Bericht von der Entlüftungsmisere vom Herbst 2004:

Beiwagen entlüftenIm Oktober 2004 wurde auf der Pfalztour die Vorderbremse in der Wirkung immer schwächer und am Ende war bei voll durchgezogenem Bremsgriff nur noch eine leichte Bremswirkung spürbar. An einer Tankstelle haben wir dann mal ein kleines Döschen Bremsflüssigkeit gekauft und die Bremse erst am Beiwagen und dann an den vorderen Zangen mal entlüftet und siehe da, es klappt wieder alles bestens. Bremsflüssigkeit war allerdings noch halb voll im Behälter und Leckagen haben wir nicht entdeckt. Die Bläschen kamen übrigens am Beiwagen raus. Bei der nächsten Pause habe ich die Comete dann mal mit einem Gummiriemen um die Handbremse stehen gelassen und danach war der Druckpunkt nochmal ein bisschen besser.

Meine Theorie zu der Sache:

Durch normalen Verschleiß der Beläge sinkt der Stand im Bremsflüssigkeitsbehälter etwas ab, das ist normal. Da man den Beiwagen-Bremskolben ja auch ansteuern muß, ist das erforderliche Volumen an Bremsflüssigkeit etwas größer als im Solobetrieb und man muß da also ein bisschen nachfüllen. Vor allem deshalb, weil durch die Schrägstellung des Bremsflüssigkeitsbehälters am Stummellenker die Einlaßöffnung zur Bremspumpe in flotten Linkskurven dann gelegentlich an die Luft kommt, da die Bremsflüssigkeit dann nach rechts schwappt. Wenn man dann also bremst, dann pumpt man Luft in's System.

Fazit: Schaut bei euren Cometen immer ordentlich den Bremsflüssigkeitsbehälter nach und füllt ihn bei voll nach links gelenktem Lenker zu zwei Dritteln auf, dann passiert das nicht so schnell, aber verhindern kann man das damit nicht komplett, zumindest ist mir das nicht gelungen. Wenn man die Oberfläche der Bremsflüssigkeit im Schauglas sieht, dann ist es eigentlich schon zu spät.

Seit März 2006 habe ich daher meinen Cometen auf eine Radial-Bremspumpe mit 19mm Kolbendurchmesser von Lucas/TRW umgerüstet. Die originale Bremspumpe hat 5/8”, was ungefähr 15,7mm Kolbendurchmesser entspricht. Das Ergebnis ist eine erheblich härtere Bremse durch das geänderte Übersetzungsverhältnis der beteiligten Kolbenflächen. Außerdem hat man durch das Prinzip des abgesetzten Bremsflüssigkeitsvorratsbehälters keine Luft mehr bei Kurvenfahrt in der Bremse. Dadurch erzielt man eine vollständige Beseitigung der obigen Probleme.

Sollte die Bremse dann doch einmal Luft gezogen haben oder hat man dran was umgebaut, dann muß man das Bremssystem entlüften. Klares Zeichen dafür ist, daß man die Bremse “aufpumpen” kann oder daß der Druckpunkt weich und immer weicher wird und keine Leckagen im Bremssystem (feuchte Stellen) zu finden sind. Hierzu einige Tipps von Klaus, Axel Funke (Zweirad Norton) und Uli Jacken (Side-Bike) aus der deutschen Side-Bike Mailingliste:

vorne entlüftenKlaus schrieb:

 Beide Bremssättel auf gleichmäßigen
   Verschleiß der Beläge überprüfen.
   Vielleicht ist am unteren noch Luft, die
   nach der Standzeit erst wieder nach
   unten gedrückt werden muß, damit man
   wieder auf beiden Bremssätteln bremst

Axel darauf:

 Lage der Sättel beim Entlüften
   optimieren. Nippel nach oben,
   Anschlüsse der Bremsleitungen niedriger
   als Nippel, ggf. Beläge zurückdrücken.
 Dichtheit des Systems sicherstellen.
 Ausreichend Flüssigkeit im Ausgleichs-
   behälter sollte selbstverständlich sein.
 Vielleicht sollte man sich mit dem
   Gedanken befassen den
   Ausgleichsbehälter zu vergrößern.
 Es gibt Entlüftungsgeräte, die zu stark ziehen. d.h. die ziehen beim Entlüften wieder Luft
   durch die Manschetten an.
 Den Handbremszylinder ggf. lösen und genauso wie die Sättel in der Lage optimieren (Nur
   für den Entlüftungsvorgang). Hier gibt es Modelle, die es schaffen Luft in Ecken zu
   verstecken und einen so stundenlang nerven. Wird gerne übersehen. Gilt besonders dann,
   wenn der Zylinder parallel zum Lenker arbeitet.
 Da beim Entlüften ständig gepumpt und gemacht wird fällt ein bischen Restluft ggf. nicht auf,
   da die Luft dann schon komprimiert ist. Besonders beim Austausch von Leitungen und
   Zylindern ist Ausdauer und Gefühl gefragt.
 Stahlflex sollte bei Motorradgespannen eigentlich Standard sein. Die langen Wege führen
   sonst zu einem zu schwammigen und schwachen Bremsdruck.
 Manchmal sind die Leitungen sehr verzwickt verlegt, da hab ich schon mal so manch ein
   Teil mehr abgeschraubt bzw. Beiwagen stark angehoben... Jede Schlaufe, in der Luft
   hängen kann, stört da.

Uli Jacken ergänzte:

Bremsflüssigkeit nachfüllenDas Entlüften per Sauggerät ist nur eine Notlösung, auch wenn sie oft verwandt, auch manchmal von mir. Besser ist da Entlüften per Druck. Das setzt aber neben einem entsprechenen Gerät vor allem den passenden Adapter für den jeweiligen Vorratsbehälter voraus. Mittlerweile habe ich schon einige gesammelt. Dann sind nämlich alle Bögen und in der Leitung egal.

Beim konventionellen Entlüften ist Einiges gleichzeitig zu beachten:

Teamwork Behälter voll neue Flüssigkeit
 Achse der Bremspumpe muß mit dem
   Ausgang nach unten zeigen
 Bremssättel so halten oder klemmen,
   das Entlüfternippel oben und auch
   Anschlußpunkt der Bremsleitung tiefer
   liegt als Entlüfternippel
 wenn Bögen nach oben in der Leitung
   sind (z.B. Beiwagenbremse bei allen
   Chassis) muß Zange höher sein als der
   Bogen.
 und dann braucht man auch noch eine 3.
   Hand, die den Druck aufbaut und hält,
   während der Nippel geöffnet wird.

Ich hoffe, es klingt nicht zynisch, wenn ich schreibe: Viel Spaß beim Üben, aber leichter geht’s mit den Stahlbus-Schrauben.

Ich freue mich immer über Anregungen oder Fehlerhinweise zu dieser Website und antworte auf jede nette Zuschrift. EMail:  webmaster@powerslider.de