|
Im Sommer 2008 bin ich doch tatsächlich mit dem Gespann das erste Mal liegengeblieben. Die Symptome waren recht typisch, erst fing der Motor an zu stottern, keine Leistung mehr, dann konnte ich noch nicht mal mehr
die Geschwindigkeit halten und dann starb er immer mehr ab. Typisch für Spritmangel, das Verhalten kannte ich ja immer vom leeren Beiwagentank, wo ich dann auf
den Haupttank umschalten konnte und dann ist sofort innerhalb weniger Sekunden wieder Leistung da.
Diesmal jedoch nicht, außerdem waren beide Tanks voll. Da ich gleichzeitig eine Menge Elektrikprobleme hatte, dachte ich zuerst an eine Ursache dabei, bin aber nach einigen Messungen recht schnell darauf gekommen, daß die Benzinpumpe der Übeltäter war. Dabei kam raus, daß während und bis ca. 5 Sekunden nach einem Startversuch die Benzinpumpe satt Spannung bekommt, aber nicht anläuft. Wenn man, während sie Spannung bekommt, sanft an das Benzinpumpengehäuse klopft, läuft sie allerdings an. Eine nähere Untersuchung ergibt, daß es sich bei der Benzinpumpe um GENAU das gleiche Modell handelt, wie bei meiner Africa Twin. Es handelt sich dabei um eine Pumpe vom Hersteller Mitsubishi, meiner Meinung nach einfachste Qualität, eine Membranpumpe mit Magnetspulenantrieb, keine Freilaufdiode über den Spulenkontakten, weswegen es bei jedem Öffnen der Kontakte (also bei jedem Pumpenhub) zu einem kleinen Funken kommt, der die Kontakte im Laufe der Jahre abbrennen läßt. Natürlich ist innen alles genietet und nicht auswechselbar. :-(
Was tun? Eine neue Pumpe kostet knapp 300,- Euro, die spinnen ja wohl, bei Yamaha. Eine Gebrauchte kommt nicht in Frage, selbst wenn sie wenig gelaufen ist, ist sie alt und wird recht schnell wieder kaputt
gehen, weil das bescheuerte Prinzip ja das Gleiche ist. Die Lösung, die ich bei der Africa Twin gewählt habe (eine Unterdruck Mikuni-Pumpe) ist mir etwas zu heikel, weil die Unterdruckhübe aufgrund des geringeren
Zylindervolumens und der höheren Drehzahlen bei der FJ vermutlich geringer sind als bei der Twin und ich nicht sicher war, ob die Pumpe dann den in Spitzenlastzeiten geforderten höheren Durchsatz schafft. Alles nur
Vermutungen, vielleicht liege ich völlig schief, aber ich hatte Bedenken.
Ich erinnerte mich an einen Vorschlag aus dem Africa Twin Forum,
eine Pierburg Benzinpumpe einzusetzen (Art.Nr. 7.21440.51.0), sie arbeitet nach dem Flügelzellenprinzip, also ohne Kontakte, die abbrennen können. Der Vordruck ist definiert vorhanden und reguliert.
Hier einige Produktabbildungen (mit freundlicher Genehmigung von ):
 Beide Abbildungen werden mit freundlicher Genehmigung von Pierburg hier dargestellt.
Die technischen Daten und
Abmessungen können aus dem PDF-Datenblatt (ca. 300kBytes) entnommen werden. Die Entscheidung war schnell gemacht und
die Pumpe für einen knappen Hunderter besorgt. Dazu noch einige Schellen, Schlauchstücke und Reduzierstücke, damit die kleineren Pumpenstutzen an die dicken FJ Spritleitungen paßten, fertig.
Der Einbau war recht einfach, die Pumpe baut
etwas dünner und länger, paßt aber problemlos in die vorhande Stelle unter dem rechten Seitendeckel, man muß nur zwei Reduzierstücke von 8mm auf 10mm Innendurchmesser haben und einige kurze Schlauchstücke, alles gut
mit Schellen abdichten und mit Kabelbindern ein wenig befestigen.
Das Ganze funktioniert einfach und ist unauffällig eingebaut. Die Pumpe läuft direkt an dem vorhandenen elektrischen Anschluß, der von der CDI-Box kommt und sich um die
Nachlaufverzögerung nach einem Motorabsterben kümmert und ansonsten die Pumpe automatisch beim Starten aktiviert (und nicht beim Zündungseinschalten). Weitere Elektronik ist also
überhaupt nicht erforderlich. Die Pumpe saugt auch bei leeren Spritleitungen prima an und kann auch den Treibstoff aus dem Beiwagentank problemlos ansaugen. Es ist keinerlei
Leistungsverlust festzustellen, alles ist bestens.
Ich kann den Umbau nur jedem empfehlen, der Schwierigkeiten mit der Benzinpumpe bei der FJ hat.
|