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Batterie

Immer wieder stellt sich die Frage, welche Batterie man im Motorrad verwenden sollte. Heute hat man die Auswahl zwischen wartungsfreien und völlig versiegelten AGM- bzw. Vlies-Batterien (auch fälschlicherweise Reinblei- oder Blei-Gel-Batterien genannt) und den normalen, konventionellen Naßbatterien mit durch Stopfen verschlossenen Zellen, wo ab und an Wasser nachgefüllt werden muss. Die erstgenannten, wartungsfreien Batterien gibt’s von verschiedenen Herstellern. Mittlerweile gibt es da auch Billigvarianten, von deren Verwendung aber wegen qualitativer Mängel abgeraten wird.

Batterie auf BeiwagenDie korrekte Bezeichnung lautet AGM- Batterie (AGM ist die Abkürzung für “Absorbent Glass Mat”, z.B. in APC USV Geräten verwendet). Hier nehmen bei der Erstbefüllung spezielle Microglasfasermatten zwischen den Bleiplatten die Batteriesäure auf. Das Verhältnis Säurefüllmenge zur Aufnahmekapazität dieser Glasfaser - oder Vliesmatten ist so abgestimmt, daß die Säure komplett im Vlies gebunden wird, jedoch der Sättigungsgrad des Vlieses nicht vollständig erreicht wird. Nur dadurch ist gewährleistet, dass die Batterie innen dauerhaft nahezu trocken und auslaufsicher ist. AGM-Batterien können deshalb sogar liegend verbaut werden. AGM-Batterien sind "Reinblei-Akkus". Die Reinblei- Technologie erlaubt keine Beimischung oder Legierung von Antimon. (Antimon ist ein hartes Metall, daß bei der Herstellung von konventionellen Batterien dem Blei zur Härtung beigemischt wird). Antimon hat jedoch die unangenehme Nebenwirkung, dass es im Akku für Wasserverbrauch und Selbstentladung sorgt. Deshalb muss auch bei konventionellen Batterien gelegentlich destilliertes Wasser nachgefüllt werden. Dies ist jedoch bei den verkapselten, wartungsfreien Batterien gar nicht mehr möglich, darum enthalten wartungsfreie Batterien der führenden Markenhersteller keine Antimon-Beimischung sondern werden unter Beimischung von Calzium in Reinbleiausführung hergestellt. Hierbei ersetzt das Calzium das härtende Antimon ohne jedoch hierbei die oben genannten Nebenwirkungen aufzuweisen. Aber zur Verarbeitung der modernen Blei-Calziumlegierung muß sehr kostenintensiv in neuartige Blei-Gießmaschinen investiert werden, weil auf den älteren (noch auf Blei-Antimon-Legierung ausgelegten Gießmaschinen) produktionstechnisch keine Blei-Calzium-Legierung verarbeitet werden kann.

Und genau hier liegt das Problem der häufig angebotenen Billig - Importware. In Ermangelung von modernen Giessmaschinen werden (meistens in den klassischen Billiglohnländern) leider auch minderwertige, "wartungsfreie" aber antimonhaltige Batterien mit den älteren Maschinen welche dem Blei-Calzium-Produktionsstandard nicht gerecht werden können produziert. Damit sind diese "wartungsfreien" Nachbau-Batterien natürlich gar nicht wartungsfrei, weil diese durch die Blei-Antimonlegierung bereits einen eingebauten, konstruktonsbedingten Wasserverbrauch haben. Die Batterien dunsten deshalb wesentlich schneller aus. Gleichzeitig fällt der Startstrom ab bis zum Totalausfall. Das ist der baldige Tod dieser Batterien, kaum eine hält länger als 2 Jahre bis sie innen ausgetrocknet ist. Markenbatterien halten (bei sachgemäßer Gebrauch, keine Tiefenentladung, im Winter ausbauen, laden ....) locker 4 Jahre und länger

Die wartungsfreien AGM/Vlies-Batterien halten die Spannung zwar viel länger, überleben aber in der Regel nicht eine Total-Entladung. Deswegen sollte man eine wartungsfreie Batterie in jedem Fall über den Winter ausbauen und nach 3 Monaten nachladen. Die Lagerung sollte  kühl (auf jeden Fall aber frostfrei) und trocken sein.

Reine Gel-Batterien haben den entscheidenden Nachteil, bei großer Kälte total zu versagen. Deshalb sind sie für den Winterbetrieb nur geeignet, wenn sie in geschlossenen und besser noch geheizten Räumen aufbewahrt werden. Allerdings haben Sie eine erheblich verringerte Selbstentladung, wenn das Mopped mal rumsteht. Gel-, aber auch AGM/Vlies-Batterien halten bei schlechter bis keiner Pflege viel länger (ca. 3-4 mal länger) als herkömmliche Batterien, solange sie nicht überladen oder tiefentladen werden. Und im Vergleich zu klassischen nicht wartungsfreien Batterien mit offenen Säurezellen kann man sie lageunabhängig einbauen und sie sind völlig gasdicht. Nur die reinen GEL-Batterien sind auch tiefentladesicher und zyklenfest.

Nun kommen wir zum Hauptproblem der AGM/Vlies Batterien: Sie können in ein Motorrad welches normalerweise eine konventionelle Batterie hat nicht ohne weiteres eine wartungsfreie einbauen, weil Lichtmaschine und Ladestromregler anders sind bzw. anders abgestimmt sein müssen für das Aufladen einer wartungsfreien Batterie. Erforderlich ist eine Konstantspannung hinter dem Lichtmaschinen-Regler. Wenn die Parameter von Lichtmaschine und Regler meist nicht fachgerecht modifiziert werden, ist eine wartungsfreie Batterie in kürzester Zeit defekt. Aus diesem Grund sind alle wartungsfreien Batterien nach DIN von den Abmessungen her so gebaut, dass der ahnungsloser Nutzer nicht ohne weiteres in seine Bold’Or oder Z 900 eine wartungsfreie Batterie einbaut!

Batterie auf DreiradEs geht dabei nicht nur darum ob die neue Wartungsfreie ruck-zuck kaputt ist, es ist auch sehr gefährlich. Die Parameter der älteren Motorräder von Lichtmaschine und Regler sind so, dass teilweise bis zu 14,8 Volt kommen. Spätestens bei 14,40 Volt fangen die Batterien zum Gasen an. Für eine konventionelle Batterie kein Problem, schließlich hat man Entlüftungsschlauch und der beim Gasen entstehende Wasserverbrauch kann nachgefüllt werden. Aber was macht die wartungsfreie AGM/Vlies-Batterie, welche fest verschlossen ist wenn ein paar Stunden lang kräftig 14,8 Volt kommen? Im Extremfall platzt diese explosionsartig auf – und das gibt eine ganz hübsche Sauerei in der schönen guten alten Z 900.




Ein modernes Motorrad, welches werksseitig schon mit einem wartungsfreien AGM/Vlies- Bleiakku bestückt ist, hat eine erheblich niedrigere Ladespannung, in der Regel nicht mehr als 14,00 Volt. Und hier gibt es dann kein Gasen / kein Überdruck / kein Wasserverbrauch. Sinngemäß gilt das alles auch wenn die wartungsfreie Batterie mit einem Ladegerät aufgeladen werden muß. Auch hier darauf zu achten, daß die Ladespannung nicht über 14,2 Volt ansteigt.

Die maximale Ladespannung entscheidet im wesentlichen über die Wahl “konventionelle Batterie oder eine wartungsfreie”, alles andere ist weitgehend unerheblich.

Entscheidet man sich für eine herkömmliche Naß-Batterie mit offenen Zellen, dann ist es wichtig, daß man sie einfach ein wenig pflegt. Dazu gehört eine regelmäßige Kontrolle des Säurestandes (grundsätzlich nur mit destilliertem Wasser auffüllen) und bei allen Bleiakkus eine schonende Ladung mit Abschaltung bei Erreichen der Ladeschlußspannung und Umschaltung auf Erhaltungsladung, Schnelladung nur im Notfall! Für eine schonende Batteriepflege gibt es fertige Automatik-Ladegeräte zu kaufen, die man einfach immer angeschlossen lassen kann (erhältlich z.B. bei Louis).

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