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In Rumänien kann immer viel passieren, kein Tag verläuft so, wie
er geplant war. Das ist das Interessante an der Enduromania und auch gelegentlich eine Herausforderung. Damit die Unwägbarkeiten weniger werden und aus Erfahrung gebe ich neuen Enduromaniacs gerne die folgenden
Tipps, ich hoffe, sie nützen jemandem:
Lest die Sammlung oft gestellter Fragen (FAQ)
Besorgt euch einen Reiseführer und lest was über Rumänien. Der von Marco Polo ist zu
empfehlen.
Besorgt euch eine leichte, helle (am besten LED) Kopftaschenlampe und sorgt dafür, daß
ihr sie immer dabei habt, das hat uns schon oft bei Schraubereien im Dunkeln geholfen!
Nehmt immer Reserveschläuche und Flickzeug mit sowie alles Werkzeug, was ihr zum
Rad-Ausbauen vorne und hinten braucht! Japsenwerkzeug muß im Allgemeinen ergänzt werden.
Sichert eure Motorräder ein wenig ab. Wenn noch nicht vorhanden, kann es sinnvoll sein,
die folgenden Maßnahmen durchzuführen: Spiegel abbauen und durch wegklappbare Endurospiegel ersetzen
stabile Handprotektoren, die am Lenkerende befestigt sind, anbauen Sturzbügel anbauen Einen stabilen Motorschutz anbauen einen kleinen Gepäckträger hinten anbringen (für Werkzeug und
Ersatzteile, damit man das nicht im Rucksack mitschleppen muß)
Schaut, daß ihr eine Trinkmöglichkeit unterwegs habt. Ich hatte immer eine 1,5l
Sigg-Flasche dabei, aber das war zuwenig und ein Fehler. Habe seit einigen Jahren einen Camel-Bak Mule mit 3l Inhalt dabei haben und kann das nur jedem empfehlen. Es wird im
Sommer sehr heiß. Mineraltabletten sollten zur Aufbereitung des Wassers nicht fehlen, da man davon viel ausschwitzt.
Der Rucksack sollte nicht mit schweren Dingen (Werkzeug, Ersatzteile) beladen werden, da man dann schneller ermüdet. Sowas gehört an’s Mopped geschnallt.
Besorgt euch einen Cross-Helm und gute Crossbrillen, wenn ihr sie nicht schon habt. Man
bekommt damit viel besser Luft als in einem Integralhelm und die Augen verkleben nicht so durch den Staub. Der Schirm schützt vor der Sonne.
Schaut, daß ihr mindestens 200-250km Reichweite habt. Evtl. ist bei leichten Crossern ein größerer Tank angebracht.
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Ordentliche Sicherheitskleidung ist selbstverständlich, mindestens stabile Crossstiefel
(wasserdicht ist egal, die werden am Tagesende eh' völlig naß sein, entweder vom Schweiß oder weil das Wasser bei den Flußdurchfahrten oben reinläuft) und leichte, luftige
Endurokleidung mit ordentlichen harten Protektoren an Schienbein, Knie, Hüfte, Schulter und Ellbogen, besser ist natürlich ein Crosspanzer, da gibt's mittlerweile sehr angenehm zu
tragende Exemplare auf Netzstoffen. Leichte Handschuhe mit harten Protektoren am Handrücken bewähren sich im Unterholz. Ersatzkleidung mitnehmen, falls mal was reißt im Gelände.
Wer noch nie im Gelände war, sollte das vorher mal unter Anleitung eines erfahrenen Hasen MIT SEINEM EIGENEN MOPPED geübt haben.
Schaut, daß ihr ausreichend lange gültige grüne Versicherungskarten für alle mitgeführten
Fahrzeuge (PKW/Anhänger/Moppeds) habt. Notfalls könnt ihr die jetzt schon bei euren Versicherungen beantragen. Ohne grüne Karte darf man nicht nach Rumänien einreisen und
man muß dann eine teure rumänische Versicherung abschließen.
Gehören die mitgenommenen Kisten/Autos/Anhänger nicht euch, braucht ihr eine
unterschriebene Vollmacht, daß ihr die verwenden dürft.
Ihr braucht einen Personalausweis oder einen Reisepaß zur Einreise. Prüft nach, daß der
noch mindestens drei Monate nach dem Einreise-Termin gültig ist. Falls nicht: Verlängern.
Verhaltenstipps an der Grenze: Es muß kein Visum mehr an der Grenze bezahlt werden.
Seid höflich zu den Zöllnern, auch wenn sie Schwierigkeiten machen. Oft hat das einen Grund, den man meist beheben kann. Höflich und hartnäckig fragen. Bei Sprachproblemen
einfach einen der Umstehenden fragen, ob er/sie mal dolmetschen kann. Wenn ihr absolut nicht weiterkommt, fragt einen anderen Zöllner. Bleibt hartnäckig und trotzdem weiter
höflich. Wird es aussichtlos, ruft Sergio auf seinem Handy unter +40-722-581770 an, er kann dolmetschen. Schwierig ist es, wenn man mit zuvielen Motorrädern (mehr als Fahrer da
sind) oder zu schweren Anhängern/Zugmaschinen (mehr als 3,5t in Cenad/Battonya) ankommt oder wenn man Hilfsgüter hat, die nicht ordentlich deklariert sind. Dann hilft oft nur
Glück, eine freundliche Ader bei einem Zöllner oder ein “Geschenk”. Wenn ihr wißt, daß es schwierig werden könnte, plant solche Geschenke schonmal ein, beispielsweise eine Palette
Kaffee oder andere Westwaren, die man in Rumänien nicht oder nur schwierig erhält. Ich habe sowas allerdings bei meinen Besuchen nie gebraucht.
Nehmt einen Reserveschlüssel für die Moppeds mit und gebt die einem Team-Partner mit,
dem ihr vertraut. Es haben schon Leute ihre Schlüssel verloren und wir mußten dann am Sonntag Abend das Zündschloß kurzschließen oder knacken.
Schaut nach, daß die Moppeds in Ordnung sind. Reifen, Kette, Bremsbeläge, Motor-Öl, das sollte alles frisch gewechselt sein.

Spezialersatzteile (Simmerringe, Dichtungen, Lager, Kettenkit, Bremshebel, Kupplungshebel, Schalthebel, Universalteile wie Bowdenzugreparaturkit, Draht, Schellen,
Tape und Panzerband etc.) sollte man einfach zur Sicherheit dabei haben, damit man im Falle eines Falles schnell reparieren kann. Mechaniker sind genügen fähige Leute vor Ort, aber es
fehlt immer an Teilen. Oft kann man auch anderen mit Teilen aushelfen. Lieber mehr als weniger mitnehmen. Es fehlt immer was. ;-) Ich habe auch immer einen zweiten neuen Satz Reifen dabei,
nachdem mir mal einer so blöd durchstochen worden war, daß ich ihn nicht mehr verwenden konnte. Nehmt Riemen und Seile mit, kann man immer brauchen.
Kleine Werkzeugliste (Dank an die Aufstellung an Matthias Link):
- kleine Wasserpumpenzange (wegen Kennenschloßmontage) - Kettentrenner (winzige Sportversion) - Spitzzange mit Seitenschneider
- Hochwertige Schlüssel aller notwendigen Größen 6 – 19 (am besten als Ring/maul z. B. von Proxxon) - Nüsse 6 – 13 + Innensechskant + Bitantrieb + Bits Kreutz und Schlitz,
¼ Zoll Antrieb (T - Antrieb) - Zündkerzenschlüssel (original Bordwerkzeug) - Ringschlüssel für Achsen (Original Bordwerkzeug) - dünner Durchschlag (für Bremsbelagbolzen)
- Kabel, Schrumpfschlauch, Isolierband - ein kurzes Stück Kette und mindestens 2 Kettenschlösser um eine gerissene Kette reparieren zu können. - Ersatzsicherungen
- Dichtband / Panzerband (auch für Kühlschläuche) - Bremshebel, Kupplungshebel, Schalthebel, (evtl. Fußbremshebel) - Reifenmontagehebel (Metzeler klein), Pumpe, Flickzeug, Luftdruckprüfer
(alternativ auch Patronen möglich, halte ich aber nach schlechten Erfahrungen nix von. Ersatzschläuche können eine Panne im Gelände erheblich beschleunigen und flicken
kann man ja in Ruhe später) - Kettenradschrauben + Muttern, weitere Schrauben - Zündkerze in Schutzbox - Kabelbinder - Kleiner Verbandspack (Polo oder HG)
Sammelt Hilfsgüter für das Projekt Hilfe für das Krankenhaus in Caransebes.
Verbrauchsgüter, Verbandsmaterial, medizinische Hilfsmittel, alles kann verwendet werden.
Sammelt brauchbare Altkleider, altes Werkzeug, Krücken, Töpfe, elektrisches und
sanitäres Installationsmaterial, was nicht mehr gebraucht wird, PCs, Bildschirme, solange sie noch funktionieren, alles kann in Rumänien gebraucht werden und wird uns dankbar aus der
Hand gerissen. Bitte keinen Müll, nur Dinge, die man noch wirklich gebrauchen kann.
Wenn jemand Ergänzungen hat, bin über Hinweise immer dankbar!
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