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FAQ

Seit ich die Enduromania Website mit meinen Reiseberichten unterhalte, werde ich immer wieder zu dem Thema per EMail angesprochen, was mich sehr freut. ;-) Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich selbst viele Fragen hatte und auch immer noch habe.

Auf Anregung von Sergio habe ich die am häufigsten gestellten Fragen hier mal zusammengestellt und mir dazu einige Antworten überlegt. Ich hoffe, es nützt jemandem.

There is also an english version of the FAQ.
Es gibt auch eine englisch-sprachige Version der FAQ.


 Ist ein GPS erforderlich? Welches sollte man nehmen?
 Welche Reisedokumente braucht man?
 Welche Empfehlungen für die Reiseroute und die Grenzübergänge gibt es?
 Welche Karten sind zu empfehlen?
 Wie sieht es in Rumänien mit Unterkünften aus?
 Wie sieht es mit der Benzinversorgung aus?
 Gibt es Tipps zum Thema Geld und Devisen?
 Kann man auch mit ganz leichten/schweren Kisten mitfahren?
 Braucht man Begleitfahrzeuge?
 Wie ist die Unterstützung vor Ort, wenn man mal eine Panne oder einen Defekt hat?
 Wie kann man sich am besten vorab informieren?


Hier die Antworten:

 Ist ein GPS erforderlich? Welches sollte man nehmen?

 Also zwingend erforderlich ist ein GPS auf keinen Fall. Aber es macht Einiges einfacher und es macht auch einfach Spaß. Ich würde es jedem immer empfehlen, mit GPS zu fahren, aber es ist nicht zwingend erforderlich. Es erfordert allerdings ein wenig Beschäftigung mit der Materie und ein wenig Theorie und Vorarbeit, man muß sich ein wenig mit Navigation beschäftigen. Das macht allerdigns auch Spaß und man will in Rumänien dann ja nicht nur über Asphalt fahren.

Die Wegpunkte, die vom Organisationsteam auf Wunsch in ein vorhandenes GPS geladen werden, sind immer im Garmin Format. Es sollte also ein Garmin GPS mit serieller Schnittstelle sein. Mittlerweile gibt es auch für Rumänien digitale Karten im Mapsource-Format, die zumindest für Ortschaften und überregionale Straßen gut funktionieren. GPS-Geräte mit großen, farbigen Displays lassen sich während der Fahrt besser ablesen. Wichtig ist in jedem Fall ein ordentlicher Lenkerhalter, die gibt’s z.B. bei Touratech. Das Gerät sollte wasserdicht sein, demnach scheiden die Geräte der eTrex-Serie aus. Es gibt sicherlich kein optimales Gerät, man sollte sich das nach Geschmack und den eigenen Anforderungen  (und natürlich nach Geldbeutel) überlegen. Gerd Wichmann vom Clown Versand Hamburg ist sicherlich eine gute Anlauf-Adresse, er macht sehr günstige Preise und berät auch sehr fachkundig. Sein GPS-Shop ist direkt erreichbar unter http://www.gps-shop.com (er verkauft übrigens die Touratech Halter auch recht günstig).

 

 Welche Reisedokumente braucht man?

 Man brauchte früher einen noch mindestens drei Monate gültigen Reisepaß, neuerdings reicht auch ein Personalausweis. Mittlerweile werden keine VISA oder Moppedkennzeichen mehr in die Pässe gestempelt, das ist Vergangenheit. Für das Mopped und ein evtl. vorhandenes Auto ist jeweils der Kraftfahrzeugschein und eine gültige (überprüfen!) internationale grüne Versicherungskarte wichtig, die man kostenlos vom Versicherer erhält. Fährt man mit Fahrzeugen, die als LKWs zugelassen sind (ja, auch Transporter oder Pickups), dann kann es schwieriger werden. Bis zu 3,5t zul. ges.Gewicht muß man evtl. nur einen Leerfrachtschein ausfüllen, kostet an der Grenze ca. 15,- Euro. Bei schwereren LKWs muß man sich in jedem Fall bei den LKWs anstellen und darf nicht mehr die PKW-Warteschlangen bzw. die Grenzübergänge benutzen, die nur für PKWs zugelassen sind. Für schwere LKWs werden zusätzlich zur Rovinieta, der allgemeinen Straßenbenutzungsgebühr, die seit Januar 2005 für alle Fahrzeuge je nach Schadstoffarmut (Euro-Einstufung) erhoben wird, weitere Gebühren fällig. Damit habe ich selbst allerdings keine eigenen Erfahrungen, da ich immer nur mit dem Motorrad oder PKW mit Hänger gefahren bin. Das war bisher immer unproblematisch. Nicht vergessen: Bei der Reise von Ungarn nach Rumänien verliert man eine Stunde, da man die Zeitzone wechselt. Rumänien und Ungarn sind ja mittlerweile seit einigen Jahren in der EU und die Grenzübertritte sind damit viel einfacher geworden.

 

 Welche Empfehlungen für die Reiseroute und die Grenzübergänge gibt es?

 Sergio empfielt die Standard-Strecke über die A1 in Österreich und dann die eine Haupt-Autobahn in Ungarn nach Süden (es gibt nur eine). Ich bin die letzten Jahre immer über den Übergang Cenad gefahren, was problemlos war, aber ich denke auch alle anderen Übergänge sind mittlerweile zu empfehlen. Die Straßen sind mittlerweile alle asphaltiert, die Autobahn in Ungarn geht mittlerweile bis unmittelbar vor Cenad.

Die Autobahnen in Österreich und Ungarn kosten leider Maut. Die Strecken in Ungarn sind heikel, was Gaunereien auf den Autobahnparkplätzen angeht. Grundsätzlich sind die Autobahnrouten aber wegen der größeren Schnelligkeit zum Durchkommen auf jeden Fall zu empfehlen. Als Tipps für unterwegs gelten die allgemeinen Verhaltensrichtlinien, die eigentlich immer im Ausland gelten: Niemals das Auto alleine oder nur mit einer Frau alleine lassen und sich niemals auf irgendwelche Angebote einlassen (Geldwechsel, Verkauf, irgendwas) und immer schön zusammenbleiben. Dann passiert auch nix.

In Rumänien fährt man dann einfach die Europastraße über Timisoara, Caransebes und dann ist man da. Man sollte aber in Rumänien einen langsameren Schnitt einkalkulieren, weil dort die Straßen schlechter sind. Eine Stunde Zeitverschiebung (bei der Einreise nach Rumänien “verliert” man eine Stunde) bei der Planung nicht vergessen!

 

 Welche Karten sind zu empfehlen?

 Naja, es ist einfach schwierig. Die ADAC und die Marco Polo Karten sind m.E. gleich und im Maßstab 1:500.000 für's Endurofahren zu grob, dienen aber sehr gut zur groben Orientierung, um einen Überblick zu bekommen und zur Durchreise.

Seit 2004 gibt es auch russische Topo-Karten 1:200.000 bei Därr auf CD zu kaufen, die sehr gut sein sollen und mit Fugawi oder TTQV ab 2.5 laufen, aber nicht in ein Garmin herunterladbar sind.

Die TPC Karten von Därr sind nur eingeschränkt gebräuchlich, weil Ortsnamen oft nicht beschriftet sind und auch viele Details drauf sind, die man als Moppedfahrer nicht braucht (Strommasten, Schornsteine etc.) sowie Details fehlen, die man durchaus braucht (Straßen, Wege, Städtenamen usw...) Ist aber als topografische Hilfe recht nützlich und vor allem durch die Koordinaten-Angaben leicht zu kalibrieren.

Ich verwende selbstgescannte Images der ADAC-Karte und der TPC-Karten sowie die offiziellen Karten von Sergio, die man am Treffpunkt zu Beginn der Veranstaltung übergeben bekommt. Die Planung mache ich mit TTQV (früher QuoVadis) (Waypoints sammeln und verwalten) und fahre vor Ort nach Sergios eigenen (Papier-) Karten. Das scheint mir eine optimale Mischung zu sein. Mittlerweile gibt’s auch Rumänien-Karten im Mapsource Format, die ich aber nicht besitze und daher auch nicht kenne.

 

 Wie sieht es in Rumänien mit Unterkünften aus?

 Gut. Es gibt überall welche, man muß allerdings Abstriche machen, was den Komfort angeht. Preiswert sind sie allemal, und für ca. 25,-Euro pro Nacht (inklusive Abendessen und Frühstück) bekommt man immer eine saubere Unterkunft bei lieben Leuten und mit hervorragendem Essen. Die reißen sich ein Bein für einen aus. Man braucht vorher nix zu organisieren, einfach Sergio Bescheid sagen und der macht das dann schon. Er muß den Zeitraum und die Anzahl der Personen wissen und verteilt die Leute dann auf die Unterkunftsmöglichkeiten. Wenn man vor Ort jemanden kennt, kann man natürlich auch direkt buchen. Spätestens nach der ersten Teilnahme ergeben sich dann die Kontakte von ganz alleine.

 

 Wie sieht es mit der Benzinversorgung aus?

 Mittlerweile gibt es überall Benzin, auch Diesel ist kein Problem, die Preise sind im Bereich von umgerechnet 1,20 Euro (Stand 2012). Es empfiehlt sich, bei den größeren, neueren Tankstellen zu tanken, die akzeptieren meist Kreditkarten und man erhält sauberen Sprit, wir hatten manchmal mit billigem Sprit Probleme, die Moppeds liefen nicht ordentlich damit. Wir hatten zuletzt immer rumänisches Bargeld an einem Geldautomat gezogen, damit wir uns an den Tankstellen keine Gedanken machen mußten. Wenn man mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte man schon eine Reichweite von ca. 200 km haben.

 

 Man hört soviel über Diebstahl und Bandenkriminalität in Rumänien, was ist da dran?

 Also ich will das Problem nicht verharmlosen, aber mir selbst ist bei meinen Aufenthalten noch nie etwas passiert, nie etwas geklaut worden oder sowas. Man sollte halt die Grundregeln einhalten (nicht inoffiziell Geld tauschen, seine Sachen nie alleine lassen und nie alleine herumfahren), ich habe auch den Eindruck, daß die Probleme hauptsächlich in den größeren Städten (Caransebes ist das noch nicht) existieren. Auf dem Land sind die Leute sehr friedlich, aufgeschlossen und interessiert und wenn man freundlich auf sie zugeht, bekommt man immer Kontakt und Hilfe, sofern man sich irgendwie sprachlich verständigen kann.

 

 Gibt es Tips um Thema Geld und Devisen?

 Devisen werden im Land gerne akzeptiert. Einige Leute meinten damals zu mir, man solle Dollars mitnehmen, die kann man auch verwenden, aber der € ist am meisten akzeptiert und wird überall genommen, so daß meiner Meinung nach US-Dollars überflüssig sind. Allerdings haben einige Rumänen die Unkenntnis und die Unerfahrenheit der Touristen in der Vergangenheit ausgenutzt und haben die €-Preise teilweise ordentlich zu hoch angesetzt. Wenn man dann noch rumänische Lei hat, ist man gut beraten. Wir holen die einfach an Geldautomaten, welche es in allen größeren Städten mittlerweile gibt.

Am Ende sollte alles verbraucht sein, denn zurücktauschen ist sehr ungünstig und die Ein- und Ausfuhr von rumänischen Lei ist verboten. Lohnt sich auch nicht, Lei irgendwo aufzubewahren, da die Inflation im Land galoppiert.

Wenn dann am Ende des Urlaubs noch ein wenig Restbedarf ist, dann kann man da mal Euro benutzen. Für den Notfall habe ich immer 100-150 € in kleinen Scheinen an verschiedenen Stellen am Motorrad und in der Kleidung verstaut.

Wir rechnen immer mit ca. 10,- € pro Tag für Snacks oder kleine Stopps tagsüber und ca. 15-20,- € für Sprit. Die Übernachtungskosten (inkl. Frühstück und Abendessen) kann man immer in Euros bezahlen, oder halt am Ende die letzten Lei verbraten und mit Euro aufstocken - alles kein Problem.


 Kann man auch mit ganz leichten/schweren Kisten hinfahren?

 Selbstverständlich. Da man sich seine Routen und damit den Schwierigkeitsanspruch selbst aussuchen kann, kann man, wenn man möchte, einfach eine Entdeckungstour über normale Straßen machen oder als anderes Extrem eine Hard-Enduro-Tour durch die Flußbetten. Für jeden ist etwas dabei. Lediglich bei geringer Reichweite (<200km) sollte man die Tankstopps sorgfältig planen, insbesondere wenn man viel auf den Berg-Gipfeln und -Kämmen oder in unbekanntem Gebiet unterwegs ist. Hier zeigt sich der Vorteil von Team-Arbeit, weil man sich gegenseitig aushelfen kann. Dies ist auch wichtig, wenn man mit schweren Reise-Enduros ins Gelände will, da ist es oft schwierig möglich, eine umgefallene Maschine alleine zu bergen. Machbar ist alles, man muß sich nur richtig darauf vorbereiten.


 Braucht man Begleitfahrzeuge?

 Natürlich nicht. ;-) Je nach Gepäck-Gepflogenheit reist man mehr oder weniger komfortabel an (Motorrad, PKW/Hänger, Wohnmobil/Hänger) und fährt dann die Gelände-Touren mit kleinem Gepäck, da man ja immer wieder jeden Abend am Startort auskommt. Rundtouren sind selbstverständlich auch möglich, aber außer einem Schlafsack ist eigentlich kaum Extra Gepäck erforderlich. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken (Wasser nicht aus der Leitung, sondern nur aus Mineralwasserflaschen trinken) ist überall problemlos möglich. Kleinere Reparaturen und vor allem Reifenpannen sollte man allerdings selbst beheben können.


 Wie ist die Unterstützung vor Ort, wenn man mal eine Panne oder einen Defekt hat?

 Nicht vorhanden. ;-) Im Ernst: Man sollte schauen, daß man alles dabei hat, um sich irgendwie helfen zu können. Ordentliches Bordwerkzeug ist Minimum, bei japanischen Kisten muß es ergänzt werden. Man sollte alles dabei haben, um Reifenpannen selbst beheben zu können, die sind in Rumänien an der Tagesordnung. Ich selbst habe bei meinen ersten drei Besuchen im Schnitt pro Tag eine im Team gehabt (beim vierten und fünften und sechsten Besuch 2001-2003 komischerweise keine einzige, bei meinem letzten Besuch hatten wir in einer Woche 9 Pannen im Team.), es gab immer genug zu tun. Es gibt gute zusammensteckbare Montierhebel von Polo zu kaufen, Flickzeugs bekommt man beim Fahrradhändler. Reserve-Ventile und eine Ventilkappe, die oben einen Ventilausdreher hat, ist wichtig. Wer’s perfekt mag, kauft sich komplette Reifenpannensets z.B. bei Touratech oder bei BMW. Dann sollte man alle Brems-, Kupplungs- und Schalthebel einfach zur Sicherheit nochmals als Ersatzteil mitführen (gibt’s billig bei Louis) und wenn man es gut machen will, dann besorgt man sich zur Sicherheit einen Satz Dichtungen für den Motor oder Gabelsimmerringe oder wasweißich, halt Zeugs, was man speziell für die eigene Kiste braucht. Sicherungen und Glühbirnchen sowie ein bisschen Draht, Kabelbinder und dünnes und dickes Isolierband (Panzerband), mit dem man Vieles wieder flicken kann, sollten selbstverständlich sein. Gepäckriemen, um mal was Loses wieder festzuzurren, sind auch nie falsch. Auch ein Seil leistete uns schon viele Male gute Dienste und ist ein “Must Have” Ausstattungsbestandteil. ;-)

Ansonsten wird in Rumänien hervorragend improvisiert und ich habe schon oft gestaunt, was man alles reparieren kann, wenn man nur will und wenn man einen halbwegs versierten Mechaniker findet. Natürlich sollten alle mitgebrachten Maschinen in einem ordentlichen Zustand sein, was Bremsen, Lenkung, Kette und Reifen angeht, das ist wohl mal selbstverständlich. Zu bedenken ist, daß organische Bremsbeläge im Schlamm sehr schnell abbauen können. Lieber Ersatz mitnehmen!


 Wie kann man sich am besten vorab informieren?

 Am besten mit den einschlägigen Reiseberichten ehemaliger Teilnehmer. Eine Auswahl findet sich aufmeiner Linkseite für Reiseberichte von Enduromaniacs. Dem Feedback nach zu urteilen sind meine eigenen Berichte auch nicht schlecht. ;-))

Ich freue mich immer ueber Anregungen oder Fehlerhinweise zu dieser Website und antworte auf jede nette Zuschrift..EMail:  webmaster@powerslider.de