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Enduromania-Erfahrungen eines Erst-Täters aus der Enduromania Mailingliste von hustenzwerg@aol.com, nirgendwo im Web zu finden aber trotzdem lesenswert:
"Wo kommen Sie?" blöde Frage, aus Rumänien natürlich, an welcher Grenze stehe ich denn hier... "Was das?" fragt der ungarische Grenzer weiter und deutet auf den Akkreditierungsbrief, den
ich gut sichtbar auf dem Beifahrersitz bereitgelegt habe. Nach gründlichen Studium des Inhalts reicht er mir das Schreiben zurück und wünscht mir eine "Gut Fahrt".
Sergio hatte recht, das Papier wirkt Wunder. Sergio sollte übrigens noch häufiger recht behalten. Da sich aus meinem warmduschenden Bekanntenkreis keiner traute (oder die Zeit, das Geld...usw. hatte), hab' ich mich
Freitagnachmittag ins Auto gesetzt und bin nach Rumänien gefahren. Grenzkontrollen bzw. Schikanen fanden bei mir zumindest nicht statt, Banditen gab's auch keine, obwohl ich auf'm Rückweg in Ungarn an einer
Autobahntankstelle 4 Std. geschlafen habe und somit ein leichtes Ziel gewesen wäre... aber auch Banditen müssen ja mal schlafen...
Als ich mich dann in Timisoara ganz leicht verfahren habe und mir ein ortskundiger Türke nach 45 Minuten Großstadtgeheize den richtigen Weg Richtung Resita wies, schwahnte mir so langsam,dass eine etwas genauere
Karte als mein Weltatlas im DIN A4-Format hätte dienlich sein können...
Nun ja, nachdem ich nach dem Weg fragend mehrere hundert Rumänen kennengelernt habe, traf ich schlieslich Samstag gg. 17:00 Uhr in Brebu Nou ein. XR aus'm Kofferraum gezerrt und zusammengeschraubt, Lokalitäten
begutachtet und für gut befunden, Zelt aufgebaut, rumän. Bier getestet...
Dann kam Roland aus Freiburg an. Wir hatten uns per mail 1-2 mal geschrieben, er war auch das erste Mal da. Wir wollten am Sonntag einfach mal die Gegend erkunden und sind zu zweit losgezogen. Zumeist ist es i.d.R.
von Nachteil, wenn man vor lauter Bierchen beim Zusammenbauen vergisst, eine Schraube festzuziehen, so dass der Bremssattel nach oben klappt und man ohne Bremse dasteht; In unserem Fall war es jedoch eine günstige
Fügung des Schicksals, sonst hätten wir die 4 Berserker vom Team 'NRW-Kompakt' nicht getroffen, die uns eigentlich am Anfang gar nicht dabei haben wollten, aber egal, wir sind hartnäckig und bleiben dran, die werden
schon sehen, was sie an uns haben (nämlich 2 funktionierende GPS).
Gut, eigentlich hatten wir vor, den Schwierigkeitsgrad kontinuierlich zu steigern, uns sozusagen über Endurowandern und breite Pisten progressiv den X-Track-Strecken und zu guter Letzt dem Erzberg zu widmen. Müßig zu
erwähnen dass dieses Vorhaben von der rumänischen Natur auf's bösartigste torpediert wurde. Denn gleich am ersten Tag fanden wir unser aller X-Track-Eldorado, seit dem Tage nur noch 'Big Diet' genannt, der zweite
Tag endete mit 5 Std. Hillclimbing vom Feinsten, was uns veranlasste, auf der Wetterstation des 2100 Meter hohen Tarcu mit Meteorologe Raul zwei Liter bekömmlichen Tsuika-Pflaumenschnaps zu leeren und am nächsten
Morgen bei 0 Grad Celsius mit arg dezimierten Benzinvorräten dem Abstieg zu beginnen.
Mittlerweile waren wir ein ziemlich perfektes Team, immerhin hatten wir auch die "bleischwere Adventure" (O-Ton Sergio) von Studde die unmöglichsten Wege rauf- und runtergezogen. Alle weiteren Tage waren
lediglich ein ruhiges Ausklingen der beiden ersten Tage und verlangte uns nichts Unmögliches mehr ab. Erwähnenswert noch ein nettes Nachtenduro im Scheine völlig verdreckter Funzeln bei schlammigem Untergrund, war
mal was Neues.
Bei der Siegerehrung oder so bekannten auch die Reiseendurofahrer ihren Spaß an der Woche und machten neugierig auf die etwas weiter entfernten Regionen wie z.B. Donau usw.
Fazit: Perfekte Gastfreundschaft, himmlische Enduropfade von leicht bis schmerzhaft, Tiere von klein bis groß überall (ja, Studde, ich weiß, dass du bremsen wolltest...), Landschaften von Puzta bis Alpin, also wer da
nicht Wiederholungstäter wird....
Ich kann nur allen raten, die schon mit dem Gedanken gespielt haben: Fahrt hin und schaut's euch selber an, ihr werdet begeistert sein...
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