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Mythos Paris-Dakar (Zitat aus unbekannter Quelle, vermutlich von Honda)
In den frühen achtziger Jahren sorgte mit der Rallye Paris-Dakar ein Enduro-Rennen der ganz besonderen Art für Schlagzeilen. Dabei ist der
Name der Veranstaltung leicht irreführend, denn fast das gesamte (immerhin 10.000 km lange) Rennen spielt sich fernab von den Freuden französischer Lebensart auf den staubigen Sandpisten und in den
Wüsten Nordafrikas ab. Diese extreme Herausforderung für Mensch und Material gewann Honda erstmals 1982, als die auf der serienmäßigen XL500 basierenden
Einzylinder-Werksmaschinen von Honda das Rennen dominierten. Sieger wurde der Franzose Cyril Neveu, gefolgt von Philippe Vassard, der seine Maschine mit
gebrochenem Ellbogen über die Ziellinie steuerte. Zum Mythos von Paris-Dakar als härtester Rallye der Welt trug nicht zuletzt die Tatsache bei, daß in jenem Jahr nur 33
von insgesamt 130 gestarteten Motorrädern das Ziel erreichten.
NXR750 - die Königin der Wüste
Als die Konkurrenz im Laufe der Jahre zusehends härter wurde, erhielt die Honda Racing Corporation Ende 1984 den Auftrag, eine ganz neue Maschine für Paris-Dakar 1986 zu bauen. Das Ergebnis war die
NXR750V, eine V2-Maschine, wie die Welt sie noch nicht gesehen hatte. Schon rein optisch flößte dieser Siegertyp mit seinem riesigen
59-Liter-Tank und der integrierten Frontverkleidung auf Anhieb Respekt ein. Mit dieser Maschine war das erste Kapitel einer langen Erfolgsgeschichte geschrieben.
In den folgenden vier Jahren war Honda auf Siege bei Paris-Dakar abonniert. Zweimal hintereinander stand Cyril Neuveu ganz oben auf dem Treppchen, 1988 gefolgt von dem
Italiener Eddy Orioli. Im Folgejahr erkämpfte sich Gilles Lalay den Spitzenplatz, wobei Marc Morales ebenfalls auf einer NXR750 den dritten Platz belegte. An dieser
Alleinherrschaft der Wüstenkönigin dürfte sich wohl auch bis zum heutigen Tage nichts geändert haben, wäre das Reglement 1990 nicht zuungunsten der NXR750 geändert worden.
Soweit das Zitat. Kommen wir nun zu den kommerziellen Africa Twin Modellen.
Interne Bezeichnung RD03: Das Ur-Modell, schon mit vielen Merkmalen der letzten Modelle. Die (immer schneeweiß verkleidete) Scheibenbremse vorn, der Doppelscheinwerfer und die
schlanke Vollverkleidung sowie der mächtige Motorschutz aus dickem Alu-Blech sind das Markenzeichen. Es gab nur eine Farbe (weiß/rot/hell-lila), soweit ich weiß. Es gibt nicht mehr viele guterhaltene
Exemplare, sie ist ein absolutes Sammlerstück.
RD04: Die Fans meinen, daß sie die
einzig wahre Twin war. Ich finde sie sehr schön, mein Gespann war eine RD04 (schau auf meine Webseiten) und meine Ex-Freundin hat eine. Sie
war sehr solide und stabil gebaut und ist absolut ein vernünftiges Motorrad, wenn sie nicht vergammelt ist. Sie erstarkte auf 60 PS und bekam eine ordentliche, schmal und schnittig geschnittene Verkleidung und zwei
Scheibenbremsen vorn. Insgesamt fanden sich viele Verbesserungen.
RD07: nach einer gründlichen Renovierung hat Honda ab 1994 dieses Modell herausgebracht. Der Rahmen ist komplett neu und vieles ist anders, aber auch einfacher gebaut worden. Die RD07 ist in
vielen Fällen durchdachter, wartungsfreundlicher und moderner geworden, die Verkleidung wurde größer und bot besseren Windschutz. Die Farben waren ab sofort mit dem bekannten bunten
Flammendesign gehalten, weswegen sie von den RD04-Fahrern auch oft "Papageien-Twin" genannt wird. Der Luftfilter wanderte nach oben an den Steuerkopf,
was sich bei Wasserdurchfahrten und bei Staub (Wüste) sehr positiv bemerkbar macht. Meine Solo ist eine RD07 und ich finde sie am schönsten von allen und würde mir genau
diese wieder kaufen. (Sie wurde von Bj. 93-95 gebaut glaube ich).
RD07a: 1996 erfolgte die letzte Renovierung der Africa Twin. Die Verkleidung änderte sich nochmals geringfügig, und an vielen Details wurde gespart. Es gab auch Verbesserungen
(Vergaserentlüftung), andere Dinge wurden verschlimmbessert (silberne Felgen und Lenker, igitt! Eine ordentliche Twin hat goldene Felgen und einen goldenen Lenker!) Die luftunterstützte Gabel mußte genau so
weichen wie die Druckstufen- verstellung für das hintere Federbein.
Der Motor ist von der RD04 bis zum letzten Modell nur in kleinen Details überarbeitet
worden, die Leistung ist immer bei 60PS geblieben. Auch Bremsen, Räder und andere wichtige Teile haben sich immer nur in Details geändert, sind aber oft nicht ganz
kompatibel. Ersatzteile sind gut zu beschaffen und es gibt im Netz eine gut funktionierende Gemeinschaft zur Twin unter africatwin.de bei den Freunden der Africa
Twin (FAT) mit einem großen Forum und vielen FAQ Seiten sowie einer umfangreichen
Kleinanzeigendatenbank. Die FAT richten auch jedes Jahr meist im Juni irgendwann das Lißbergtreffen aus, das größte Africa Twin Markentreffen in Europa.
Hier einige interessante Links in diesem Zusammenhang::
Africa Twin Geschichte auf adventurebikes.de
Viele Africa Twin Infos und eine Modellübersicht bei Ingo Fiss
Die Veröffentlichung der Katalogfotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Honda Deutschland. |